Der Königin neue Kleider

„Eure Majestät, hier ist ihr Kleid!“ hatte er gesagt, „So leicht wie Spinnwebe, warm wie die Sonne auf der Haut. Man könnte glauben, man habe nichts auf dem Körper, aber das ist gerade die Schönheit dabei!“

 

Die Königin von Lilliput war zutiefst erschreckt, denn sie spürte, dass sie wohl nackt sein musste.

 

„Nun“, hatte sie bei sich gedacht, „es ist geschehen und ich muss jetzt Haltung und Würde bewahren.“

 

So ging die Königin dann.  Sich drehend.  Den Weg gehend. Schritte, viele Schritte lang alleine, nur ihre Haut tragend. Jedem Blick, jedem Augenpaar sich zeigend.

 

…

 

Die Tür fällt hinter dem Kurier ins Schloss.
Sie bricht das ihr so vertraute Siegel, faltet den Brief auf und ließt:

 

„Wie stolz ihr mich gemacht habt an diesem Tag, auf diesem Weg.“

 

Gezeichnet: Louis

 

 

(Dieses Produkt enthällt Spuren von Hans Christian Andersen) 

10 Kommentare zu „Der Königin neue Kleider

  1. Kein Stolz ist es, was da von ihr getragen wird, es ist Bewusstsein! SELBSTBEWUSSTSEIN.

    Und Louis ist es, der, zu Recht, den Stolz für sich empfindet.

    Zeigt sie ihm doch, wie sehr Sie sich, durch ihn, und trotz des Schrecken, jetzt ihrer selbst bewusst ist.
    Ihrer selbst,
    …und der Schönheit ihres Kleides noch dazu.

    Und den Stolz,
    …den Stolz löst dies bei ihm dann aus:

    Das sie ihn TROTZDEM ihren Louis sein lässt…

    (gez.:
    untertänigst, der…
    …der gern ihr Hofnarr wär´)

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  2. Bow, wie sieht das denn aus?
    „der Blogautor hat diesen kommentar…“

    Nein, inhaltlich habe ich nichts verändert, Carlder hatte mich nur gebeten das Fehlerteufelchen zu vertreiben.

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