16. Türchen oder von friedvollen Wegen

Liebes Du,

rehallo, diesmal hinter dem sechzehnten Türchen.

Im dritten hatte ich folgendes geschrieben: „ … ich darf meinen berechtigten Forderungen Nachdruck verleihen. Ich darf mir zu liebe handeln. Morgen werde ich sie zu Papier bringen und versenden.“

Es hat dann doch etwas länger gedauert. Fast täglich habe ich an diesem Brief geschrieben, korrigiert, abermals drüber gelesen und überdacht.

Im Geschäftlichen habe ich keinerlei Schwierigkeiten eine Beschwerde zu formulieren und einer Forderung Nachdruck zu verleihen. Hier war es ganz anders, hier ging es auch um Gefühle.

Wie beschwere ich mich ohne anzugreifen, wie stelle ich Forderungen von denen ich ahne das sie mein Gegenüber überfordern werden, wie tue ich das alles, so verpackt, dass mein Mensch darin keinen Angriff liest, dass mein Mensch erkennen kann, dass es nicht gegen ihn ist, sondern für mich?

Beim Schreiben wurde mir bewusst, dass ich so noch nie geschrieben hatte. Ich möchte mich nicht auf eine Streitebene ziehen lassen, möchte aus der Angelegenheit keinen Machtkampf machen, möchte aber auch nicht mehr, wie früher in ähnlichen Fällen „um des lieben Frieden willen“ die Sache auf sich beruhen lassen. Gar nicht einfach.

„Um des lieben Frieden willen“, was war das denn für ein Frieden? Der des anderen, der hatte was er wollte und ich, ich hatte im besten Fall Ruhe, aber Frieden hatte ich so nicht. Heute habe ich den Brief für gut befunden und der Post anvertraut.

Ich bin gespannt was mein Mensch daraus macht. Mir ist sehr bewusst, dass wenn er mich nicht friedvoll lesen will er dies dann auch nicht kann, mache mir also keine Illusionen.

Mein Frieden mache ich aber nicht vom anderen abhängig, den finde ich darin, dass ich für mich und meine Interessen auf friedvolle Art eingestanden bin.

Ich wünsche auch dir einen friedvollen Weg deine Konflikte zu lösen,
deine Bisou

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6 Kommentare zu „16. Türchen oder von friedvollen Wegen

    1. Ich will nicht nach fünf Jahren einen Rosenkrieg anzetteln … ach, schön mich zu lesen: wenn ich den Ton nicht treffe, dann bin ich in meinen Augen die Schuldige am Krieg? Das mit dem: ich darf mich wehren, darf meine Rechte (es geht um eine, für mich beträchtliche, Summe) einfordern scheint noch nicht verinnerlicht.
      Möge ich schnell lernen, mir liegt nichts an weiteren Gelegenheiten…

      Und jetzt habe ich vergessen was ich nach dem ersten Satz hier schreiben wollte… lache

      Gefällt 1 Person

  1. danke Bisou.
    Ich kann das eigentlich ganz gut, Konflikte lösen. Eine zeitlang darüber nachdenken, das „wie“ unter die Lupe nehmen und dann tun. Oder auch nicht. Manchmal muss man auch etwas auf sich beruhen lassen.

    Suchst du noch nach Themen des Jahres?
    Wie wäre es mit dem Begriff Eltern?
    Meine Mutter hat in wenigen Tagen Geburtstag, wird 82 Jahre alt. Seit sie 80 wurde, denke ich so oft über das „Endliche“ nach, und darüber, dass ich sie seit 54 Jahren kenne wie keinen anderen Menschen.
    Natürlich gab es gute Zeiten und schlechte Zeiten, die guten überwogen in diesen 54 Jahren, denn stets spürte ich ihre „unendliche“ Liebe.
    Aber für mich ist das Thema Eltern ein großes Thema gewesen in 2016, da ich viel Zeit mit meiner Mutter verbracht habe und wir uns beide sehr darüber gefreut haben.
    Mein Vater war dieses Jahr das 1. Mal richtig krank, was mich geschockt hat. Er war nie krank, wieso denn jetzt auf einem Mal?

    Und zuletzt sind mein Mann und ich ja auch Eltern. Und ich glaube zu wissen, wir sind gute Eltern. Unsere Kinder sind Mitte 20 und wohnen noch daheim, sind gerne mit uns zusammen. Wir denken sogar über einen gemeinsamen Urlaub nach, wie wir ihn zuletzt 2013 hatten. Ein dickes Band zwischen Eltern und Kindern, worauf ich stolz bin. Stolz, auf das Verhältnis zu meinen Eltern und zu meinen Kindern.

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