Berührung? Ja – Verletzung? Nein

Ich schreibe über erfahrene Verletzung und R schenkt mir „Du bist und bleibst berührbar, Mensch, der du bist. Gut so“. 
„Ja, klar, normal“, ist der erste Gedanke und ich like seine Worte.  Dennoch sind sie mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

Mich hatte viele lange Monate nichts verletzt, seit Jahren kaum noch etwas… war ich da nicht menschlich? 

Ja, ich hinterfrage mich immer wieder und bin dankbar für jedes Anschubsen dazu.

Ja, ich bin und bleibe berührbar, aber ich möchte es auf positivem Wege sein.  Wenn ich selber in von Liebe getragenen Gedanken bleibe, wenn es mir gelingt meinem Gegenüber damit zu begegnen, dann erfahre ich ihn nicht als verletzend.  Es berührt mich noch, aber ohne in mir Schmerz zu wecken.  Dann ist die Frage ob ich etwas für den anderen oder für die Beziehung zu ihm tun kann.  Wenn nein, lasse ich es gut sein wie es ist, wenn ja, tue ich das meine.

Ja, ich bin und bleibe berührbar, aber es liegt in meiner Hand, in meinem Umgang mit dem Anderen/dem Geschehenen, wie es mich berührt.

9 Kommentare zu „Berührung? Ja – Verletzung? Nein

  1. das empfinde ich anders, also deinen letzten satz, wo du schreibst: ich bestimme, wie mich etwas berührt. mein empfinden: je nachdem um was es sich handelt, berührt es, ohne irgendwas zu fragen, wie z.b. ob ich damit einverstanden bin und durch welche tür es reinkommen kann – es fragt deshalb nicht, weil es schon da/drin (im fühlen) ist. hier seien als beispiele genannt: die sogenannten „schicksalsschläge“ (schlimmes wort, stelle ich gerade fest), wunden, durch unfälle, aber auch anderes was mit „plötzlichkeit“ und „wucht“ zu tun hat.
    dass du eine zeitlang dich als unberührbar empfunden hast, mag z.b. daran gelegen haben, dass du noch „überwältigt“ oder „geflutet“ von etwas anderem warst, dass dich vermutlich nicht positiv berührt und vielleicht auch frustriert oder emotional heftig getroffen hat. dann ist es ein schutz der seele, dass sie sich eine zeitlang abschottet. ein mensch und menschlich bist du dennoch.

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    1. Wo du von „Schicksalsschlägen, Unfällen, Plötzlichkeit und Wucht“ sprichst bin ich ganz bei dir. In einem ersten Schritt trifft es, schmerzt, aber dieses Gefühl setzt sich nicht fest, weil es dafür „in Liebe“ keinen Boden gibt in dem es wurzeln könnte.

      Ich habe mich nicht „unberührbar“ empfunden, sondern in Liebe berührt.

      Deine Mutmassungen nicht mehr zu. Mein Leben, meine Lektionen, meine Schicksalsschläge haben mir gezeigt, dass es jetzt den oben genannten Weg für mich gibt.

      Danke für die viele Zeit die du mir in deinem Kommentar geschenkt hast :*

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  2. Dein letzter Satz – du hast keine Wahl. Wenn dich jemand trifft, mit seinen Worten/Taten, dann ist es so, wie es ist. Manchmal eben auch schmerzhaft. Klar vermeidet Mensch mit der Zeit Situationen, die Schmerz erregen können. Das Empfinden jedoch bleibt. Bewahre dir deine Empfindsamkeit, auch, wenn sie ein Seil mit zwei Enden ist.

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