Das Band zum Kinde IV

Noch ein Blick rückwärts im Generationen Gefüge.

„Einmal Pfefferminz, Schokolade, Vanille mit Sahne und Schokoladensoße bitte und für mich wie immer“.
Ein kurzer Anruf hatte ergeben, dass Papa alleine zu Hause ist. Eis gut verpackt, die 8 km wegen schmelzender Ware etwas schneller als sonst zurückgelegt.

Er hatte nicht verstanden, dass ich ihm mein Kommen ankündige und durch mein Erscheinen löst sich seine Verwirrung über das kurze Telefonat auf. Er strahlt Freude über mein Kommen aus. Mittlerweile kann er mich fast immer beim Namen nennen. Er hatte gestern einen guten Tag was das Reden betrifft und ich was das Raten angeht. Eine super Kombination. Zwei Stunden Nähe. Zwei Stunden in denen ich sehr Bewusst das Band wahrgenommen habe.

Ich verabschiede mich mit einem „Danke, Papa“ und er: „Ja, das war sehr… ehm… schön?“ er schaut mich fragend an, prüfend ob er das passende Wort benutzt hat, „Ja, Papa, es war sehr schön“

Es gibt noch einen Kuss, dann steht er in der Haustür, ich sitze im Auto und schaue ihn an, wie in den letzten Jahren immer. Immer mit dem Bewusstsein, dass es unser letztes Treffen gewesen sein kann.

Ich schaue auf ein fünf Jahrzehnte lang geflochtenes Band. Mal mit mehr, mal mit weniger Sorgfalt, sehr ungleichmäßig, aber im Rückblick nie um seine Festigkeit bangend.

Das Leben ist schön.

13 Kommentare zu „Das Band zum Kinde IV

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