11. Türchen (2020) oder von Vater, Mutter, Kind

Liebes Du,

Hinter einem Türchen von 2017 finde ich: „Es wäre wichtig mich mit meinen Geschwistern an einen Tisch zu setzen und zusammenzulegen was wir an Auffälligkeiten bei unseren Eltern erleben. Aufzuschreiben was in diesem oder jenem Fall zu tun ist, ein Leitfaden für die Kümmerer. Ich schiebe die Anrufe jetzt schon seit Wochen vor mich her, Zeit es anzugehen.“

Es ist nicht dazu gekommen und ich selber werde auch nicht die Initiative ergreifen.  (Keine Ahnung was ich mir vor drei Jahren bei dem Vorsatz gedacht hatte)

Mit meiner jüngeren Schwester tausche ich mich regelmäßig aus was die Eltern betrifft.  Der älteste, mein Bruder, trägt mit über 60 noch immer pubertäre Machtspielchen mit ihnen aus und die Ihm folgende Schwester denkt sie könne von der Hauptstadt aus alle anderen, Eltern einschließlich, manipulieren – ein Spiel dem ich mich verweigere.

Hier und da bekomme ich Dinge über meine Eltern zugetragen.  Die Mutter will meine Lösungen nicht, sie klagt lieber – da hat sich nichts geändert.  Ich biete meine Hilfe an, sie verweigert diese und gut ist.  Berühren tut mich nur noch was meinen Papa betrifft und da handle ich auch.  Dazu braucht es keine Absprachen mit den Geschwister.  Ob Hecken scheren, TV einkauf oder verhindern, dass Mutter und älteste Tochter ihn (90) aus ästhetischen Gründen, (in einem Jahr wo niemand ins Krankenhaus geht der nicht muss), zu einer OP zwingen, die er mit sehr verständlichen Gründen verweigert.

Papa ist im letzten Jahr sehr gealtert.  Er hat überhaupt keine Kraft mehr.  Er geht mit winzigen Trippelschrittchen, außer Haus nur noch mit Stock.  Treppen bringen ihn aus dem Gleichgewicht, da braucht er einen Arm zum halten. 

Bis auf Arzttermine waren es nur kurze Besuche, ich immer draußen mit Maske, nur wenn eine Hilfe gebraucht wurde kurz im Haus.  Ich vermisse es Papa in die Arme zu schließen. 

3 Kommentare zu „11. Türchen (2020) oder von Vater, Mutter, Kind

  1. Ach Bisou….. mein Papa (84), lebt seit 2 Jahren in einem Altenheim, da er alleine nicht mehr zurecht kam und seit einiger Zeit auch an Alzheimer erkrankt ist.
    Es ist ein Trauerspiel! Schlimm es mit anzusehen, wenn die Eltern alt werden und dann auch noch verlernen zu denken, zu sprechen und Hilfe bei allen Dingen benötigen.
    Ich muss jedes Mal weinen, wenn ich das Heim verlasse, es macht mich traurig wenn ich sehe, wie er alles verliert, selbst seine Erinnerung an mich.
    Wenn man bedenkt, was er früher alles getan und geleistet hat…. bricht es einem das Herz.

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