6. Türchen (2015) oder von dunklen Seiten

Erlauben Sie, dass ich mich vorstelle
Ich bin eine Frau, ging auch 2015 um
Raubte Seelen ihren Frieden
Ich war dabei als er
seine Momente des Zweifels und des Schmerzes hatte
wusch meine Hände in Unschuld und besiegelte das Schicksal

Freut mich nicht wirklich, auf diese Seite zu schauen
meine dunkle Seite
Aber was mich wirklich verwirrt
Ist, dass es noch immer möglich ist

Ich hing rum im Café
als ich entschied, die Zeit für einen Wechsel sei da
Ich tötete was uns verband
er sprach vergeblich
Ich fuhr ’nen Panzer
War ein General
als der Blitzkrieg tobte
Und die Leichen stanken

Ich sah zu
während sein innerer König
kämpfte
Für die Götter, die er sich erschaffen hatte

Ich rief
„Wer tötete was uns verband?“

Der Wirt hatte mir „Sympathy for the Devil“ von den Stones geschenkt – Mike möge mir verzeihen was hier daraus geworden ist.

Im abgelaufenen Jahr habe ich gleich mehrfach Menschen unsagbar verletzt. Ich sagte was ich sehe, was ich in ihrem Handeln erkenne, sagte was sie in mir auslösen.

Sie fühlten sich wie von Panzern überrollt, was ich sagte passte so gar nicht zu dem Selbstbild was sie von sich hatten, ich raubte ihnen ihren Selenfrieden.

Ich habe lange gebraucht zu erkennen, dass es völlig Sinn frei ist meinem Menschen Dinge zu sagen die er nicht erkennen, also nicht verstehen kann. Ich habe lange gebraucht zu begreifen, dass ich damit nur verletze.

Ich schäme mich, dass es so viele Schmerz durchzogene Dialoge brauchte ehe ich meine Lektion lernte. Vermutlich war ich so sehr darauf fixiert, den Anderen dazu zu bringen zu sehen, dass es mich blind machte.

Es brauchte meinen Schmerz mich dazu zu bringen in diesen Situationen bei mir zu bleiben. Als dies mir gelang, änderten sich die Gespräche.

Ich lerne gerade, dort wo ich nicht die richtigen, für meinen Menschen verständlichen, Worte finde, zu schweigen und zu lieben.

Ich wünsche dir mit Geduld auf deine dunklen Seiten schauen zu können und Wege heraus zu finden.

Gute Nacht,
Bisou

13 Kommentare zu „6. Türchen (2015) oder von dunklen Seiten

    1. „mit dem geduldigen Blick auf meine dunklen Seiten hapert es noch“
      Wenn du auf die „dunklen Seiten“ der Menschen die du liebst schaust, kannst du da Geduld aufbringen?
      Du darfst dich lieb haben 🙂

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  1. Das Gesetz der gegenseitigen Anziehung wirkt immer. So oder so. Menschen, die mich berühren, haben etwas von mir, ich von ihnen. Falls die Berührung unangenehm ist, haben sie etwas, womit ich (noch) nicht abgeschlossen habe oder etwas, worum ich selbst (noch) kämpfen muss.

    Heute bemühe ich mich um angenehme Berührung. Halte mich an Menschen, die mir gut tun. Verweigere Dialoge mit Menschen, die sowieso danach einfach weiter machen und sich obendrein noch bestätigt fühlen, anschließend. Stelle im Härtefall auch mal jemanden den Stuhl vor die Türe.

    Ich mag mich nicht mehr ständig empören. Die Zeit ist zu kostbar.

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    1. „Verweigere Dialoge mit Menschen, die sowieso danach einfach weiter machen und sich obendrein noch bestätigt fühlen, anschließend.“

      Das war wohl der Punkt weshalb ich so lange brauchte. Zwei Menschen die mal wichtige Rollen in meinem Leben gespielt hatten (uuups, steht da jetzt wirklich „gespielt“…) einfach (auf ihrem Standpunkt) stehen lassen und ohne sie weitergehen. Es hatte auch irgendwie eine Weile gebraucht zu erkennen, dass ich dies auch in Liebe tun kann.

      Ich sehe wie du schmunzelst. Jaaaa, das mit dem Loslassen scheint noch einige Varianten für mich übrig zu haben.

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      1. In Liebe…mir reicht es heute, zu spüren, es ist nicht (mehr) meins, was da auf mich einströmt. Es ist eher ein bewusstes gehen-lassen, Gott überantworten. Fällt relativ leicht, wenn es wirklich nichts (mehr) mit mir zu tun hat 😉 Gesetz der Resonanz 😉

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    1. Die einen lernen ihren Standpunkt zu vertreten, die anderen wann es nicht lohnt – so hat jeder seine Lektionen – dich anlächle

      Das mit dem „goldenen Mittelweg“, das klingt gerade irgendwie nach faulem Kompormis. Auch wenn manches nach „Mittelweg“, diesem der von „Mitte“ kommt, aussieht, so ist es doch eher ein „Mittelweg“ der mit meinen mir Verfügbaren Mittel zu tun hat.

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