19. Türchen (2018) oder von Ordnung, Kisten, Tradition und Liebe

Liebes Du,

es ist spät geworden heute, ich war noch bei meinen Eltern. Es fühlt sich mittlerweile so leicht an. Um im Bild von gestern zu bleiben: die Mutter Kiste ist auf normal Größe geschrumpft.

Wie es nach der Freistellung weitergegangen ist? Sie hat einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommen und mich, wie gehabt, außen vor gelassen. Was aber ganz neu ist, als eine Nachbarin meinte ich könne sie ins KH fahren, hat meine Mutter geantwortet: „Die will ich nicht“. Es ist meines Wissens das erste Mal, dass sie ähnliches zugibt. Tja, wenn das Gedächtnis nachlässt, outet sich so mancher unfreiwillig. Und wer so redet kann irgendwann seine Opferrolle nicht aufrechterhalten. *Schmunzle.

Heute war mein „Weihnachtsbesuch“. Ganz in ihrer Tradition, hat sie sich zu dieser Gelegenheit viel Mühe gegeben mich zu provozieren und zu verletzen. Vergebens, ich schaue sie an und sehe nur noch eine alte, verbitterte Frau. Sie kann mir nichts mehr tun. Wir werden uns, auf dem von ihr vorgegebenen Niveau, nicht mehr begegnen.

Und Papa? Ich folgte gerade meinem Gedanken von Gestern und sah die Papa Kiste und die Mama Kiste gleich groß. Ich spürte wie sich in mir etwas dagegen sträubte und habe in Gedanken ein Herz auf die eine gemalt. So können sie stehen. *Lächle

Finde du, hinter deinem Türchen, einen Gedanken der dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert

8 Kommentare zu „19. Türchen (2018) oder von Ordnung, Kisten, Tradition und Liebe

  1. Die größte Schwierigkeit ist es, den Groll loszulassen. Mir nützen all die ganzen Sprüche manchmal einen Scheiß, wenn es hoch kocht. Dass sie noch nicht einmal an ihrem Enkel versucht haben, es anders oder vielleicht sogar besser zu machen. Sarkastisch könnte ich meinen, sie seien sich selbst treu geblieben …

    Tun, was getan werden muss.
    Das mache ich. Nicht mehr.
    Es kommt mir manchmal so vor, als wäre es ein Job …
    Liebe geht anders …

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    1. Ehe ich es besser wusste, nannte ich manches sarkastisch, was ich nicht wahr haben wollte.
      Mir hat das Wissen geholfen, dass jeder, jederzeit sein Bestes tut (egal wie besch.eiden das ist), und sie konnten auch beim Enkel später nicht besser – sie sind wie sie sind… sich selber treu 😉

      Es wäre für uns Kinder um so vieles einfacher wenn teilamputierte Herzen sichtbar wären…

      Im 4. Gebot steht nix von Liebe 😉

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  2. ich kann es immer kaum glauben, dass sich Eltern und ihre Kinder und Enkel so innerlich fremd sind. Dann frage ich mich immer, was hat dieses ausgelöst?
    Kommt ein Kind zur Welt, liebt man es doch vom ersten Augenblick an (in der Regel). Was ändert sich im Laufe der Jahre bei manchen Eltern?

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    1. Ich glaube, dass Kinder der Liebe eher selten sind, ohne von meinem Leben auf das der anderen schließen zu wollen. In der Selbsthilfe, in der ich aktiv bin, höre ich so oft von „dysfunktionalen“ Familien mit kranken Beziehungsmustern.

      Selbst bin ich aus dem einfachen Grund gezeugt worden, um ein hübsches Bild abzurunden. Vater, Mutter, Kind. Klingt gut, letzteres gehört ja irgendwie dazu, zumindest Anfang der 60er Jahre noch. Mein Sohn ist gezeugt worden als letzter Versuch, eine Ehe zu retten, die schon längst verloren war. Auch das ist so selten nicht … was mich allerdings nicht daran hinderte, ihn lieb zu haben, wie er dann nun mal da war 😉

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      1. Fast war ich versucht zu denken, dass in Zeiten selbstbestimmten Gebärens nur noch geliebte Kinder das Licht der Welt erblicken die dann unbelastet ihren Weg antreten können… und dann sehe ich die Kinder die „Mini me“ genannt werden, „Prinzen und Prinzessinen“ und weiss, sie werden genau so schwer daran tragen wie wir am Gegenteil.
        Irgendwo sind unsere Lektionen immer verborgen

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    2. Stimmt was du schreibst, alles und ganz besonders, dass was du in Klammern gesetzt hast „in der Regel“
      Hier geht es um eine Mutter mit einer sehr ausgeprägten narzistischen persönlichkeitsstörung – sie kann nicht lieben, auch die Babys nicht. Es geht im Grunde bei allem nur um Macht über Manipulation.

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