Frieden braucht den rechten Adressaten

Ich hatte vor kurzem gedacht es sei so weit, ich könne jetzt auch meinen Frieden mit der Mutter schließen.

Wollte es in Form eines Briefes tun.

Mein Vorhaben scheiterte an der Anrede.

31 Kommentare zu „Frieden braucht den rechten Adressaten

  1. Ich verstehe Dich sehr gut!

    Ein „Liebe…“ das wäre mir auch unmöglich gewesen.

    Und ein „Hallo…“ zu unverbindlich.

    Was hätte erst der Rest des Briefes für Anstrengungen erfordert?!

    Für mich ist das ohnehin zu spät. Vielleicht ist es gut so. Manchmal macht ein Austausch keinen Sinn. Wenn er einseitig bleibt…

    Mögest Du eine bessere Chance haben, das wünscht Dir
    Gabriele

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    1. Zum Krieg braucht es zwei, zum Frieden nur einen. Es ist nicht zu spät für dich deinen Frieden zu machen.

      Es geht auch mir nicht um „Austausch“ sondern um meinen Frieden für mich. Der Brief ist dabei nur meine Form ihn zu schliessen, er ist für mich, nicht dazu gedacht an sie gesendet zu werden.

      Sie könnte damit gar nichts positives anfangen.

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      1. Als ich mit Mitte vierzig erfuhr, dass mein Vater gar nicht mein Vater war, da brach eine Welt für mich zusammen…

        Ein halbes Leben lang war ich als „Judenbalg“ bezeichnet worden. Daran war ich nun irgendwie gewohnt. Als die Wahrheit ans Licht kam, da fühlte ich mich wie in „Andorra“ von Max Frisch. Es zog mir wahrhaftig den Boden unter den Füßen weg…

        Nach dem Frieden in meiner Seele suche ich seitdem. Meistens vergeblich. Am Grab meiner Mutter war ich nach der Beerdigung nie mehr wieder. Was aus meinem Vater geworden ist, das weiß ich nicht. Vielleicht lebt er noch?!

        Beide haben mich belogen. Mein Leben zerstört und das meiner Kinder zumindest beeinflußt. Wem von beiden kann ich verzeihen? Meinem Vater sicher nicht. Denn er hat mit Freude vielfach gemordet. Stolz darauf. Meine Mutter dachte wie er.

        Es ist schwer Frieden zu finden. Aber ich wünsche ihn mir. Irgendwie.

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        1. Ein grosser Teil meines Weges zum Frieden führte über die Erkenntnis, dass jeder immer sein Bestes tut. (auch wenn das oft sehr wenig oder was schlechtes ist)

          Dein Leben zerstört? Sie haben Fakten geschaffen mit denen du jetzt lebst, wie du das tust ist aber deine Entscheidung, du bist nicht ihre Marionette.

          Unscheinbar daher kommende Worte… ich weiss um die Schwierigkeit sie zu leben, aber es lohnt sich.

          Dich drücke

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        1. … und ohne den Brief wäre mir nicht Bewusst geworden, dass ich noch nicht so weit bin.

          „es gibt Menschen, die man nur in Frieden loslassen kann.“

          Kann man ohne Frieden loslassen? und hängt das wirklich vom anderen ab?

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        2. Es gibt Menschen, die man losläßt und zwar in Bitterkeit. Da ist dann kein Frieden. – Es gibt im Kölschen so einen unübersetzbaren Spruch: „Weeste; verjiss mich!“

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        3. Ich weiß nicht inwieweit wir der Platzanweiser im eigenen Kopf sein könn(t)en. Ich weiß, dass eine andere Persönlichkeit „gewaltiger“ als die eigene sein kann….und dass die Platzzuweisung, dann …zumindest äußerst schwierig , wenn nicht gar unmöglich erscheint.

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  2. „… und ohne den Brief wäre mir nicht Bewusst geworden, dass ich noch nicht so weit bin.“

    Vielleicht bist Du ja weiter als Du annimmst?
    Kannst Du nicht Mutter sagen oder WILLST Du es nicht sagen?
    (und ich meine jetzt nicht: Du solltest oder müsstest es wollen)
    Sie ist die aus der Du kommst.

    Woher stammt unsere Überzeugung, dass eine Frau die Fähigkeit hat, Mutter zu sein, nur weil sie ein Kind gebiert…..
    Das ist nur ein Mythos, so sehe ich das! Um Mutter zu sein, muss man sich einer Verantwortung stellen…..wollen und können

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  3. Sie sind Vater und Mutter. So rede ich sie auch an, allerdings ohne irgendwelche Attribute. Als Zeichen der Zuneigung bekommt der Vater manchmal ein zweites „T“ 😉

    Laß`dir Zeit…

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    1. Danke fürs mit mir teilen.
      In meinen Tags waren sie schon immer „Mutter“ und „Papa“

      Was Bezeichnungen/Namen betrifft gilt es für mich offensichtlich nochmal einen Blick drauf zu werfen.

      Ja, ich habe alle Zeit die ich brauche.

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