10. Türchen (2019) oder von Vernunft und Unvernunft

Liebes Du,

gestern staunte ich nicht schlecht, als ich beim Ruhrkopf Annette die Frage gelesen habe wann ich zum letzten Mal „unvernünftig“ war, wann ich etwas getan hätte was ich mir sonst nicht erlauben würde und dies in Verbindung mit Spaß.

Ich staunte nicht ob der Frage, sondern wegen meiner Reaktion dazu. Ich habe ihren Link zur Erklärung des Wortes „Vernunft“ tatsächlich angeklickt und war hinterher nicht schlauer. Dabei hatte ich doch mal so genau gewusst was vernünftig ist und was nicht. Als ich noch co-krank war, als ich der Mutter noch um jeden Preis gefallen wollte, von ihr gesehen werden wollte, da waren diese Worte von ihren Wünschen und Erwartungen unterfüttert und wenn es nicht um sie ging, ging es darum was „man“ tut, was andere dann denken würden. Vernunft hatte mit Anpassung zu tun.

Unvernunft war das, was die Mutter nicht erfahren durfte, eine Heimlichkeit und ja, es war mit Spaß verbunden. Spaß und Freude waren die Beweggründe zur Unvernunft. Das Leben war schön wenn ich mich nicht anpasste, wenn ich es wagte für kurze Zeit die Zwangsjacke abzulegen.

Heute ist es ganz anders, etwas Unvernünftiges tun wäre etwas tun was mir schadet, also bleibe ich doch bei der Vernunft.

Nur, die Vernunft von heute ist die Unvernunft von damals…

Ich wünsche dir eine Zeit voller Freude, wo auch immer Du sie findest,
deine Bisou

4 Kommentare zu „10. Türchen (2019) oder von Vernunft und Unvernunft

  1. Vernunft, Verstand, Ration wird gemeinhin völlig überschätzt. Impulse entstehen nicht im logischen, analytischen Denken – das ist bestenfalls ein Ratgeber. Entscheidungen fällt die „Vernunft“ ebenso wenig, falls doch, dann mit Bezug auf den Kontostand, und selbst dort lassen viele Menschen Fünfe gerade sein.

    Am Anfang steht immer ein Gefühl, irgendwo im Bauch …

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  2. Ich lese und staune. Ich bin nicht allein. Andere haben es auch erlebt. Ich habe das, was ich bei meinen Eltern gelernt habe, in der Ehe fortgesetzt und es nicht bemerkt. Erst jetzt, Jahre nach der Scheidung, seinem Tod, einer Familienaufstellung und Gesprächen mit meinen Söhnen erkenne ich die ganze Tragweite. Ich bin nicht stolz auf das Gewesene. Ich bin stolz darauf, mich der Auseinandersetzung zu stellen und Veränderungen möglich zu machen. Ja, heute kann ich voll und ganz unterschreiben: die Vernunft von heute ist die Unvernunft von damals! Danke für Dein zehntes Türchen, wenn auch etwas verspätet von mir geöffnet! Regine

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