14. Türchen oder vom Handel mit Gefühlen

Liebes Du,

willkommen hinter dem vierzehnten Türchen.

„Bedingungslos“ – seufz, was für ein Wort. Ich bins hat es hier hineingelegt und ich schaue jetzt was draus wird.

Bedingungslos, ohne Bedingung, kein wenn – dann, wo finde ich mich da wieder?

Früher waren alle meine Beziehungen „Handelsbeziehungen“

Wenn du dies für mich tust, dann tue ich jenes für dich; ich glaubte ich könne mir Liebe verdienen; ich sagte ich liebe dich und hoffte der andere möge mich glücklich machen, …

„Handelsbeziehungen“ nenne ich sie rückblickend, dass sie es waren, das habe ich damals nicht gewusst.

Wenn ich heute etwas für jemanden tue, dann nicht weil er irgendwas, sondern weil ich es möchte. Weil es mir gut tut so zu handeln.

Heute weiß ich, ich kann mir Liebe nicht verdienen. Wie gerne habe ich früher gesagt: „Liebe ist ein Geben und Nehmen“ – Tauschhandel. Davon bin ich weg.
Ich selber bin dafür zuständig mir Liebe zu schenken und je besser mir dies gelingt, je liebender lebe ich alle meine Begegnungen. Ich kann lieben ohne gleiches im Gegenzug zu erwarten. Je mehr Liebe ich mir schenken kann, je liebender lebe ich.

Manchmal, wenn ich so richtig in meiner Mitte, meinem Herzen bin, dann bin ich Liebe. Das klingt jetzt abgehoben, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Dann verschenke ich keine Liebe, dann bin ich Liebe. In solchen Momenten bin ich ein Teil von etwas unendlich (mir selber zuzwinkere wegen dem 12. Türchen) großem und dann ahne ich, dass mein Weg genau dorthin führt.

Das ist noch sehr verschwommen in mir, bei dem Thema fehlt mir auch Klarheit schaffender Dialog, gerne würde ich mich da reiben um die Konturen zu schärfen, weit kann der Mensch dazu nicht mehr sein.

Was ist die Voraussetzung für bedingungslose Beziehungen? Selbstliebe. Wenn ich habe was ich brauche versuche ich nicht es mir von anderen im Eintausch gegen was auch immer einzuhandeln.

Ich hab dich lieb,
deine Bisou

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6 Kommentare zu „14. Türchen oder vom Handel mit Gefühlen

  1. Dein letzter Satz birgt den Schlüssel: …Wie dich selbst heißt es in dem dicken Buch. So. wie ich mit mir umgehe, strahle ich auch nach „draußen“ ab. Dann trägt das Gesetz der Anziehung, Gleiches zieht immer Gleiches an. Zum gegenseitigen Wachsen und Wohle ebenso wie zum gemeinschaftlichen Untergang. (ok, Pole veranschaulichen, das graue Feld dazwischen ist riesengroß 😉 Selbst wenn Menschen meinen, das sich Gegensätze anziehen, gilt das immer noch. Sie schauen bloß nicht tief genug.

    „Handel“ ist das Resultat der Bemühung, sich von anderen das zu holen, was nur von mir selbst kommen kann, ja. Man kann das auch Symbiose nennen oder schlicht Abhängigkeit. Interessanterweise zieht das jeweilige Gegenüber immer am selben Seil, nur eben am anderen Ende. „Hilfe“ verleiht Macht, wenn sie nicht so, wie von dir beschrieben, von Herzen kommt. Selbst „Einsicht“ und „Kompromisse“ können das Ergebnis eines Handels sein.

    Mit alledem lande ich stets im jetzt und hier. Bin im Kern nur mir selbst verpflichtet, meinem „Gewissen“, wie man sagt, vor allem meinen Glauben. Einhandsegler eben 🙂

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  2. Das erste was mir bei „bedingungslos“ einfällt, ist die Liebe zu meinen Kindern.
    Da kommt mir gerade dein Türchen zur „Endlichkeit“ wieder in den Sinn und ich frage mich, kann ich sagen, die Liebe zu meinen Kindern ist „endlich“, weil ich ja irgendwann sterbe?.

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    1. Du kannst sagen sie ist endlich, nicht weil du irgendwann gehst sondern weil sie sich immer verändert. Mal schwingt in der Liebe eine Sorge mit, mal ist sie in reiner Freude gehüllt… Liebe ist „endlich“ weil sie im steten Wandel ist.
      Auch wenn du gehst ist es nur ein Wandel. Deine Kinder werden nicht aufhören deine Liebe zu fühlen nur weil sie dich nicht mehr sehen 🙂

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      1. Hm, …die „Grundliebe“ verändert sich doch eigentlich nicht, denke ich. Was sich verändert, sind nur die „Lebenswege“ der Liebe, die sie durchläuft. Ich liebe meine Kinder unverändert, wenn ich ihre Sorgen teilen, wie wenn ich ihre Freuden teile.

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        1. Jetzt kommt die Frage: lässt sich Liebe überhaupt irgendwie „messen“
          Meine „Grund“Liebe zu meinen Kindern mag jeden Tag gleich sein, sie fühlt sich aber in mir drin nicht immer gleich an (und das hat mit mir und nicht mir dem Kind zu tun)

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