Weil ich es Kann, mein Bestes und die Revolution

„wir handeln immer nach unseren Möglichkeiten, die im Erlebensmoment zur Verfügung stehen…“ schrieb Frank und Lyra bestätigte.

„Immer“? Da rebellierte etwas in mir.

„Wenn ich dann aus Bequemlichkeit oder Faulheit etwas nicht tue, dann ist es einfach weil mir die Energie fehlte?

Ist das nicht etwas bequem?“

Das war gestern und obwohl ich nicht das Gefühl hatte mich damit noch beschäftigt zu haben kamen mir heute die Folgegedanken:

… nein, es ist dann nicht „bequem“ es ist dann auch „nicht können“

So lange ich das nicht verinnerlicht habe werde ich mich und meine Menschen zu Unrecht verurteilen.

Jeder tut was er kann, wenn und wie er kann.

Darf ich also davon ausgehen, dass jeder immer sein Bestes tut?

Wenn dieser Gedanke nicht völlig naiv ist, dann könnte er meinen Umgang mit Geduld und Verständnis revolutionieren…

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32 Kommentare zu „Weil ich es Kann, mein Bestes und die Revolution

  1. Genau so meine ich es: Jeder handelt in seinen wahrgenommenen Möglichkeiten bestmöglich.

    Wir können versuchen, die Möglichkeiten des anderen zu verbessern; doch selbst das ist von der Wahrnehmung des Gegenübers abhängig.

    Und wie schwer das sein kann, erkennt man, wenn man versucht, sich selbst ein guter Partner zu sein.

    Doch das Leben hilft ja auch ein wenig mit… 😉

    Liebe Grüße,

    Frank

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    1. „Wir können versuchen, die Möglichkeiten des anderen zu verbessern; doch selbst das ist von der Wahrnehmung des Gegenübers abhängig.“

      Diesem „können“ schaue ich misstrauisch entgegen, entweder der andere will, – in dem Rahmen kann es dann sein, dass unsere Hilfe gefragt ist oder auch nicht – oder er will nicht.

      Den einzigen Menschen dessen Möglichkeiten ich verbessern kann bin ich selber.

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      1. „Den einzigen Menschen dessen Möglichkeiten ich verbessern kann bin ich selber.“

        Das sehe ich nicht so.

        Ich hab grad was von Reiner gelesen und schon gedacht, das müsste hier her. Jetzt denke ich es noch mehr.
        Reiner, Reiner, huhu, kannst Du bitte den Zettel herbei bringen, den Du bei Zitaten gepostet hast?

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        1. «Die Liebe des selbstlos Wirkenden ermöglicht jeweils dem anderen Menschen den Seelenraum zu finden, in dem er seine eigenen, ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten uneingeschränkt entfalten kann.»

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        2. Das besagt, so du dieses Zitat gemeint hast, doch auch nur, dass ich dem Anderen Raum schaffen kann für seine Entwicklung…

          …gehen muss er aber trotzdem selber.

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        3. Ja,bisou, genau, dieses Zitat habe ich gemeint. Und: ja, gehen muss ich selber, aber vielleicht bekam ich Richtung und eine Vorstellung von Raum durch eines anderen menschen Hilfe.

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    1. Ja, ich darf davon ausgehen, dass jeder immer sein Bestes tut wenn ich dabei nicht ausser Acht lasse, dass die Tagesform oder gar eine Laune entscheidend sein können was dieses „Beste“ ist.

      Darf keine Erwartungen an eine permanente Höchstleistung haben, weder bei mir noch beim anderen.

      Dieses Wissen entschärft den Grat oder? 🙂

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        1. „… müsste unendliche Geduld bringen…“

          Ja… wenn ich in Bestform bin.

          Wenn ich klein, müde, überfordert, oder, oder, oder bin, dann ist „mein Bestes“ weit entfernt von meiner Bestform und dann werde ich vermutlich auch die „undendliche Geduld“ nicht zur Verfügung haben.

          Wird das Leben zeigen…

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  2. „Darf ich also davon ausgehen, dass jeder immer sein Bestes tut?“
    hm…darauf guck nun ich ziemlich irritiert.
    Wenn es sich um eine Momentaufnahme seiner Möglichkeiten in einem bestimmten Augenblick handelt, heißt dass nicht unbedingt, dass er generell sein Bestes tut. Weißt Du warum ich grad pingelig bin?
    Ein Beispiel:Jemand macht Dich dumm an oder überrumpelt Dich. Du reagierst nach Deinen Möglichkeiten in diesem Moment. Kaum 5 Minuten später, wenn Du Zeit zum Denken hättest, ärgerst Du Dich, weil du dann viel besser weißt, wie Du hättest kontern können…oder eben anwenden können, was Du weißt.
    Es gibt oft Gelegenheiten, wo wir hinter dem zurückbleiben, was uns normalerweise als unser Bestes zur Verfügung steht. Es gibt viele Gründe dafür und manchmal sind wir auch einfach nur müde, desinteressiert und eben einfach grad nicht gewillt oder imstande dazu.
    So würde ich das sehen. grins….so sehe ich es jedenfalls bei mir selbst.

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    1. Aber auch in deinen Beispielen tue ich mein Bestes… das Beste was mir dann möglich ist – wie immer.

      Auch wenn es wenig ist, auch wenn es fünf Minuten später ganz anders aussieht, es ist zu jedem Zeitpunkt „mein Bestes“.

      Mein Bestes tun ist nicht gleich zu stellen mit immer auf höchstleistung funktionnieren sondern das erkennen, dass ich auch mal nicht anders kann und mein Bestes verdammt wenig ist… und es dem Gegenüber zuzugestehen.

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    1. Hihi, genau! Das ist jetzt speziell für Reiner.

      Mir hilft es oft, dem Anderen solche Momente zuzugestehen (nööööö, schaff ich nicht immer),- sie in gewissem Grade zu erwarten. Das hilft auch mir mit mir.
      Wie Frank schon sagt, da können wir ja bestens erleben, wie wir generell mit diesem Thema umgehen.

      Ich mache jede Menge Erfahrungen damit, dass Nachsicht mit mir, auch zur Nachsicht mit anderen führt. Das übrigens nicht nur bei vergleichbaren Situationen, sondern generell.

      Ich kenne einen sehr rasanten Autofahrer….wenn ich warne, brummt er, dass er das schon im Griff habe….mir geht es gar nicht so sehr darum, dass er sich vielleicht überschätzt. Mir geht es darum, dass er nicht mit möglichen Fehlern oder Unachtsamkeiten Anderer rechnet, auf die plötzlich reagieren zu müssen, dass eigene Risiko beträchtlich erhöht.

      Ich selbst behalte außer meinen eigenen Möglichkeiten auch die des Anderen gern im Auge,- und genau darum geht es Dir wohl auch?

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      1. „Ich selbst behalte außer meinen eigenen Möglichkeiten auch die des Anderen gern im Auge,- und genau darum geht es Dir wohl auch?“

        Wenn ich mir vor Augen halte was ich kann und paralel dazu was der Andere kann, worauf schaue ich dann? Auf das wozu wir in unserer Bestform fähig sind?

        Ich kann nicht wissen was ich und der andere wann können aber wenn ich weiss, dass beide ihr Bestes tun, erleichtert es mir auch den Umgang mit dem Tiefststand

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        1. „Wenn ich mir vor Augen halte was ich kann und paralel dazu was der Andere kann, worauf schaue ich dann? Auf das wozu wir in unserer Bestform fähig sind?“

          Der Schluss läge natürlich auch nahe, aber mir war der bisher nicht eingefallen. Ich würde eher mit der Möglichkeit momentaner Unfähigkeit rechnen,- sprich: die Latte unten anlegen und nach oben offen sein.

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      1. Jetzt hakt`s gleich aus bei mir….ist denn das uns Mögliche also auch unser Bestes? Ich fühle irgendwie einen Bruch, aber sehe ihn nicht, obwohl wir schon ziemlich viel Licht drauf halten. Irgendwie kommt es mir vor als ob wir Äppel mit Einern vergleichen. Hm……

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        1. „ist denn das uns Mögliche also auch unser Bestes?“

          Die Frage braucht eine „Zeitangabe“ um zu einer befriedigenden Antwort zu gelangen.

          „ist denn das was mir jetzt gerade möglich ist auch mein bestes?

          „ist denn das was mir jetzt gerade möglich ist auch das beste zu dem ich gerade fähig bin?

          Ja, du liesst den Unterschied.

          Wenn ich sage das Mögliche ist auch das Beste, dann spreche ich von einem bestimmten Augenblick.

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    1. „Sehr oft kommt der Spieler in mir durch und tut absichtlich nicht sein Möglichstes.“

      kicher: doch, doch, nur will grad der Spieler seine Möglichkeiten einsetzen…..ich nehme an, dazu, einen Anderen, (heraus) zu fordern,- damit dem auch mal klar wird, dass er Möglichkeiten und Verantwortung hat?

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    2. „der Spieler tut absichtlich nicht sein Möglichstes“

      Warum ist der Spieler in dir da?
      Ist dieses absichtlich nicht sein Möglichstes tun nicht auch zeitgleich die „obergrenze“ des Möglichen also das dann beste.

      Tun wir nicht auch noch dann wenn mir mit Absicht Schlechtes tun an der unteren Grenze von „unser Bestes tun“? In dem Moment ist unser Bestes halt Négatives…

      Je mehr ich drauf schaue, je fester wird das „immer“ in mir.

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  3. Warum spurten Marathonläufer nur selten oder gar nicht?… 😉

    Das „Beste“ ist manchmal weniger und manchmal ein klein wenig mehr. – Wir überprüfen schon unsere Möglichkeiten auf das „Beste“.

    Liebe Grüße,

    Frank

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    1. “ Wir überprüfen schon unsere Möglichkeiten auf das „Beste“.“

      Tun wir das?

      Ich sicherlich nicht. Ich reagiere und nur wenn ich „scheisse gebaut“ habe überprüfe ich.

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      1. „Ich sicherlich nicht. Ich reagiere und nur wenn ich „scheisse gebaut“ habe überprüfe ich.“

        Und woher weißt Du, daß das nicht die beste Deiner Möglichkeiten aktuell darstellt?

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