… und es wird weniger statt mehr

Mitte Juli kam die Nachricht und zunächst habe ich sie ignoriert, zwei Wochen lang so getan als sei alles wie gewohnt.

Länger ging das nicht, es war bei jedem Thema. Die einen gingen sofort, andere suchten, bereiteten sich vor, so wurde es auch mein Thema.

Da es in meiner Welt keine Zufälle gibt schaute ich was es in mein Leben bringt, was es mit mir macht.

Sehr schnell war mir klar, dass es Blogs gab die, gegebenenfalls, nicht mit mir umziehen würden und so ging ich alle durch. Wenn es mir leicht gefallen ist fast 200 zu löschen, so wurde mir auf der anderen Seite bewusst, wie wichtig die bleibenden mir waren. Was das der Sinn des Umzugs? Dieses Bewusst werden was noch zu mir gehört?

Ich wollte nicht voreilig handeln, wollte genau hinhören, hatte Zeit zu testen wie es mir ohne Blog geht und tat es dann auch.

Das Leben lässt nichts ungenutzt. Wo etwas geht entsteht keine Lücke, es kommt Neues. Viel Neues.

Ich hatte mir für meine Entscheidungsfindung bis Ende September Zeit gegeben und kurz vor Ablauf der Frist schenkte mir eine Zufallsbegegnung (die es ja nicht gibt), ein gutes Gespräch mit einer mir völlig fremden Frau, die Antwort.

Sie erzählte mir von den alleine verbrachten Mahlzeiten, den alleine verbrachten Abenden an denen sie sich früher mit ihrem Mann austauschte und ihre Sichtweise an der seinen prüfen konnte. Erzählte wie sie irgendwann gemerkt hatte, dass sie ohne das Hinterfragen eines Gegenübers ein Gefühl von Stillstand eingeholt hatte und mit dem Schreiben begonnen hatte um auf dem Weg ihre Gedanken zu betrachten, zu hinterfragen.

Was hatte ich in den letzten zwei Monaten mit meinem Gedankengut gemacht, wie achtsam war ich wenn ich mich der Disziplin des schriftlichen Draufschauens entzog? Habe die Unterhaltung als Zeichen gesehen und diese Seite Ende September geöffnet.

Ich hatte so lange nicht bei anderen gelesen, dachte es könne dann auch noch zwei, drei Tage warten, die Zeit mich hierher zu bringen, die Zeit die neuen Möglichkeiten kennen zu lernen.

… und dann kommt es anders.

Bei Blog.de liegen 649 Beiträge die sich nicht in Kartons packen lassen, die da nicht raus, hier nicht rein können.

Ich habe viele, viele Stunden damit verbracht zu versuchen Dateien zu erstellen/importieren, immer wieder. Im Ganzen, pro Jahr, pro Monat und immer wieder festgestellt, dass sich nichts tut.

Habe erst im „Umzugsblog“ um Hilfe gebeten, dann im Forum, dann bei Blog.de… es tut sich nichts.

Ich bin nicht hier, nicht dort und bin es weniger statt mehr.

Gerne möchte ich hier fortführen was ich dort begonnen. Noch kann ich mir nicht vorstellen diese 649 Stücke von mir dort zu lassen und hier neu zu beginnen.

Auf diese Weise amputiert ist es mir nicht einmal möglich euch zu lesen, mich auf euch einzulassen.

Noch bleiben 6 Wochen.
Nur noch 6 Wochen.

24 Kommentare zu „… und es wird weniger statt mehr

  1. Es gibt viele und sehr verschiedene Gründe, warum jemand bloggt. Du sprichst von der „Disziplin des schriftlichen Draufschauens“. Dem „Hinterfragen durch ein Gegenüber“, dem „Überprüfen von Sichtweisen“. Diese Gründe leuchten spontan ein.

    „Draufschauen, hinterfragen, überprüfen“ – das kannst Du sehr gut und sprachlich ansprechend. Die rege Beteiligung in Deinem „Salon“ zeigt, dass etliche so denken.

    Ich hoffe,Deine Probleme werden gelöst. Keine Beiträge mehr von Dir – das wäre ein Verlust.

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  2. Du hast keine Hilfe bekommen beim Importieren? Blick nicht so ganz durch – ahne nur.
    Nur noch 6 Wochen – stimmt – ich habe auch noch nicht alles „gesichert“.
    Aber ist es wirklich so wichtig, Altes zu sichern?
    Ich bin hier noch nicht ganz so glücklich, aber das war ich damals, als yahoo dicht machte und ich nach blog.de kam, auch nicht.
    Ich möchte aber auf den Austausch, der hier durch die Seiten möglich ist, nicht verzichten. Oftmals sind es kleine Denkanstöße, die einem selbst auch helfen können.
    Vielleicht kommt der „Durchbruch“ bei dir ja noch – lass dir einfach Zeit!

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  3. Soooo schön von dir zu lesen…
    Die Nachricht des nahen Endes holte mich ein in einer Zeit, als das Schreiben für mich sehr in den Hintergrund getreten war, auch weil ich die Zeit nicht fand und so fand ich sie auch nicht für eine wirkliche Entscheidung, vermutlich weil es grad nicht wichtig war, aber doch zu wichtig, als dass ich mich von der Zeit überholen lassen wollte, und plötzlich dann doch, weil unbeachtet, vor die Tatsachen gestellt zu werden.
    So hab ich einfach eilig alles in die Umzugskartons geworfen, ohne zu sortieren, aufzuräumen und den Sperrmüll zu bestellen.
    Nun liegt alles hier, vieles in Wahrheit noch immer in den Kartons…
    und ich schau mir jetzt mal zu, was draus wird….
    Ich würd mich freuen, hier das immer anregende Gespräch mit dir fortzusetzen.

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    1. Danke für deinen Vorschlag. Es war kein WordPress Problem, es lag am „einpacken“ und ist jetzt gelösst.
      Schön, dass du hier warst und ich hoffe ich finde die Zeit für einen Gegenbesuch… noch ist alles für mich hier recht fremd..

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  4. Selbst lasse ich den „Rest“ in Würde sterben, es sind überwiegend Foto-Dokus, die Originale habe ich sowieso. Abgesehen davon wusste ich nicht, das Du hier bist, mein Stand der Dinge war, das Du noch überlegst. Aber schön, hier wieder von einander zu lesen!

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    1. Tja, der Name war irre führend, da ich glaubte dich „hier“ zu besuchen, glaubte ich auch du könnest sehen, dass ich „hier“ bin.
      Es tickte sowas wie ein count down, wenn ich zu sehr vermisse, dann frage ich nach 😉

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