Angeschubst

Um Hilfe bitten? Nur für mich selber um Hilfe bitten…

Ging nicht weil ich es nicht wert war, ging nicht weil Miss Perfect es nicht zulassen konnte, ging nicht weil mir der Mut fehlte.

Dann traute ich mich dort wo ich ohne zu zählen gegeben hatte, dort wo mein Mensch mir gesagt hatte mir Freund zu sein und blieb in meiner Not alleine.

Es dauerte mehr als drei Jahre ehe ich wieder nur für mich selber um Hilfe bitten konnte, ganz vorsichtig. Auch dort hatte ich ohne zu zählen gegeben aber diesmal um die Freiheit meines Menschen wissend, ihm die Absage schon fast in den Mund legend.
Ich bekam die Hilfe. Ganz praktische, stundenlange Hilfe. Heute weiß ich um das Geschenk deines „ja“ zu mir in meiner Not, das Geschenk an meine Seele.

Gestärkt aus dieser Erfahrung, mit dem Wissen auch dort ohne zu zählen gegeben zu haben, mit einem so oft wiederholten „Rufe an wenn etwas ist“, habe ich dann angerufen und blieb ohne Rückmeldung.

Als ich vorhin bei Trixi kommentierte wurde mir bewusst, dass ich hier mal ganz genau auf mein Verhaltensmuster schauen sollte.

Ich traue mich nur zu fragen wo ich ohne zu zählen gegeben habe.
Niemand schuldet mir etwas, es ist nicht der Gedanke etwas zurück zu bekommen.
Wenn es das nicht ist, kann es nur meine Angst sein bei einem anderen in der Schuld zu stehen.

Ich traue mich zu fragen wo ich auf Worte vertraut habe.
Den Fehler Worten zu glauben mache ich immer wieder, in allen Bereichen.

Ich komme nicht weiter, jetzt nicht, aber die richtigen Fragen werden kommen.

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9 Kommentare zu „Angeschubst

  1. Ja genau – um am letzten Kommentar anzuknüpfen 😉
    Schwäche zu zeigen erfordert oft viel mehr Stärke, als souverän Hilfe zu gewähren.

    Manchmal geht es mir aber auch selbst so, dass ich Hilfe anbiete, und mich dann dabei erwische, wie ich hoffe, dass sie nicht abgerufen wird.
    Was aber nicht daran liegt, dass das nur ein Lippenbekenntnis meinerseits war, sondern weil der Begriff mir zu schwammig ist.
    Wenn ich das anbiete, meine ich „meine persönliche Art“ der Hilfe. Gespräche, Zeit, vielleicht auch Wissen, und manchmal auch praktische Handriffe handwerklicher Art.
    Wovor ich dann aber immer wieder etwas Angst bekomme sind Hilfeanfragen körperlicher Art, Umzug, Renovierung oder sonstige Schleppereien, oder die Hilfe um Geld, was ich leider nicht ausreichend habe.
    Doch wenn ich das geben „darf“, was mir entspricht, dann bleibe ich bei meinem Wort und gebe gern 🙂

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      1. Das hast du wohl Recht, aber sind wir immer so penibel, wenn wir zum Beispiel sagen: Ruf mich an wenn du Hilfe brauchst“?
        Sicher wäre es eine Möglichkeit diese Hilfe zu konkretisieren, aber genauso ist es eine Möglichkeit, sie später zu verifizieren.
        Für mich steht da keiner in der Schuld, weder vorher noch nachher.

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        1. Vage Hilfsangebote die später verifiziert werden können – liesst das sich gut für dich?

          Du nennst es penibel, ich nenne es klar. Eine Klarheit die es mir und meinen Menschen leicht macht und vor Täuschung schützt.

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          1. Ja, wenn das dein Ziel ist, ist mir das schon verständlich.

            Für mich sind Worte, und vor allem gesprochene Worte, oft nur ein Versuch der Annäherung. Manche Sätze werden abgebrochen, unterbrochen, oder man springt im Thema hin und her.
            Und daher kann sich dann in einem solchen Gespräch auch eine konkrete Vorstellung von z.B. Hilfe herauskristallisieren, aber dazu bedarf es dann eben auch der Bemühung des Gesprächspartners.
            Fragt dieser nicht genauer nach, muss ich vielleicht auch nicht genauer definieren.
            Tut er das allerdings, wäre es natürlich keine Schwierigkeit das zu tun.

            Aber wie in einem anderem Eintrag von dir schon einmal bemerkt, tut sich der Hilfesuchende manchmal schwer überhaupt Hilfe anzunehmen, und fragt vielleicht nicht genauer nach, sondern interpretiert lieber etwas hinein. Ist jetzt nicht böse gemeint sondern nur menschlich.

            Kommunikation ist eine Krücke für mich, von speziellen Fachbüchern vielleicht mal abgesehen, die immer Raum für Interpretation lässt. Und selbst wenn sich beide Seiten die größte Mühe geben würden, bliebe immer noch sehr viel Raum alleine dadurch, dass man viele Begriffe einfach unterschiedlich definieren würde, oder was ganz anderes darunter versteht.

            Aber wahrscheinlich gehen wir auch alle mit Kommunikation sehr unterschiedlich und individuell um 😉

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