16. Türchen oder von Bereitschaft

Guten Abend und Willkommen hinter dem sechszehnten Türchen.

Wieder ist es Leidenschaften die mit „Lay back in the arms of someone“ von Smokie, Verantwortlich für den Inhalt zeichnet.

Habe es mir vorhin nochmal angehört, mir ist nicht nach einem „Wenn, dann und würde“ Text wenn es um Beziehung geht, deshalb bleibe ich beim Titel: „Lehne dich in jemandes Arme zurück“

Kurze Rückblende für die neuen Leser: Trennung 2011. Seitdem, für eine Weile, eine „Erweiterte Freundschaft“. Mehr war nicht möglich. Nach der Trennung war mir sehr bewusst, dass ich an mir arbeiten wollte. Eine neue Beziehung sollte nicht die Kopie dessen werden von dem was ich hinter mir hatte, ich wusste es würde sich etwas ändern müssen. Das „Etwas“ war ich.

Bis Ende letzten Jahres gab es die ganz klare Aussage, dass ich nicht bereit bin einen Mann in mein Leben zu lassen, nicht bereit einen Mann in mein Haus zu lassen, nicht bereit mein Haus für einen Mann aufzugeben.
Im auslaufenden Jahr hat sich einiges gewandelt, der Blickwinkel erweitert. Mir tat sich auf, dass sich auf einen Mann einlassen ja nicht in erster Linie die Wohnsituation betrifft, es gibt ja auch die Möglichkeit einer Fernbeziehung. In solchen Gedanken erkenne ich eine Bereitschaft die vorher nicht da war.

Ich schrieb mal, dass ich keinen Mann mehr mir einer Negativliste aussuchen möchte. Das bräuchte ich nicht mehr, es gibt mittlerweile, zumindest gedanklich, eine Positivliste. Am kürzesten fasst sie sich im Satz: „Ich möchte einem Partner auf Augenhöhe begegnen“ zusammen. (Mit jedem Schritt den ich tue, mit jeder Lektion die ich lerne, kommen also weniger in Frage.)

Ich glaube, ich kann heute, nach vielen Jahren, sagen: „Ich möchte mich gerne in jemandes Arme lehnen“. Nicht „damit er“ irgendwas, sondern „weil ich“ bereit bin meine Lebensfreude zu teilen.

Sitze hier und lächle, immer wieder erstaunt über das was ich beim Schreiben entdecke.

Möge mein Lächeln dich anstecken,
Gute Nacht,
Bisou

12 Kommentare zu „16. Türchen oder von Bereitschaft

  1. Und ob es mich ansteckt! 😊
    Es gehört Mut dazu, sich über dich selbst Gedanken zu machen und Fehler einzugestehen. SICH verändern WOLLEN.
    Sehr positiv ist, dass du wieder bereit wärst, Nähe zuzulassen. Alles hat und braucht halt seine Zeit.
    Ich wünsche dir, dass du dich irgendwann einmal wieder in die Arme eines Jemanden zurücklehnen kannst und es genießt.
    Ist es nicht ein wunderschönes Lied von Smokie?

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  2. Auf Augenhöhe. Das klingt profan, ist aber so wichtig. Manche Menschen meinen damit gemeinsame Interessen, vielleicht Ansichten, die man teilen kann. Das trifft es nur zum Teil, glaube ich heute. Vielmehr beschreibt das „auf Augenhöhe“ zwei von einander (zunächst) getrennte Entwicklungsprozesse, die Parallelen aufweisen können und sich eben auf einer Ebene begegnen.

    Menschliche Reife, Herzensbildung, Vorstellungen von einer Liebesbeziehung, was sie enthalten kann, sollte, nicht, was nicht. Das erübrigt sich beim näheren hinsehen. Gemeinsame liebevolle Haltung zum Leben von Menschen, Tieren, allem, was lebt. Zugang zu den ungeschriebenen Gesetzen, zu den so genannten universellen Weisheiten. Gemeinsame Vorstellung von Treue. Ein geteilter Glaube an eine höhere Macht.

    Nicht zuletzt – rein praktisch betrachtet – wie soll ein potentielles, gemeinsames Leben aussehen? Wo zum Beispiel. Ich kenne Menschen, die würden in der Stadt eingehen. So wie ich auf dem Lande 🙂 Und ich kenne zwei, einer möchte eher städtisch, einer eher ländlich wohnen. Wo genau leben sie? Richtig, am Stadtrand, wo beide nicht recht zufrieden mit sind 😉 Redeten, solange ich sie kenne, von Kompromissen. Fatal für mich, der ich glaubte, das eben das so sein müsste.

    Sich einlassen. Vertrauen schenken.
    Mutig sein 🙂

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    1. Eine gelungene Beschreibung des Begriffs „Augenhöhe“

      Bis gerade jetzt wo ich hier „Kompromisse“ gelesen habe, war es etwas zwischen zwei Menschen, gerade beschleicht mich das Gefühl, dass wir Kompromisse nur mit uns selber schliessen. Eine Frage von Prioritäten und Preisen.

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      1. Ohne geht es wohl nicht, kommt auf den betreffenden Lebensbereich an. Und – genau – auf den „Preis“, den jeder für sich bezahlt. Prioritäten helfen das zu tragen. Wäre ich selbst nicht Vater, würde ich vielen, was die Liebste umtreibt, wohl verständnislos gegenüber stehen, nur zum Beispiel.

        Gefährlich und krankhaft wird das, wenn keine liebevolle Einsicht oder Erkenntnis die treibenden Kräfte sind, sondern symbiotische Abhängigkeiten. Gut sein wollen bis zur Selbstaufgabe. Oder das zehrende Gefühl, ohne den anderen nicht leben zu können. Dann droht ein großes Loch, auf dessen Grund keine Würde mehr ist…

        Be-schreiben. Wenn ich Worte suche, werden mir „unterwegs“ erst die Zusammenhänge klar.
        So gesehen – Danke für`s lesen 🙂

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  3. Das Aus einer Beziehung, die einmal das Leben bedeutete, kann nciht einfach so ersetzt werden.
    Nicht einmal ein Kätzchen macht einfach so den Platz für ein anderes frei
    Es braucht Zeit sich zu befreien, sich freizuschwimmen
    dabei auch Fehelr zu erkennen
    Prioritäten zu klären
    Glückwunsch zu dieser Leistung
    und Der Wunsch dass du diesen Ebenbürtigen finden mögest!

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    1. Ich hatte das Glück (huch, da hat sich aber ein Blickwinkel geändert, schmunzle) die „eigentliche“ Trennung noch während der Ehe vollziehen zu können. Die Arbeit war gemacht. Läge es nur am „freien Platz“, der hätte schnell wieder besetzt werden können.
      Es ging auch nicht um Fehler oder Schuld. Es ging um mich.
      Erst wenn ich mich selber lieben können würde, würde ich wirklich lieben können und die Liebe eines anderen annehmen können.
      „Finden“? Eher „erkennen“. Ich brauche nicht suchen, wenn ich soweit bin, wird er auf meinem Weg sein 🙂

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