12. Türchen oder vom Lieben ohne Angst

Guten Abend und Willkommen hinter dem 12. Türchen.

Fürs Lied, Every breath you take, bedanke ich mich einmal mehr bei Leidenschaften und nutze die Gelegenheit auch dich, der/die hier ließt um ein Lied zu bitten.

Ich habe so manche Stunde damit verbracht jeden deiner Atemzüge, jede deiner Bewegungen zu beobachten. Von deinen ersten Schritten bis zu denen die dich von mir führten habe ich dich beobachtet. Jeden einzelnen Tag, bei jedem gesagten Wort, jedem Spiel, jede Nacht. Du gehörst zu mir aber du gehörst mir nicht und mein armes Herz schmerzte bei jedem Schritt, den du gegangen bist, bei jedem Claim den du abgesteckt hast.

Im Lied fand ich mich mit meinem Kind. Dieses Kind, das in mein Leben gekommen ist um mich das Loslassen zu lehren. Ich glaubte meine Lektion gelernt zu haben als es nach einem kurzem auf mich zu kommen wieder so war, dass sie mich nicht liebend lesen konnte. Wo Worte nicht gelesen werden können blieb mir Schweigen und Lieben. Ich konnte sie mit ihrem Weg annehmen, konnte es gut sein lassen.

Immer wenn ich eine Lektion gelernt habe kommt die nächste.

Bei Zufallsbegegnungen begrüßten wir uns mit dem landesüblichen Bussi und dann ging sie ihrer Wege, das war für mich ok so. Irgendwann dann kein Bussi. Konnte es sein, dass sie mich nicht gesehen hatte? Ich versuchte es mir einzureden bis dann Wochen später ein lapidares „Hallo“ mir bestätigte, dass die Zeit des Bussis vorüber war. Es brauchte eine Weile zu verstehen, zu wissen was sich geändert hatte. Das Bussi hatte ich so lange bekommen wie sie ihre monatliche Überweisung von mir erhalten hatte.

Ach Leben, was willst du mir da beibringen?

Nach dem ersten Schmerz wusste ich: ich kann dennoch „Lieben und Schweigen“ doch es gibt etwas Neues in meinem Fühlen. Oft wünsche ich mir meinem Kind in einer beidseitigen Umarmung begegnen zu können, und manchmal, das ist neu, habe ich Angst vor dem Schmerz den sie dann vielleicht mit zurück bringt.

Angst gehört nicht zu den Lebenslektionen. Liebe ich nicht genug, liebe ich nicht Bedingungslos genug? Ich habe heute keine Antwort darauf, vermutlich sollte es heißen „noch“ keine Antwort.

Ich wünsche dir angstfrei lieben zu können und eine gute Nacht,
Bisou

14 Kommentare zu „12. Türchen oder vom Lieben ohne Angst

  1. Ich kenne dich ja nur vom Tippseln aber ich glaube doch, dass du ein Mensch voller Liebe bist! Schmerz und Angst aber gehören doch auch zum Leben sowie Liebe Glück Gesundheit…..wir können das eine nur kennen bzw. schätzen wenn wir uns des Gegenstücks bewusst sind….Oder nicht?

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  2. die Kinder sind… und bleiben doch ein Stück von uns…ja wir müssen laslassen sie gehören uns nicht…..
    doch vlt können/wollen wir tief im Unterbewusssten die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie wiederkommen, dass wir die Nähe wiederfinden
    nicht bedingungslos… aber nicht hoffnungslos….
    vlt können wir uns gg den Schmerz wappnen und damit die Angst an die Kette legen

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      1. Vielleicht auch indem ich einfach nur vertraue. Darauf, dass nichts passiert oder sonst darauf, dass ich damit umgehen kann.

        Dieses alle möglichen Szenarien durchspielen war früher meine Strategie und heute sehe ich darin ein viel zu langes mich mit Negativem beschäftigen, mit dunklem, dass vielleicht gar nicht kommt. Mit jedem zusätzlichen möglichen Verlauf schwindet die Chance, dass das womit ich gerad meine Zeit verbringe irgendwas mit Realität zu tun hat. Ich versuche meine Zeit nicht mehr mit Hypothesen zu verbringen.

        Danke dir fürs mit mir gehen

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  3. Bussi und monatliche Überweisungen – das schmerzt.

    Allerdings ist das bestimmt „nur“ ein kleiner, stacheliger Stein eines ganz wichtigen und richtigen Weges. Sie nabelt sich ab, sucht ihr eigenes Leben. Je nach Art eurer Mutter-Tochter-Bindung eben fast brutal. Es würde mich auch traurig machen, aber eines ist gewiss. IHR tut es auf lange Sicht gut, und so Gott will, wird auch sie reifen und eines Tages zu neuer, erwachsener Nähe fähig sein.

    Für mich klingt das nach dem kleineren Übel, als Vater. Weil ich „erwachsene“ Menschen kennen gelernt habe, die nie wirklich den Bruch mit ihren Eltern vollzogen haben und alles unkritisch bis in die Gegenwart verteidigen. Männer betrifft das ebenso wie Frauen. Beides kenne ich aus eigener Erfahrung,…fremde Leben leben, Erwartungen entsprechen, sich selbst darüber hinaus nicht sehen lernen.

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  4. Ich kann die Trennung gut sein lassen.
    Das nicht mehr anständig Grüssen nicht. Weil es mir vor Augen hällt, dass sie wieder Richtung Pubertät und nicht Richtung Erwachsen werden unterwegs ist? Oder weil es in Verbindung mit dem Geld einen Charakterzug zeigt den ich nicht wahrhaben will? Das kann ich nicht gut sein lassen, das kann ich nur annehmen wie es ist.

    Ich wünschte es gäbe eine Garantie für „erwachsene“ Nähe wenn es sie wieder gibt – dann bräuchte ich nichts fürchten.

    Oh, komme mir näher: es ist also ein Vertrauensproblem.

    Ich traue mir nicht zu damit umgehen zu können wenn unsere Beziehung erneute Schmerzen verursacht.

    Das ist eine „jetzt“ Aussage, jetzt gerade kann aber nichts passieren. Ich habe Zeit, Zeit mit dem Neuen von Annahme zu Gut sein lassen zum kommen. Zeit zu schauen was es mit mir macht, Zeit zu schauen wie ich achtsam mit mir selber im Umgang mit diesem Kind umgehen kann.

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  5. hm….. Schwierig.
    Nach längerem Überlegen jetzt bin ich zu diesem Ergebnis gekommen, wenn es denn bei mir so wäre:
    Ich als echte Waage, würde den Kontakt suchen. Die Konfrontation suchen. Meine Gedanken dann laut aussprechen und auf eine Antwort warten.
    Da kommt mir mein verinnerlichtes Zitat von Uli Hoeneß wieder in den Sinn:
    Reden ist immer das Beste. Solange man miteinander redet, führt man keine Kriege.

    Reden, erfahren, die Sicht des anderen versuchen zu verstehen, einen Kompromiss finden, sich einig sein.
    So ungefähr müsste es klappen. Ich wünsche es dir von Herzen!

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    1. Was du da schreibt macht Sinn… wenn es sich um Menschen handelt die sich auf Augenhöhe begegnen. Hier geht es um eine junge Erwachsene die, wenn sie mit mir zu tun hat, zurück in die Kindrolle fällt, da geht es nicht. Sie wird lernen auch mir gegenüber als Erwachsene auf zu treten und dann wird sie mir auch wieder begegnen können.
      Und dann wird es keine Worte mehr brauchen 🙂

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  6. Darf ich dir ein neues Lied schenken?
    Ja? Dann lege ich dir heute „Seasons in the sun“ von Terry Jacks vor die Haustür.
    Es war die erste single, die ich von meiner Mutter geschenkt bekommen hab, ich glaube das war 1974 und der Beginn meiner tieferen Liebe zur Musik.
    Mein Einstieg, sozusagen, danach war ich angefixt. 🙂

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