2. Türchen (2019) oder von verlorener Angst

Liebes Du,

Das Thema für heute fand ich am Mittag im ersten bei Reiner gelesenen Beitrag, es ging um Angst.

Angst: fast ein halbes Jahrhundert war sie mir Lebensthema, wuchs sich zur Phobie mit Panikattacken aus. Für Angst war ich Fachfrau.

Als ich am morgen den Beitrag gelesen hatte, überlegte ich wann ich zuletzt Angst gehabt habe. Also nicht die Angst ob ich Ast und Motorsäge so halten kann, dass mir der eine nicht um die Ohren fliegt und die andere ins Bein – das sind “praktische” Ängste die zur Vorsicht, zum Nachdenken aufrufen. Ich meine diese Angst die eigentlich gar keinen berechtigten Platz in meinem Leben hat, diese herunterziehende, kleinmachende Angst. Mir will gerade nicht einfallen wann ich das letzte Mal diese Art Ängste gelebt habe.

Wann sie aufgehört haben? Es waren wohl 100 Lektionen in 1000 kleinen Schritten, rückblickend darauf schauend, haben sie dort aufgehört wo mir bewusst wurde, dass ich nichts tun kann, nichts tun brauche, dass ich einfach sein darf. Sein darf wie ich bin, ohne jeden Perfektionsanspruch an mich selber, wissend, dass, was auch immer kommt, so ich es annehmen kann, es mein Lernen und Wachsen fördert.

Angst ist wie Sorge, ein mich negatives beeinflussendes Gefühl, geboren aus einer Hypothese. Ich lasse mir meine Lebensfreude am heutigen Tag nicht mehr von einem zukünftigen „was wäre wenn“ nehmen.

Du meinst: „Ja, aber wenn es dann doch eintrifft?“, dann ging es mir bis dahin gut. Nichts hat mich dann im Vorfeld klein gemacht, eingeschüchtert und ich kann was da kommt annehmen.

Ich wünsche dir einen klaren Blick auf deine Ängste
Bisou

2 Kommentare zu „2. Türchen (2019) oder von verlorener Angst

  1. Meine Angst ist noch nicht so ganz verschwunden, sie hat aber an Macht verloren. Manchmal probiert sie es noch, mich im Haus zu halten, wenn ich unter Menschen will. Ich übergehe die Symptome, die mir vorgaukeln krank zu sein und gehe trotzdem raus. Dann verschwindet das Unwohlsein und alles ist ganz wunderbar. Vor ein paar Wochen habe ich allerdings nicht bemerkt, dass ich tatsächlich krank war. Auch irgendwie blöd.

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