Und gäbe es der Türchen mehr, was legt ich heut hinein?

Tränen

22. Dezember, bin mit dem Großen unterwegs. Seine Schwester bittet ihn telefonisch einige Weihnachtsgeschenke für sie zu besorgen, wohl wissend, dass ich sein Transportmittel bin. Mein Sohn beherrscht die Kunst der Neutralität und fragt mich ob ich einen Umweg fahren kann, sagt mir auch für wen und wozu.

Gefühle: aus – Kopf: an
Wozu sollte ich meine sehr knapp bemessenen Freizeit Kilometer für jemanden hergeben der seit vier Jahren keinen Kontakt zu mir möchte?
Werde ich für so gütig oder für so blöd gehalten?
Bastelt sie sich damit einen Grund für eine Kontaktaufnahme?
F möchte ihr gerne den Gefallen tun

„A weiß, dass ich fahre und fragt? Die traut sich was!“ … und wir fahren.

24. Dezember, die Kinder feiern Heiligabend bei ihrem Vater. A kommt ihren Bruder bei mir abholen, bei der Gelegenheit bekommt sie die besorgten Geschenke, sie bleibt im Auto sitzen.

Ich sehe die Scheinwerfer aus der Einfahrt herausfahren und mir laufen stille Tränen. Mir wird bewusst, dass ich wohl irgendwo in mir gehofft hatte mein Kind würde den Kopf zur Tür reinstecken, ein „Danke“ rufen oder gar ein Frohes Weihnachten wünschen.

Es gibt Abende, da ist das Loslassen ungemein schwieriger als an anderen.

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24 Kommentare zu „Und gäbe es der Türchen mehr, was legt ich heut hinein?

  1. Es macht mich zornig, dass sie dich so traurig macht. Auch, wenn es immer zwei sind … Es ist, wie es ist, liebe Bisou. Ich wäre auch gefahren nicht für Sie, sondern für Ihren Bruder. Mit der unterschwelligen Hoffnung auf Dialog, ja.

    Eines Tages wird dein Federchen verstehen. Dir wünsche ich von Herzen, dass Du daran teilhaben darfst. Für’s erste fühle dich gedrückt, herzlich.

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    1. Auch ich habe mich erstmal geärgert, über mich selber. Mein Wunschdenken stellt mir immer wieder Stolperkanten hin und ich erwische sie zielsicher. Vielleicht liegt es in der Natur der Mutter Kind Beziehung, dass es mir nicht gelingt sie ganz loszulassen.
      Und wo ich schonmal dabei war, habe ich über all meine Kinder geweint die nicht da sind. Tränen zulassen können hat auch was gutes, was reinigendes. Danach war alles wieder „gut“ (nicht schmerzend)
      Möge sie verstehen ehe sie selber Mutter wird, das ist mir wichtiger als daran teilhaben zu dürfen.
      Danke fürs Drücken

      … und für’s zweite? 😉

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      1. Vielleicht, weil ich mir nicht vorwerfen möchte, nicht alles in meiner Macht stehende getan zu haben. Dazu gehören auch solche kleinen Gelegenheiten. Für das Ergebnis bin ich nicht verantwortlich, sind wir nicht verantwortlich. Bin doch Vater – so wie Du Mutter.

        Lieben Gruß, am letzten Tag in 2017

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  2. Liebe Bisou,
    ich habe deinen Beitrag nun mehrmals gelesen und dabei einige Aspekte wahrgenommen, auf die ich hier gerne kurz eingehen möchte:

    zu Absatz 1: möglicherweise rein pragmatisch gedacht oder auch gar nicht…
    zu Absatz 2: Frage 1: aus Liebe – Frage 2: nein – Frage 3: nein, das ist wohl eher dein Wunsch….
    zu Absatz 3: hier kommt ganz deutlich deine Verbitterung/Ärger/Wut durch….
    zu Absatz 4: War doch klar, oder?
    zu Absatz 5: Wo Erwartungen nicht erfüllt werden, folgt eine große Enttäuschung…
    zu Absatz 6: das stimmt

    Wenn man keine Erwartungen hat, dann wird man auch nicht enttäuscht. Deine Sehnsucht, deine Wünsche werden hier einfach nicht berücksichtigt, ja, aber wie ist es dann wirklich, wenn sie vor dir steht, kannst du dann all den Frust aus unerfüllten Erwartungen einfach ablegen und ohne Vorwürfe sein, einfach nur umarmen?

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    1. Hallo Barbara, (oder wer auch immer sich hinter diesem ins Nichts führende Avatar verbirgt)

      Ich habe deinen Kommentar gelesen und stelle fest: du hast meinen Beitrag nach mehrfachem lesen, verstanden, wobei mir bei Frage 2 noch nicht ganz klar ist wie eine Entweder/Oder Frage mit „nein“ beantwortet werden kann.

      Ich stimme dir zu, meine Sehnsucht und Wünsche werden nicht berücksichtigt. Wo mehr als ein Mensch darin vorkommt, kann dies erst geschehen wenn die Sehnsüchte und Wünsche aller teilhabender sich verbinden.

      Zu deinen Fragen empfehle ich dir
      Kalender 2015 – Türchen 12 – Absätze 8 und 9
      Kalender 2015 – Türchen 15 – Absatz 6

      Das ist zwei Jahre her, ich bin in meinem Vertrauen gewachsen.

      Was auch immer deine Geschichte ist, du darfst vertrauen, du wirst umarmt werden

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      1. Liebe Bisou,
        ich bin die Barbara, die sich nicht mehr jeden Tag eine Frage stellt, sondern ab dem 2.1.18 einfach nur blogt – deshalb geht’s noch ins Leere…..

        Die Antwort auf Frage 2 könnte auch heißen: weder noch. Mein Nein steht für: nein, du wirst nicht für zu gütig und auch nicht für zu blöd gehalten!

        Ich werde mir die betreffenden Türchen im Kalender 2015 anschauen, danke.

        Danke.
        Ja, ich vertraue!

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      1. Liebe Bisou,
        für mich wirkte es, dass es in erster Linie dein Wunsch war, dass sie aussteigt, na weil es jetzt eine Gelegenheit gewesen wäre, sich zu begegnen, sich Respekt zu zollen. Weil es einfach nett ist, höflich ist, weil es sich so gehört oder so usw. Und es hätte freundlich und unverbindlich sein können….

        Aber die Tatsache, dass sie ihren Bruder bittet, für sie etwas zu besorgen, wohl wissend, dass du der Chauffeur bist, und auch wissend, dass du das alles mit bekommst, zeigt für mich nur, dass sie weit weg ist von „Respekt zollen“.

        Sie wollte die Geschenke, die ihr Bruder ihr besorgt. Du warst da nicht von Interesse.

        Sorry, klingt hart, aber bei mir kam das beim Lesen so rüber….

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        1. Um den Ausgang wissend ist gut schlau sein… Bei einem Fremden hätte ich auch „aus Vergangenem schlau“ anders entschieden.
          Der ganz unterschied: Ich war bei der Erziehung dabei und hoffe immer wieder, dass ein Körnchen den von mir Vorgelebten irgendwann in ihr keimt.
          Danke für die Unterhaltung, jetzt bin ich mir auf die Schliche gekommen 🙂

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          1. Liebe Bisou,
            ich glaube ganz fest an dein gesätes Körnchen und auch daran, dass es keimen wird.

            Ich selbst habe über Jahre keinen Kontakt mit meiner Mutter haben können, es war mit teilweise unerträglich. Ich wusste, dass es nur auf unbestimmte Zeit war, ich musste mich von ihren Besetzungen lösen, erst da konnte ich sie wieder neben mir haben.
            Sie ist eine gute Mutter und hatte es nicht verdient, dass ich sie ablehnte. Aber für mich war dieser Abstand wichtig, für meine Mutter unverständlich und schwer.

            Das mag bei Euch beiden ganz anders sein, aber auch hier ist das Ende noch nicht geschrieben!
            Ich wollte dich zu keiner Zeit desillusionieren.
            Alles braucht Zeit, auch sie und du!

            Herzliche Grüße von Barbara

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              1. Das eine mag traurig sein, das andere ist armselig

                Das eine hat eindeutig damit zu tun, dass sie meine Tochter ist
                Respekt und Höflichkeit ist eine Lebenseinstellung… gehört zu den Grundwerten die ich versucht habe meinen Kindern mitzugeben – hällt sie mir da mein Scheitern vor? Ist es das was weh tut? Weil sie dann so sehr recht hat mit ihrem „Ich bin eine P.(Nachnahmen ihrer Vaters)“, „Ich bin ein Papakind“… und weil das in meinen Augen nichts mehr zum stolz sein ist?
                Andere haben sich in der Hinsicht nie über sie beschwert, gilt also nur mir.
                Sie muss sich meiner Liebe schon sehr sicher sein um so zu handeln… und das… ist schön

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  3. Liebe Bisou, noch immer bin ich gar sprachlos über das Verhalten von A. Ich würde ihr so gerne einmal ein paar Takte erzählen und ihr klarmachen, dass man so nicht mit seiner Mutter umgeht.
    Sie benimmt sich egoistisch und kindisch. Ein beleidigtes Kind, dass weh tuen möchte. Und es auch tut.
    Auch mir tut es weh, kann mir sehr gut vorstellen, wie dir zu Mute (zumute?) ist. Und es tut mir leid.

    Wie du schon sagst, wenn sie erst mal selber Kinder hat….. ja, hoffentlich merkt sie dann schnell, wie sehr so etwas schmerzt.
    Eltern verzeihen im selben Moment des Schmerzes, Kinder suhlen sich anscheinend gern im Beleidigtsein.

    Ich musste meinem Ärger gerade Luft verschaffen, genauso denke ich nunmal.

    Ich wünsche dir ein gesundes neues Jahr, liebe Bisou. Und ich wünsche dir, dass es im kommenden Jahr zu einem klärenden Gespräch kommt – oder auch nicht. Einfach die Arme ausbreiten, wenn sie kommt, reicht schon. So ist das mit der Mutterliebe.

    Fühl dich umarmt.
    Suse

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    1. Lächle, das Fenster öffne und deinen Ärger heraus lasse.
      Sie tut wie jeder andere auch, das Beste zu dem sie gerade fähig ist.
      Ich möchte nicht, dass sie gleichen Schmerz kennenlernt, ich wünsche ihr ihre Lektionen zu lernen um ihn zu vermeiden.
      Auch dich umame

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    1. Ich wünsche sie möge nie verstehen was sie tut, denn es würde bedeuten, dass sie das gleiche mit ihrem Kind durchlebt – das kann ich keinem wünschen…

      Es tut gut zu lesen, dass du auch so gehandelt hättest – Danke fürs hier lassen

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