Schwanger

Auszüge aus einem Text vom Juli 2014:

„14. Juli 1993. … Ich glaubte … endlich mein ersehntes Kind, zu kriegen. … nicht geahnt, dass es „nur um eine Geburt ging“ und, dass ich auch mehr als zwei Jahrzehnte später noch immer auf eine Tochter warten würde. … Deine Mutter… die dich geboren hat und seit 21 Jahren mit dir in den Wehen liegt die an dem Morgen begonnen haben.“

Seit letzter Woche wächst etwas neues, noch ganz klein, noch ganz zart aber es ist da.

Ich trage ein fast 22 jähriges Kind unter dem Herzen, keine Ahnung wie lange diese Schwangerschaft dauern wird, keine Ahnung wie die Geburt aussehen wird aber eines weiß ich, am Ende werde ich eine Tochter haben.

Ich kann dem Leben Vertrauen.

12 Kommentare zu „Schwanger

  1. Abnabelungen – ein Thema in mindestens zwei Richtungen, wenn man selbst Kind ist und Kind(er) hat. Lange schon juckt es mir in den Fingern, das zu beschreiben. Was mich daran hindert, ist der Umstand, das die Protagonisten der Geschichte noch leben (hoffentlich noch lange, so Gott will)

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    1. Ist es illusorisch darauf zu hoffen, dass sie an der resorbtion der Nabelschnur gearbeitet hat und wir diesmal auf ein gemeinsam, zwischen Erwachsenen geflochtenes Band der Liebe setzen dürfen?

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      1. Nein, das ist nicht illusorisch. Die Mama bleibt zwar immer die Mama, so wie der Vater der Vater bleibt. Auch halte ich nicht viel von der Vorstellung, sein Kind als seinen „Freund“ zu titulieren, wie es viele gern tuen. Es bleiben immer noch ein paar Jahrzehnte Unterschied in den Erfahrungen.

        Woran ich glaube, ist eine innere, respektvolle, gegenseitige Verbundenheit, die bleibt, nachdem die Nabelschnur überwunden ist. Liebe ist ein Kind der Freiheit, das hilft mir dabei sehr. So gebe ich keine väterlichen 😦 Rat-Schläge(Aua), sondern spinne Gedanken weiter, zeige mögliche Konsequenzen auf. Er ist seines Glückes Schmied, nichts und niemand kann ihm das abnehmen. Wenn mich manche Bürde, die ich ihm mit auf Reisen gab, traurig macht, lenke ich den Fokus auf das Potential im positiven Sinne. Beides ist real, immer, so wie bei mir im Verhältnis zu meinen Eltern. Er hat die Freiheit, sich das herauszusuchen, was zu ihm passt, von dem, was ich ihm vermitteln kann.

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  2. Schade, dass ich das in meinem Bolg noch nicht geschrieben habe, aber ich hätte da einiges beizutragen 😦

    Hab meinen Sohn vor ein paar Jahren in einer kleinen Zeremonie (als Ersatz für einen Initiationsritus) verabschiedet, und ihn in die Welt der Erwachsenen aufgenommen.
    Natürlich mit der Konsequenz, dass ich die klischeehafte Vaterrolle (als Funktion Vater) auch abgelegt habe, und er nun selbst klar kommen muss. Aber natürlich bleibe ich sein Vater, und helfe wenn es nötig ist. Aber ich bin eben kein Ort mehr um zu jammern oder zu klagen, dass die Wünsche nicht so einfach verwirklicht werden können. Und ich gebe auch keine Anweisungen oder Ratschläge mehr.

    Von meiner Seite ist die Situation also geklärt, und ich erkenne ich als selbstständiges und eigenverantwortlichs Wesen an.
    Aber von seiner Seite war es schwieriger.
    Aber so langsam kommt das auch 😉

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    1. Ich musste erstmal mein eigenes Mutter/Tochter Verhältnis, also ich als Tochter, ordnen.

      Erst mit dem Wissen wie erwachsene Tochter sein ist konnte ich mein Kind dahin entlassen.

      Jetzt kann ich nur geduldig darauf warten, dass mein Kind für sich ordnet.

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