Vom Schenken

Schenken früher:

– der Versuch durch Geschenke meinen eigenen Wert in den Augen meines Gegenübers zu steigern und somit auch in meinen eigenen Augen. (Nicht bewusst, jetzt im Nachhinein kann ich es so sehen)
– es lag in der Natur der Dinge, dass die Menschen zu denen ich in Co-Krankheit stand, kein einziges, sei es auch noch so sehr gewünschtes Geschenk annehmen konnten ohne es klein zu reden, ohne daran herum zu nörgeln oder mir sonst wie klar zu machen, dass ich ihnen auch im Schenken nie gut genug sein würde.

Schenken heute:

– meinen Wert lege ich für mich selber fest, kein schenken mehr um irgendwas in den Augen eines anderen zu sein
– die „Nörgler“ werden so beschenkt, dass sie nicht wissen, dass sie es von mir haben. So freuen sie sich über das erhaltene und ich mich an ihrer Freude auch wenn ich meist nichts davon mitkriege.

Ich schenke nur noch um der Freude des anderen willen.

Dies hatte ich vor einiger Zeit geschrieben und dann fragte ich mich ob das nicht nur eine Idealvorstellung ist, ob es der Realität entspricht.

Wie so oft schon, wenn ich etwas in Erfahrung bringen möchte schenkt mir das Leben die Gelegenheit dazu. Dies hier durfte ich unter den härtest vorstellbaren Bedingungen erfahren. Ich erlebe wie Dank und Anerkennung an andere gehen und mir reicht es um die Freude des Beschenkten zu wissen. Es hat irgendwie etwas mit Freiheit zu tun, das kann ich aber noch nicht genau formulieren.

Das Leben ist schön.

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15 Kommentare zu „Vom Schenken

  1. Wir sind so frei, wie wir es schaffen, uns von äußeren und inneren Zwängen zu lösen. Erwartungen anderer – auch unsere eigenen an uns selbst – beengen uns. Da es ganz ohne Erwartungen aber nicht geht, sollten sie einer permanenten Kontrolle unterzogen und gelegentlich auch zurückgewiesen oder modifiziert werden. Das hast Du getan und dadurch mehr Freiheit erlangt.

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    1. Au ja, hier ein zweiter Aspekt der Freiheit.

      Mich lösen von den Erwartungen anderer – wer nicht weiss, dass ich ihn beschenkt habe verharrt in der Erwartung nach meiner Aufmerksamkeit.

      (ups, spiele ich da mit dem anderen?)

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  2. Kann ich alles sehr gut nachvollziehen, auch die Freiheit, selbst aus der Schusslinie der Nörgler zu sein.

    Trotzdem bleibt da für mich noch ein weinendes Auge, da die Offenheit und der direkte Austausch mit dem anderen etwas darunter leidet.

    Aber als Zwischenschritt finde ich das eine sehr befriedigende Lösung 🙂

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      1. War mir schon klar dass es nicht um irgendwelche Menschen geht 🙂

        Und wenn du dir sicher bist, dass du schon am Ende angekommen bist, und das nun die Lösung ist, dann herzlichen Glückwunsch! 🙂

        Wollte das nicht in Frage stellen, sondern war lediglich meine Betrachtungsweise 🙂

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      1. Mir ist wichtig, dass der andere Freunde damit hat.
        Deswegen mag ich nicht schenken, wenn man nicht weiß was und es nur muß.

        Hm….ist es dann Anerkennung die ich brauche?
        Nein, denke ich nicht.

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