Über Minenfeldern Richtung Frieden

Klare Gedanken zu einem Thema fassen, etwas für mich erfahren, es für mich wissen, ist die eine Sache. Es verinnerlichen, es leben zu können eine andere und dazwischen liegen weite Felder.

Felder? Ja, in diesem Fall Minenfelder.

Projekt 2, ich bin bestohlen worden und habe beschlossen keine gerichtlichen Schritte einzuleiten. Bin auf der Suche nach meinem Frieden mit dem Diebstahl und dem Dieb.

Die Theorie war klar aber wie würde ich sie umsetzen können? Würde ich, wenn das Thema aufkommt spitze Bemerkungen unterlassen können? Würde ich darauf verzichten können es zum Thema zu machen wo die Gelegenheit sich bietet? Würde ich ihm begegnen können ohne ihn verbal anzugreifen?

Stelle Fragen und das Leben stellt dir ein Bein, sprich, das Leben schenkt dir die Gelegenheit Antworten heraus zu finden.

Situation I – Dialogfetzen:

„Ach, er war auf dem Fest seines Vaters, warst du auch eingeladen?“
„Nein, ich habe es finanziert“
„Oh, wie lieb von dir“

Mein Sohn, der mithörte, hat bei meiner Antwort die Augen verdreht und dennoch war ich stolz auf mich. Nicht auf den Wortlaut meiner Antwort sondern darauf, sie nicht bissig sondern mit Lächeln und Zwinkern gegeben zu haben… das ist die, für mich, gute Richtung

Situation II – Besuch

W war auf dem schon oben genannten Fest. Er kommt mich besuchen. Eigentlich die Gelegenheit in dem Teil Bekanntenkreis klar zu stellen mit wem sie es zu tun haben. Der Gedanke war da. Auch der Gedanke, dass es mir nichts Positives bringen könnte. Letzterer war entscheidend… so könnte Frieden aussehen

Situation III – Begegnung

Gestern, Eisdiele, ich bin drinnen, mein Auto steht aber nicht davor. Er kommt mit seiner Frau, sie wollen das neue Lokal von innen sehen, sehen dann mich da sitzen und bleiben im Türrahmen stehen. Ich nicke grüßend und sage „Hallo“, seine Frau tut das gleiche, er deutet ein nicken an. Die beiden machen kehrt, setzen sich draußen an einen Tisch. Oft habe ich mir in den letzten Monaten vorgestellt wie es sein würde bei einer solchen Gelegenheit an seinen Tisch zu treten und zu fragen wie es schmeckt wenn ich zahle. Gestern bin ich da gesessen und schmunzelte innerlich über deren schrecken mir dort zu begegnen obwohl mein Auto nicht dort stand. Wäre er mir näher gekommen, ich weiß nicht ob ich meinen Mund gehalten hätte, aber ich hatte keinerlei Bedürfnis nach draußen zu gehen ihm irgendwas zu sagen … so könnte es Frieden werden

Es war wohltuend mich bei der Begegnung nicht als „sein Opfer“ zu fühlen (es lohnt sich, an sich zu arbeiten). Ich bin jetzt nicht stolz darauf, aber es gehört dazu: ich fühlte mich ihm überlegen. Die Überlegenheit dessen der Richtig gehandelt hat dem gegenüber der im Fehler ist. Es war auch ein Hauch Mitleid dabei. Nein, kein mit leiden, sondern dieses Mitleid das Richtung Verachtung geht.
Überlegenheit und Verachtung möchte ich nicht behalten, sehe sie momentan als eine Art Krücken, Gehhilfen Richtung Frieden.

Weitere Situationen werden folgen, ich vertraue darauf mir treu bleiben zu können und meinen Frieden zu finden.

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14 Kommentare zu „Über Minenfeldern Richtung Frieden

  1. Nach deiner sorgfältigen Analyse wirst du die meisten Minen früh genug entdecken und dich für den richtigen Umgang damit entscheiden…vlt ist es auch mal unumgänglich eine davon gesteuert zu sprengen…aber so wirst du sicher den Feldrand erreichen

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  2. Sarkastische, ironische, oder auch zynische verbale Spitzen signalisieren keinen Frieden. auch nicht den Übergang dahin. Sie bereiten den Weg des Abgleitens, des Hinabsinkens deiner Wut, deiner Empörung. Dorthin, wo sie nicht mehr wahrzunehmen ist, tief in Dir. Um dort im Verborgenen ihr Unheil anrichten zu können.

    Stahl begleitet mich seit meinem 16ten Lebensjahr. Es gibt ihn in endlos vielen Legierungen, und eine jede hat besondere Eigenschaften. Die besten (abhängig vom Verwendungszweck) haben nicht nur eine hohe Härte, sondern auch eine hohe Zähigkeit. Weder brechen sie bei roher Gewalt, noch stumpft eine Klinge aus diesem Stahl zeitig ab.

    Unsere „Legierungen“ heißen Geduld, Ausdauer, Übung.
    Immer und immer wieder.

    Achte dich, Bisou.
    Grüße !

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    1. Ja, es war das sarkastisch, zynische welches ich fürchtete und es war dann einfach nur, weil die Vorlage es anbot ein Bon Mot. Ohne Groll.
      Oh, das war jetzt einmal und ich weiss, ich stehe unter Beobachtung, selbstbeobachtung – ich passe auch mich auf weil ich mich achte.
      Immer schön zu wissen, dass da jemand mit draufschaut.
      Danke dir 🙂

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    1. Euh, gebraucht und Sinn macht es bei mir!
      Ich verzichte nicht aufs Gericht weil ich es nicht brauche sondern weil ich meinen Kindern den Vater nicht zum verurteilten Dieb machen möchte.

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      1. Wenn Du nicht klagst, dann kommst Du auch ohne das Geld klar. Dann brauchst Du es auch nicht. Also könntest Du auch klagen und es dorthin geben, wo es gebraucht wird. Deine Kinder ? Schätze, die wissen eh‘ Bescheid … alt genug sind sie. Sollten sie jedenfalls wissen, um die Zusammenhänge. Falls nicht, bist Du an einem Trugbild ihres Vaters mit beteiligt.

        Sorry für meine Direktheit …

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        1. Die Kinder haben zum ersten Mal was mitgekriet. Hatte sie in Kopie der Korrespondenz gesetzt, dachte er kommt dann endlich aus den Puschen wenn sie Zeugen sind. Sie wissen also um das geschehen.
          Hier ist alles „Dorf“ und Arbeitgeber schauen auch wer Eltern sind (Tochter hat kirchlichen Arbeitgeber), es steht im Käseblatt und wir haben Initialen die sehr leicht zu erkennen sind, es würde der Firma schaden die er mit seinen Brüdern hat, den Jungs will ich nicht schaden und seine Mama würde es erfahren und ihr kann ich es genau so wenig antun wie den Kindern, sie weiss von nichts und es sollte so bleiben.
          Hier geht man nicht anomym vor Gericht, hier wird sowas dann öffentlich zerrissen.
          Den Preis bin ich nicht bereit zu zahlen, ich will nicht Monate, Jahrelang in diesem Krieg verwickelt sein, will meine Energie nicht mit so negativem verbringen.
          Ja, ich komme ohne das Geld klar aber gerne wäre ich mal wieder ins Kino gegangen, hätte mir mal was neues gegönnt statt von Freundinnen aufzutragen, chic essen gehen ohne ein Jahr im voraus darauf sparen zu müssen, spontan irgendwo hinfahren ohne auf Spritkosten zu schauen, mir Hilfe gönnen wenn mein Körper herumzickt, neue Gläser für meine Brille, hach, so vieles hätte ich damit können… aber nein, wie du sagst: ich brauche es nicht, ich habe ein Dach über dem Kopf, werde satt und habe Kleidung.

          Der Preis für das Geld wäre mein Schlaf, mein Gewissen (Kinder, Mama, Brüder) gegenüber, meine Ruhe, mein Frieden…

          Ich werde auf die oben genannten Dinge noch ein paar Jahre verzichten und dann ist es vorbei, vergessen.

          Es ist leichter für mich ohne das Geld zu leben als es für ihn sein wird es mir gestohlen zu haben.

          PS: es ihm nehmen um anderen zu geben? Es ging nie darum ihm zu schaden, es ging darum mir zu dem zu verhelfen was mein ist

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          1. Deine Haltung ehrt dich … sehr. Sie empört mich aber auch, obgleich ich um dörfliche Verhältnisse weiß. Seit wann hat das Opfer die Aufgabe, den Ruf des Täters zu schützen … Du hast ein großes, gutes Herz und meinen vollen Respekt vor deiner Haltung ! Was ich sehr gut nachvollziehen kann, ist die Sorge um deine eigene Seele … Schmutz färbt, ja.

            ((()))

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