13. Türchen (2016) oder vom Wehren

Liebes Du,

willkommen hinter dem dreizehnten Türchen.

Das „Meer“ hat Su Shi mir ausgerechnet in einem der wenigen Jahre in meinem Leben geschenkt, in dem ich es nicht gesehen habe. Also gilt es zu schauen wofür es gerade bei mir steht.

Tief, groß, dunkel, Sturm, Gefahr. Ups, was kommt denn da so spontan aus der Tastatur? Als sie es mir schenkte waren da Reisen, Strand, Sonne. Naja, ein Tag ist nicht der andere. Hier drängt sich gerade ein Thema auf.

Perversion narcissique, ich benutze für diese Krankheit lieber den französischen Begriff, der sie als Perversion bezeichnet, wer weiß um welche Abgründe es da geht kann über den Begriff Nazistische „Störung“ nur den Kopf schütteln.

Ich habe erst vor wenigen Jahren erfahren, dass ich das Kind einer kranken Mutter bin. Mit diesem Wissen veränderte sich mein ganzes Leben, es gab keinen Bereich der nicht davon betroffen war. Es hatte vieler solcher Menschen auf meinem Weg gebraucht, damit ich meine Lektion lernen kann und ich glaubte sie gelernt zu haben.
Ich konnte meinen Frieden mit meiner Mutter schließen und filterte fortan sorgsam welchen Betroffenen ich noch Zugang zu meinem Leben gewähre und in welcher Form.

Es gibt aber Menschen die wir uns nicht aussuchen können. Das Arbeitsumfeld sehe ich mittlerweile als Prüfungsfeld für das zwischenmenschlich gelernte. Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden kann ich mir nicht aussuchen und wenn da einer ist der ungutes Fühlen in mir hervorruft, dann weil ich an ihm noch eine Lektion zu lernen habe.

Wenn ich bei der Mutter und anderen selber entscheiden kann wie oft und wie nah ich diese Krankheit an mich heran lasse, so kann ich es nicht im Arbeitsumfeld.

Bis es drohte mich seelisch aus der Bahn zu werfen, bis ich körperliche Beschwerden hatte, habe ich nicht erkannt was da vor sich ging. Es brauchte dann noch einen heftigen Schlag ehe ich mich aktiv zur Wehr setzen konnte.

Nicht inneren Frieden schließen, nicht aus dem Weg gehen, Handlungsweisen die ich mit mir alleine ausmachen konnte, sondern mich aktiv schützen. Den kranken Menschen, seine Taten bloßzustellen. Das ist mir sehr schwer gefallen. Man petzt doch nicht hatte ich schon ganz klein gelernt.

Aktiv werden zum eigenen Schutz, das war:
– auf meine Gesundheit achtgeben,
– Hilfe suchen,
– Hilfe annehmen,
– der Mut alles offen zu legen,
– anklagen,
– Forderungen definieren,
– Konsequenzen ankündigen.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich dieser Krankheit gegenüber aktiv zur wehr gesetzt und es hat funktioniert. Falsch, als Kind und Jugendliche habe ich mich, wenn es zu viel wurde, gegen die Mutter gewehrt. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich dieser Krankheit gegenüber aktiv zur wehr gesetzt und statt Schläge gab es eine gute Lösung. So stimmt der Satz.

Ich darf mich wehren, ich darf Körper und Seele schützen. Dabei steht mein Wohl an erster Stelle, nicht das des Menschen der mir schadet.

Mein Leben ist eine Reise auf weitem Meer. Ich lerne meine Segel setzen.

Danke fürs mit mir schippern,
deine Bisou

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7 Kommentare zu „13. Türchen (2016) oder vom Wehren

      1. Leichter im Sinne von annehmen des unausweichlichen. Wer einmal verstanden hat, das Menschen und ihre Namen austauschbar sind, was die Muster, die Prinzipien hinter diesen Begegnungen angeht, dem fällt es leichter, zu bleiben und zu reifen an dem. Ich kann meinen Lektionen nicht ausweichen, soll mich ihnen stellen. Sie begegnen mir ansonsten immer und immer wieder, in den verschiedensten Variationen.

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  1. Ich geh gern einen Schritt um unnötigen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, das ist mir in meiner jetzigen Tätigkrit auch beruflich weitgehend möglich…das empfinde ich als ein wichtiges Stück Freiheit
    Vlt due erträgliche Leichtigkeit des Alters;)

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