2. Türchen (2020) oder von Atempausen

Liebes Du,

der Reader als Quelle scheint zu klappen. Frauholle hat als Titel ein Datum, bediene mich in den ersten Worten und da spricht mich „Atempause“ an. Ein passendes Wort für 2020.

Im Frühjahr steht alles still, eine Atempause für unsere Erde.
Mir bleibt die Luft weg beim Durchsehen der ersten, strengen Maßnahmen.
Da sind dann die Bekannten deren Pause nicht wieder aufhört.
Das auferlegte Alleinsein ist mir Atempause.
Nach dem ersten Arbeitstag mit Maske, werfen wir die Stundenpläne um – glaubten da noch es brauche Pausen zum Atmen.
Da sind die lieben bekannten deren Zwangspause sich zieht, die noch immer bei jeder Kleinigkeit außer Atem sind.
Die Tage an der Küste die mir Atempause waren.
Mein bewusstes Unterbrechen von eskalierenden Situationen (neu), damit beide durchatmen können.

Dieses Durchatmen, diese Atempause im buchstäblichen Sinn, ist mir die wichtigste beim Jahresrückblick. Ein mir ganz lieber Mensch geht durch eine schwierige Zeit. Sein Blick auf die Dinge und Menschen ist gerade nicht realistisch, er greift an, hebt die Stimme, reagiert trotzig, schreit. Ich kann ihm nicht aus dem Weg gehen, lasse es aber nicht eskalieren. Ich habe gelernt „Stopp“ zu sagen oder den Raum zu verlassen, mit dem Hinweis, dass wir weiter reden können wenn ich/wir es wieder gelassener angehen können.Ich brauche nicht mehr für jeden der sturmerprobte Fels in der Brandung zu sein, mein Gegenüber darf sich an mir reiben, dann wenn ich die Kraft dazu habe. Wenn ich drohe dabei zu zerbröseln, gehe ich einen Schritt zurück – meine „Atempause 2020“

Vielleicht war dir das Lesen hier Atempause,
Deine Bisou

3 Kommentare zu „2. Türchen (2020) oder von Atempausen

  1. Das ist der Vorteil wenn man etwas älter ist.
    Denn: bei vielen Dingen, bei denen ich früher in die Luft gegangen wäre, schüttele ich heute nur noch gelassen den Kopf und ziehe meines Weges.
    Oder wenn ich merke, jemand anderes wird lauter um sich mehr Gehör zu verschaffen, oder gar aggressiv, den lasse ich stehen. Meistens lächele ich noch freundlich und in allen Fällen sage ich „okay. Du hast Recht und ich meine Ruhe“
    Meine Mutter pflegt dann stets zu sagen, dass die Leute mich dann wohl für bekloppt halten, dann antworte ich, sollen die doch. Aber ich schone meine Nerven und meinen inneren Seelenfrieden. Ich fahre damit seit Jahren sehr gut für mich.
    In einer großen und turbulenten Familie sind das meine Atempausen.

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