Gut aufbewahrt und verloren II

Da waren die Dinge die schon weg waren als sie verloren gingen – Alles ist gut wie es ist.

Da waren die Worte vom Prof die ich so gerne nachgelesen habe, Zeit einen Toten frei zu geben – Alles ist gut wie es ist.

Da waren die Zitate die mir wichtig waren, die ich wiederfinden werde wenn ich sie brauche – Alles ist gut wie es ist.

Da waren Dialoge, ich hatte sie nicht „verblogt“ also durften sie gehen – Alles ist gut wie es ist.

Da waren Worte von denen ich nicht einmal mehr weiß, dass es sie gegeben hatte – Alles ist gut wie es ist.

Da waren selbst verfasste Gedichte und Texte. Nur für mich geschrieben, nur dort hinterlegt. Ich habe bis gerade gebraucht zu erkennen warum sie gegangen sind. Sie sind aus einer Zeit als die Erde eine Scheibe war. Vieles schrie Trauer und Verletzung. Das bin nicht mehr ich, es durfte gehen – Alles ist gut wie es ist.

Und dann eure Gedanken, die die um den Sinn wussten, die die mein Augenmerk auf den Platz fürs Neue lenkten und die wussten, dass zurück kehrt was zu mir gehört.

Alles ist gut wie es ist.

12 Kommentare zu „Gut aufbewahrt und verloren II

  1. Es ist, wie es ist.

    Irgendwann kamen diese Worte zu mir und sie haben mir schon oft geholfen. Zwei Winter zurück platzten mir Wasserrohre in meinem uralten Renaissancehaus. Ungeheizt auch bei Frost, damit lebe ich, muss es, mit meiner Minirente. Mein Dachgeschoßbad war allerdings anderer Meinung und wehrte sich. Es setzte mit seinen Wasserfluten volle vier Hausebenen unter Wasser. Und da es dies pfiffigerweise in der Nacht tat, als ich fest schlief, dauerte es Stunden, bis mir ein seltsames Gerüsch auffiel. Nämlich in jenem Moment, als im Nachbarzimmer ein Teil der Decke herunter kam…

    Lange Rede, kurzer Sinn. Auch ich musste mich verabschieden. Von einer Unmenge Fotos. Vielen meiner geliebten Bücher. Unzähligen Heften mit Gedichten, Gedankennotizen, Erinnerungen. Ich litt. Auch um den anderen Kram, der nur noch dem Müll überantwortet werden konnte…

    Doch es kam jener Tag, an dem ich bereit war, meinen Wahlspruch wieder gelten zu lassen. Wie Du jetzt auch. Wir haben es manchmal unendlich schwer, uns zu trennen. Oder denken überhaupt nicht darüber nach, weil etwas schon so lange Zeit zu uns gehörte. Aber nun ist es fort. Und sollte wohl so sein.

    Neues wird kommen. Das zum Hier und Jetzt gehört. Die Erde ist keine Scheibe. Und wir leben nicht mehr in der Vergangenheit. Beides ist uns klar. Was wirklich zu uns gehört, das werden wir nicht verlieren. Anderes hat es nicht mehr gebraucht.

    Es ist wie es ist (wenn auch nicht alles gut, für mich).

    Verschneite Grüße aus dem klirrkalten Nordwesten!!

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    1. Meine Antwort eins tiefer, falsch geklickt – sorry

      ————

      Nutze den Platz hier es dir zu sagen da deine Kommentare geschlossen sind: dein Winter als „Atempause, auf Zeit…“ fand ich schön formuliert.

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  2. 😀
    Freut mich, das Du das so fühlen kannst! Es mag ja da und dort aufschlussreich sein, seine eigene Schreibe von vor 5 Jahren oder so noch einmal zu lesen, aber letztendlich schwimmt man damit schon irgendwie im eigenen Saft. Tief in uns bleibt uns doch eh`erhalten, was wirklich wichtig ist.

    PS: Die Rechte an dem geschriebenen sowie die halbwegs „sichere“ Aufbewahrung dessen waren mit Gründe, mich zu verselbstständigen, beim Wassertiger. Die Datenbanken dort kann ich mitnehmen, wohin ich möchte, bei einem möglichen Serverumzug.

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