15. Türchen (2015) oder von Blickwinkel

Guten Abend und Willkommen hinter dem 15. Türchen.

„Ich bin mir fast sicher, mein zweites Geschenk gefällt dir“, leitete der Wirt „Je veux“ (Ich will) von Zaz ein und machte es mir zum Geschenk. Er hat Recht, ich mag diesen Song, seinen Rhythmus, seine Lebensfreude und diesen Refrain, der von dem erzählt was ich lebe.

„Ich will Liebe, Freude, gute Laune … ich will aufrecht sterben!
Lasst uns zusammen meine Freiheit entdecken, vergesst eure Vorurteile, willkommen in meiner Realität!“

„Lass uns zusammen meine Freiheit entdecken“: da fällt mir ins Auge, dass sie nicht von Freiheiten in der Mehrzahl singt sondern „meine Freiheit“ und auf Französisch hätte es nichts an der Silbenzahl oder am Reim geändert.

Was ist also „Die Eine“ Freiheit die mein Jahr 2015 ausgemacht hat? Ich brauche nicht lange nachdenken, es ist die Freiheit des Blickwinkels. Ich habe keinen Einfluss darauf was das Leben mir bringt, es ist aber meine Entscheidung wie ich damit umgehe. UmGehe, ich bin nicht Statisch, ich darf es mir von jeder Seite betrachten, darf mir die Seite zu eigen machen die gerade gut für mich ist – und es ist an allem, immer etwas Gutes… und sei es die Herausforderung die es mir bringt.

Im 12. Türchen schrieb ich z.B. über die neue Angst vor einer Rückkehr meines Kindes. Beim weiteren Draufschauen äußerte ich den Wunsch nach einer Garantie und stellte fest, dass es im Grunde ein Vertrauensproblem war. Ich traute mir nicht zu damit umgehen zu können wenn unsere Beziehung erneute Schmerzen verursacht. Mit der Aussage, mit dem Blickwinkel bin ich heraus aus der Opferrolle und kann selber Entscheiden wie es sein wird.

Vielleicht kannst du an diesem Beispiel erkennen wie es funktioniert und wenn du all deine fertigen Denkmuster mal beiseiteschieben kannst und dich darauf einlässt, sei es nur Probeweise, dann wirst du erahnen wie frei und unbeschwert es macht. Willkommen in meiner Realität!

„Ich will Liebe, Freude, gute Laune… ich will aufrecht Leben (also auch sterben)“ und genau das wünsche ich auch dir,

Gute Nacht,
Bisou

18 Kommentare zu „15. Türchen (2015) oder von Blickwinkel

  1. Ja, man muss schon etwas dazu tun, will man – wie Zaz – Liebe, Freude und gute Laune: materieller Wohlstand hilft oft nicht.

    Das Naturell vielleicht. Und unser Blickwinkel auf Ereignisse im Leben, die wir nicht beeinflussen können. Die Betrachtungsperspektive wählen zu können, gehört zu unserer geistigen Freiheit. Diese Wahlmöglichkeit dürfen wir nicht gering schätzten. Vieles, was auf den ersten Blick negativ scheint, hat häufig eine ganz andere Seite. Die Perspektive wechseln zu können, ist eine reife Leistung. Dummköpfe tun sich schwer damit. Das positive Denken hat zum Kern den Perspektivwechsel.

    Deine Gedanken zum Chanson sind inspirierend. Danke.

    Gefällt 2 Personen

      1. Hmmmm, mancher kann nicht schreiben, mancher nicht rechnen, mancher nicht denken
        für Lernerfolge brauchts schon mehr als Übung!
        Du kannst schon ab und zu kurz innehalten und deine Leistung erkennen, dich sogar mal kurz darauf ausruhen!

        Gefällt mir

  2. Im Juli hast du mir den Anschubser gegeben, aus einem anderen Blickwinkel auf mein ‚Ärgernis‘ zu sehen.
    Eigentlich habe ich schon vorher damit angefangen, bin aber bei dieser Geschichte wieder in alte Muster verfallen.
    Und dank dir auch wieder da raus gekommen *lächel.
    So konnte ich alles ‚relativ‘ selbstbestimmt in Angriff nehmen und ‚planen‘.
    Und selbst der unvorhersehbare Herzstillstand nach der OP, konnte mich nicht mehr aus der Bahn werfen, wie es noch ein Jahr vorher passiert wäre.
    Statt dessen habe ich mit dem Gedanken ‚Dein Herz hat jahrelang darum kämpfen müssen, mit viel zu wenig ‚Nahrung‘ schlagen zu können und nun bekommt es auf einmal wieder alles was es braucht – da musste einfach ein Neustart gemacht werden.‘ die Situation für mich geklärt und komme gut damit klar.
    Seitdem bin ich ausgesprochen tiefenentspannt und Stolpersteine dienen nur noch dazu, mich daran zu erinnern was im Leben wichtig ist.
    Soweit zu kommen – dabei haben mir viele deiner Blogs geholfen. Auch wenn selten zu erkennen war, das ich sie gelesen habe.

    Danke das DU in meinem Leben und Herzen bist.

    Die noch vorhanden ‚Baustellen‘ bekomme ich auch noch in den Griff und dann kann ich auch wieder zeigen wie viele du mir bedeutest.

    Gefällt 1 Person

    1. „Anhalten und Neustarten“ ein sehr schönes Bild für einen Herzstillstand und mit schönem lässt sich gut leben.

      Ich freue mich für dich, dass du einen neuen, freudigen Zugang zu dir gefunden hast.

      „Danke das DU in meinem Leben und Herzen bist.“ Wofür dankst du da? Wenn ich dort bin, dann hat das ausschliesslich mit dir zu tun – ich weiss und erfahre seit vielen Jahren nichts davon, du hast dich zurückgezogen und ich weiss nicht einmal mehr wehr du geworden bist.

      Gefällt mir

  3. Ich fange an zu schreiben…und lösche wieder….schreibe neu….und lösche wieder….
    Wie so oft in den letzten Jahren finde ich nicht die Worte die so gerne heraus möchten.
    Gerade bei Menschen, die mich vorher kannten, schnürt es mir immer noch den Hals zu (und damit auch die Finger). Möchte nicht belasten, nicht stören, nicht auf die Nerven gehen. Wie Worte finden wenn man sich selbst ausgesperrt hat, sich selber nicht mehr fühlt. Kein Vertrauen mehr in mich selbst, in meine Wahrnehmung des Gegenübers und seiner Reaktionen. Angst sich unglücklich auszudrücken, Antworten falsch zu verstehen. Wen ich nicht an mich heran lasse, der kann mir auch nicht weh tun. Gerade Menschen die mir am Herzen liegen.
    Wenn man dann noch in einem tiefen schwarzen Loch hängt, ist es schwer solche ‚Baustellen‘ wieder in den Griff zu bekommen. Und so habe ich mich zuerst nur damit beschäftigt aus diesem Loch wieder herauszukommen um dann die Möglichkeit zu nutzen, mir selbst und anderen wieder zu vertrauen. Wieder Worte finden und ausdrücken zu können ohne Angst davor zu haben.
    Daran arbeite ich gerade. Und ich habe zumindest schon so viel Vertrauen in mich selbst, das ich glaube es auch zu schaffen.
    Und bevor ich jetzt wieder alles lösche…

    Gefällt mir

  4. Noch mal zu dem Danke, auch wenn du es nicht nachvollziehen kannst weil bei dir nichts ankam.
    So oft hat mir das lesen deiner Blogs Anschubser gegeben, auch wenn es um ein anderes Thema ging, die mir dabei geholfen haben mich wieder ins Licht zu wenden.
    Zu sehen, wie du an dir gearbeitet hast und was du alles erreicht hast – hat mir Mut gegeben nicht aufzugeben. Und noch einiges mehr.
    Wie du siehst ich habe Gründe für ein danke und da sind die ursprünglichen noch nicht mal mit aufgezählt. 😉

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s