Heute bin ich Blumenverkäuferin

„“Heute bin ich Blumenverkäuferin“…

Wäre ein schöner Blogtitel“ – schrieb ich dir gestern.

Heute bin ich Blumenverkäuferin,

eine wie Martin Greif sie beschreibt:

Die schöne Blumenverkäuferin

 

Am Marktplatz bei der Ecke

Da hab‘ ich niemals Eil‘,

Da sitzt ein schönes Mägdlein

Und bietet Blumen feil.

 

Im Frühjahr waren’s Veilchen,

Jetzt Maienglöcklein fein,

Im  Sommer werden’s Rosen,

Im Herbste Nelken sein.

 

So nehm‘ ich jeden Morgen

Ein frisches Sträußlein mit,

Doch wann es Winter worden —

O weh, dran dacht‘ ich nit!

…

Jemand eine Ahnung was es „das HÄSSLICHE Kind“ an Überwindung kostet zu sagen es sei „die SCHÖNE Blumenverkäuferin“…

In Gedanken bin ich jetzt bei Eliza in My Fair Lady.

Higgins glaubt, dass der Mensch sich nicht über die Herkunft, sondern seine Sprache definiere; selbst ein Blumenmädchen… könne ihren Stand verbessern und eine anerkannte Dame sein… sofern sie richtiges Englisch spräche.

Ich glaube, dass der Mensch sich nicht über die Herkunft – in meinem aktuellen Fall, die Mutter, sondern über seine „Sprache“ neu definieren kann.

Sofern ich die richtige „Sprache“ spreche, die richtigen Gedanken und Worte finde wird es mir gelingen mich über die Sprache von der Konditionierung zu befreien.

Ich will daran glauben.

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20 Kommentare zu „Heute bin ich Blumenverkäuferin

  1. erstens bist du mehrsprachig,was nicht viele von sich behaupten können.
    zweitens würde ich bei dir sofort blumen kaufen um sie dir danach zu schenken.
    vielleicht brennnessel,falls das blumen sind?
    :>>
    drittens…
    hm…
    bleib einfach so,wie du bist.
    hübsch,klug und einfach ein toller mensch und uns eine gute freundin.

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  2. …da Denken und Worte so eng zusammen hängen….ich glaube wir haben wenig Ahnung davon, wie eng. Ich vermute, dass Du damit richtig liegst. Wie sonst könnte ich die Bücher meiner Kindheit als meine wesentlichen Erzieher empfinden.
    Sag mal, hast Du als Kind gelesen?
    Ich habe sehr viel davon gelesen und in Filmen gesehen, dass Kinder aus unglücklichen oder ungünstigen Familienverhältnissen den Ausstieg daraus geschafft haben, oder eben nicht unterzugehen, wenn sie sich viel mit Büchern beschäftigen konnten.

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    1. Denken und Worte sind ganz eng mit einander verwebt, wie sonst würde Gehirnwäsche/Konditionierung sonst funktionnieren? Wir denken ja auch in Worten.

      Ich habe immer alles gelesen was mir unter die Finger gekommen ist, lange beschränkte sich das aber auf Verpackungen oder Warnhinweise auf irgendwelche Sprühdosen. Erst spät, so mit 10-11 hatte ich Zugang zu Büchern. Als Erzieher würde ich sie nicht bezeichnen, aber sie haben mein „Lebensbild“ geprägt.

      Mir wird bewusst dass ich mich mal ausgiebig mit dem Thema befassen sollte, denn auch da sind Korrekturen von nöten – danke

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  3. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ habe ich mal irgendwo gehört und seitdem gestehe ich anderen Personen zu, meine „Sicht“ nicht zu teilen – im Umkehrschluss bin ich natürlich auch nicht bereit, alles „schön“ zu finden, was mir als solches präsentiert wird.

    Die Schönheit eines Menschen zeigt sich nicht nur in Äußerlichkeiten, sondern auch in seinem Wesen und vielleicht seiner Sprache ….

    Deine Fähigkeit mit Worten in vielen Sprachen umzugehen ist ein beeindruckender Teil von dir …, ich sehe jedoch keine Notwendigkeit, dich über sie neu zu definieren.

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    1. Lächle

      Dieser Blog ist ein Teil einer Serie.

      Kurzfassung für Späteinsteiger:
      – Ich möchte mir ausreden was mir als Kind an negativem eingeredet worden ist.
      – Es braucht ein bewusst werden, ein Niederschreiben und ein erstes Handeln damit es sich für immer ändert.
      und hier
      – Sofern ich die richtige „Sprache“ spreche, (damit meine ich) die richtigen Gedanken und Worte finde wird es mir gelingen mich über die Sprache* (die Worte) von der Konditionierung zu befreien.
      *Der Begriff „Sprache“ wird hier in Anlehnung an Higgins These benutzt.

      So, jetzt laufen wir wieder synchron und du erkennst jetzt vielleicht meine Not mich neu zu definieren 🙂

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      1. So weit weg von dir und deinen Gedanken wie es schien, war ich gar nicht…. zumindest betrachte ich mich nicht als Späteinsteiger 😉

        Als eifrige Leserin deiner und einiger anderer Blogs hier, verfolge ich mit Interesse (auch) deine Veränderungen. Sie geben mir Anlass, mein Bild von dir ständig retuschieren … das ist eigentlich genau das Gegenteil davon, jemanden klar definiert betrachten zu können und zu wissen, wen man vor sich hat.

        Ich versuch’s mal anders: Vor einigen Jahren versuchte jemand, mein Selbstbewusstsein zu manipulieren, indem er mich darauf hinwies, dass ich dazu neige, mich ständig für das was ich tue oder denke, zu rechtfertigen oder zu entschuldigen (= mich „klein“ zu machen). Es ist ihm gelungen, mir diese Konditionierung bewusst zu machen, aber sie ist ein Teil von mir! Wenn ich mich heute dabei erwische, lache ich über mich selbst … nur verändert habe ich mich nicht 😉

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  4. Wenn jemand mir sagt wie mein Handeln bei ihm ankommt sehe ich darin einen Hinweis, wenn der Mensch mir wohlgesonnen ist, einen lieben Hinweiss. Den Versuch mein Selbstvewusstsein zu manipulieren sehe ich dort wo ich aufgefordert/bewegt werde mich gegen meinen Willen zu verändern.

    In deinem Fall scheint der „Manipulator“ etwas existentes angesprochen zu haben, du hast eine Konditionierung bei dir wahr genommen, als Teil von dir und somit auch für dich gut geheissen und angenommen. (Einen Manipulator würde ich dort sehen wo der Mensch deine Entscheidung so damit um zu gehen nicht annimmt und versucht dich zu ändern)

    Du fügst hinzu „nur verändert habe ich mich nicht“, und weil du es nicht getan hast schriebst du mir „ich sehe jedoch keine Notwendigkeit, dich über sie neu zu definieren“ – habe ich dich jetzt verstanden?

    Wenn du eine Konditionierung als Teil von dir akzeptierst und dich für dich entscheidest dass es gut so ist wie es ist, dann bedeutet es noch lange nicht dass ich lebensbehindernde Konditionierungen, es geht nicht um kleinigkeiten, in meinem Leben für mich annehmen muss. Mir ist es wichtig diese Behinderungen wo es mir gegeben ist auf zu heben.

    ps:
    „jemanden klar definiert betrachten zu können und zu wissen, wen man vor sich hat.“ – ist das nicht immer nur eine Momentaufnahme wenn wir es mit Menschen zu tun haben, zumindest wenn diese nicht Entwicklungs resistent sind?

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    1. „Wenn jemand mir sagt ….“

      In meinem Fall ging es eben wirklich nur darum, mein „Selbstbewusstsein zu manipulieren“, was ich ohne Einschränkung positiv aufgefasst habe. Es ging nicht darum, mein Verhalten zu beeinflussen, sondern meine Gedanken. Insoweit war es ein gelungener Versuch durch viele kleine Hinweise.

      „Du fügst hinzu ….. “

      Nein, die beiden Kommentar“fragmente“ passen nicht zueinander. Dass (bezogen auf mich) Worte zwar Verhalten bewusst machen, aber mich nicht verändern, hat nichts damit zu tun, dass ich (bezogen auf dich) keine Notwendigkeit sah, dich über Sprache „neu zu definieren“. Hier habe ich aber inzwischen erkannt, dass ich den Begriff Sprache „zu eng“ verstanden hatte.

      „Wenn du eine Konditionierung als Teil von dir akzeptierst …“

      Ohne die Bedeutung dieser Konditionierung für dich bewerten zu können, wollte ich dennoch versuchen, dir eine andere Form der Reaktion nahezubringen, um Konditionierungsversuche von Dritten abprallen zu lassen…. für mich ist dies auch die Akzeptanz der eigenen „vermeintlichen“ Unzulänglichkeiten.

      „ps:
      „jemanden klar definiert betrachten zu können und zu wissen, wen man vor sich hat.“ – ist das nicht immer nur eine Momentaufnahme wenn wir es mit Menschen zu tun haben, zumindest wenn diese nicht Entwicklungs resistent sind?“

      Schwierig! Natürlich möchte ich weder dich noch andere Menschen daran hindern, sich zu entwickeln, nur weil sie mir dadurch „vertrauter“ erscheinen; unter „neu definiert“ verstehe hingegen eine Reform ihrer Persönlichkeit, die sie für mich verfremdet.

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      1. *nachdenk

        Ich nehme jetzt mal uns beide.
        Irgendwann hattest du ein Bild von mir. Und ich habe mich entwickelt/verändert/neu definiert. Diese Dinge habe aber ICH mit MIR getan, also kann ich nicht „ganz anders“ geworden sein.

        Du hast miterlebt wie ich negatives aufarbeiten oder ablegen konnte.

        Ich empfinde mich als noch immer die gleiche, nur etwas freier, fröhlicher, mutiger, geduldiger, lebensbejahender, glücklicher.

        Neu definieren als Reform der Persönlichkeit? Nein, denke ich nicht. Hätte es früher eine Definition von Bisou gegeben, hätten dort all die negativen Dinge drin gestanden die die Mutter mir eingeredet hatte und deren indirekte Folgen wie Panik Attaken oder Agoraphobie. Wenn ich mich heute definiere (also „neu) versuche ich von dem von der Mutter gezeichneten Bild der hässlichen, nicht liebenswerten, dummen etc. weg zu kommen, definiere mich nicht mehr über meine Krankheit sondern über erreichtes.

        Denke es ist oft nur eine Frage des Wortschatzes, wir benutzen die gleichen Worte und meinen unterschiedliches. Wenn es uns gelingt einanders Worte zu verstehen ist es gar nicht mehr so schwierig oder?

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