Was wolltest Du dich schon immer einmal trauen?

Schon immer mal, ich darf also weit ausholen.

Als Kind, habe ich mir immer den Mut gewünscht zurückzuschlagen. Ich traute mich nicht einmal das Wegducken, das vervielfachte nur ihre Wut. Vermutlich hat sich irgendwann ein „man schlägt seine Mutter nicht“ in meinem Kopf durchgesetzt, ich kann nicht sagen wann der Wunsch weg war.

In den Jahren, in denen ich an Agoraphobie gelitten habe, habe ich mir von vielem gewünscht es mich zu trauen, aber die Ängste und Panikattacken dominierten alles.

Heute sind die Ängste weg. Was würde ich mich gerne trauen? Seit gestern geht mir diese Frage durch den Kopf und wenn ich hier ausgeholt habe, dann weil ich noch keine Antwort hatte.

In einem Moment der Stille habe ich gerade die Antwort gefunden: gerne möchte ich mich trauen meinen Sohn (der so ganz und gar nicht taktil ist) öfter zu berühren.

6 Kommentare zu „Was wolltest Du dich schon immer einmal trauen?

  1. Sich nicht weg ducken. Zeitsprung… Stehen bleiben und warten, bis der andere sich an mir abgerieben hat – so ähnlich waren deine Worte (Widerstand). Erkennst Du einen Zusammenhang ?

    Es ist schwer, liebe Bisou. Auch ich litt als Kind an einer Angststörung und die Auswirkungen davon spüre ich als „Residuum“ noch heute. Allein das Leben geht weiter und mit ihm das lernen. So durfte ich lernen, mit und/oder trotz Angst das rechte zu tun. Mit Erfolg, was sich gut anfühlt. Heraus aus der Passivität, aktiv Widerstand bieten, dort, wo nötig. Wo Menschen stumpf über meine Grenzen rennen (wollen) Nein zu sagen, wenn mir handfeste Nachteile drohen.

    (Auch) Nein zu sagen, wenn es um das Wohl (m)eines Kindes geht.
    Manchmal auch zu mir selbst.
    Übergeordnete Prinzipien, losgelöst vom Ego …

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    1. Oh ja, Widerstand als Kind, soviel, so oft. War bei dem Thema schreiben in der Gegenwart geblieben.

      „Nein“ sagen… nachdenk, habe ich, seit ich es kann, nur als Selbstschutz gesehen…

      Dem Kind Widerstand bieten, klar, ihm dadurch, Halt, Grenze, Stütze sein…

      Ist „nein sagen“ schon mehr als einfach stehen bleiben? Ich sehe es lediglich als Standpunktformulierung… ist das schon aktiver Widerstand? Dann waren unsere Unterschiede, lediglich unterschiedliche Formulierungen….

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      1. Aktiver Widerstand kann und muss manchmal auch eine direkte, konsequente Folge auf ein Nein sein. So wäre ich ein um das andere Mal böse übervorteilt worden, beruflich, hätte ich mich nicht gerührt. So würde mein Sohn seinen Vater heute nur dem Namen nach kennen, hätten damals auf das Nein nicht Taten gefolgt. Und – manchmal eine der schwersten Übungen – das Nein zu mir selbst. Das mich oft genug vor Verstrickungen jeglicher Art geschützt hat.

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