9. Türchen (2020) oder wenn „alleine sein“ sich dann doch anders anfühlt

Liebes Du,

2013 gab es ein Türchen zum „Alleine sein“.  „Ich bin gerne alleine… Sehr klein konnte ich schon gut alleine sein, vermutlich weil es mir damals Friede und Unversehrtheit garantierte. Eine ganze Weile denke ich jetzt schon darüber nach wann bzw. ob ich mich je einsam gefühlt habe und mir will nichts einfallen…“

2020 – Im März schließt alles was nicht Lebensmittel, Apotheke oder Zeitung ist, also auch unser Büro.  Wer kann, muss von zu hause aus arbeiten, zwei von uns arbeiten weiter im Betrieb, zeitgleich dürfen wir dies aber nicht tun.  Drei Monate arbeite ich also alleine und hinter verschlossener Tür und zum ersten mal erfahre ich das „alleine sein“ als unangenehm.  Kein Mensch in diesen sonst so lebendigen Räumen.  Erlebe ich es so intensiv weil es so gar nicht zum Ort passt?  Hat die verschlossene Tür mit meinem Empfinden zu tun?  Die lehrgefegten Straßen? Der verwaiste Marktplatz? Weil alles gerade so fremd ist? 

Es war unangenehm aber nicht belastend.  (Gut zu wissen)  Ich habe mir Strategien erarbeitet um besser damit umgehen zu können: in verschiedenen Räumen tätig sein, oft die Aufgabe wechseln, soviel körperliche Bewegung wie möglich.

Als Ende Oktober der Sicherheitsrat erneute Schließungen bekannt gegeben hat, war ich froh, dass wir nicht dabei waren.  Es sind zur Zeit kaum Gäste da, aber die Tür ist offen und ein/zweimal in der Woche sehe ich meine Kolleginnen. 

Gute Nacht,
Deine Bisou

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