Adventskalender 13. Türchen – Willkommen am Preisschildchen

Liebes Du,

Setze dich hier zu mir an den Tisch, hier ist das Licht besser zum draufschauen.

Irgendwann war ich die einzige die im Kaufhaus noch nicht geklaut hatte und wurde somit für die anderen zum Risikofaktor. Entweder oder. Wenn ich dazu gehören wollte, und das wollte ich um jeden Preis, dann musste ich da hinein und stehlen. Ich habe es getan, mit zitternden Fingern, mit hochrotem Kopf habe ich das Gläschen durch die Kasse geschmuggelt. Als ich draußen war und die anderen mich feiern wollten bin ich schweigend an ihnen vorbei. Mir war mit einem Mal klar geworden, dass ich um den Preis keine von ihnen sein wollte.

Ich versäumte es genau auf das zu schauen was da passiert war und „Um jeden Preis“ begegnete mir ein weiteres Mal.

Um jeden Preis wollte ich ihm wieder Frau sein dürfen und ich tat alles dafür. Auch hier dauerte es eine Weile ehe ich verstand was da passiert war, als ich genügend Abstand hatte konnte ich draufschauen.

„Um jeden Preis“, das heißt jenseits des Üblichen, des eigentlich Machbaren. Es heißt ich verlasse den Spielraum in dem ich achtsam mit mir selber umgehe.

2013 habe ich mit der Erkenntnis: „Nichts, niemand ist es wert mich selber dorthin zu führen wo ich mich wieder verleugne“ gelebt und ich weiß es wird so bleiben.

Danke fürs mit draufschauen,

Bisou

11 Kommentare zu „Adventskalender 13. Türchen – Willkommen am Preisschildchen

  1. Um jeden Preis im Sinne der Selbstverleugnung oder Selbstaufgabe – der Preis ist in jedem Fall zu hoch.

    Für mich haben diese Worte noch eine andere Bedeutung. Ständig läuft im Hintergrund so ein Programm, um das mal so rein technisch zu umschreiben. Ist es das wert? heißt dieses Programm. Die permanente Analyse bestimmt Aktivität oder Passivität oder besser das Maß an Aktivität, das ich aufbringe. Es gibt Situationen, wo für mich „Um jeden Preis“ für ein nicht-loslassen steht, komme, was da wolle. Bis zum Ende meiner Möglichkeiten, die zu entdecken immer wieder Überraschungen birgt. Im Sinne von alles tun, was ich kann, unabhängig vom agieren des Gegenübers.

    Es gibt Gott sei Dank nicht viele solche kräftezehrenden Lebens-Situationen. In den allermeisten Fällen bremse ich rechtzeitig, weil um jeden Preis einfach ein zu hoher Preis ist.

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    1. Kann es sein, dass ein „ist es das wert? Programm erst dann ablaufen kann wenn ich erst einmal um meinen eigenen Wert weiss?

      Ohne gesunden Selbstwert keine Möglichkeit andere Werte vernünftig ein zu schätzen?

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    1. Es gab Zeiten in meinem Leben wo ich dagegen angekämpft habe.

      Ich war zu stark, zu selbstständig, zu entscheidungsfreudig, zu alles mögliche was es ihm irgendwann schwer gemacht hat meine weibliche Seite zu sehen… wie auch, wenn ich sie selber verleugnete. Ich verstehe es heute und kann ohne jeden Groll auf die Zeit zurückblicken.

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  2. Der Preis ist oft die eigene Grenzverletzung, sprich: Verleugnung der eigenen Persönlichkeit. Viele werden sich dieses Preises überhaupt gar nicht bewusst, da sie keine oder nur wenig Vorstellung von ihren eigenen Grenzen, ihrer eigenen Persönlichkeit, und ja,ihrem eigenen Wert haben.Dafür gibt es vielerlei, teilweise sehr schwer wiegende Gründe.
    Bei all Deinen eigenen Gründen, „seltsame“ Vorstellungen von Deinem SELBST zu entwickeln, hatte irgendetwas in Dir doch frühzeitig sehr ausgeprägte Vorstellungen davon, wo Du Dich nicht verleugnen willst. Das spricht für ein Erkennen, auch wenn es Dir sicher zu dieser Zeit noch nicht bewusst war, dass zu der Verleugnung des eigenen Selbst, die eigenen Duldung oder Zustimmung erforderlich ist……..

    na….jetzt bin ich wieder ein Stückchen näher an dem, was Sich– selbst- belügen alles bewirkt an Persönlichkeitsverzerrung.

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  3. Ein halbwegs „friedliches“ Leben mit der Mutter war nur mit Lüge möglich, Ehrlichkeit als Unterscheidungsmerkmal, als etwas eigenes?

    „Auch hier dauerte es eine Weile ehe ich verstand was da passiert war, als ich genügend Abstand hatte konnte ich draufschauen.“

    Ich lese dich und weiss, es ging nicht um „Abstand“, es war zwar mit Abstand, aber es war als ich begann mich lieb zu haben.

    Ich kann mir selber nur treu sein wo ich jemand/etwas bin.

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  4. Ideelle und materielle Belange verändern ihren Wert für uns im Laufe der Zeit. Was gestern noch von immenser Bedeutung und scheinbar „lebensnotwendig“ für uns war, ist vielleicht morgen schon vergessen.

    Deshalb versuche ich immer, wenn ich für eine Sache brenne, auch in die Zukunft zu schauen… erst wenn ich glaube, dass es meine „Mittel“ nicht übersteigt, werde ich alles Mögliche daran setzen, mein Ziel zu erreichen. „Um jeden Preis“ sollte dabei nur mein Motto sein, wenn der Gewinn in die eigene Tasche fließt.

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