Evakuiert

„Verlassen sie umgehend das Gebäude und begeben sie sich …“

Erstaunlich was da in Blitzeseile durch meinen Kopf ging.

Terroranschlag (ich schaue definitiv zu viel Nachrichten), Geiselnahme in der Gegenüberliegenden Bank, Einsturzgefahr weil umgeben von Erdarbeiten, achso ja, Erdarbeiten, Bombenfund.

Dann wird funktioniert. Im Nachhinein frage ich mich schon welchen Sinn das Herunterfahren des PC’s hatte, egal. Taschen, Autoschlüssel, Kollegin. Abschließen, zum Auto, aus der Gefahrenzone heraus.

Eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Und wenn sie hoch geht? In meinem Schreibtisch ist eine CD mit unwiederbringlichem, alles andere ist ersetzbar.

Meine Kollegin ruft Eltern und Ehemann an, es soll sich niemand um sie sorgen wenn es im Radio gemeldet wird. Um mich sorgt sich keiner.

Das Wort „Evakuiert“ kann ich nur aus Geschichten meiner Eltern, sonst gehörte es zu Film und Fernsehen.

Sicherlich hätte es sich anders angefühlt, hätte ich mein Haus verlassen müssen.

Was bleibt sind platte Witze: „Hab gehört ihr hattet Bombenstimmung“

15 Kommentare zu „Evakuiert

    1. Ich stelle immer wieder fest, dass ich in Gefahren oder Notsituationen mitlerweile kühl und kalkuliert handeln kann.

      Bei Gefahr (oder als solche empfundene Situation) scheint der Mensch seine Funktionen auf „Überleben“ zu konzentrieren, alles andere wird zeitweise stillgelegt.

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    1. Ja, denke ich wirklich.

      Meine Kids hören ausländische Radiosender. Die meisten meiner Familie leben in anderem Sprachgebiet, haben es also auch nicht im Radio mitbekommen und Papa vertraut.

      Bei uns galt schon immer: „Keine Nachricht, gute Nachricht“

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        1. Wenn ich darauf vertrauen darf, dass der andere achtsam mit sich umgeht brauche ich mich nicht sorgen.

          Ich gehe mitlerweile (fast) immer achtsam mit mir um, du darfst deine Gedanken erfreulischen, positiven Dingen widmen 🙂

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    1. Habe jetzt eine Weile nachdenken müssen wie es sein kann, dass deine Eltern diesen Galgenhumor entwickelten. Hier redet niemand so darüber.

      Habe auf die Unterschiede geschaut und bin dabei auf zwei Dinge gestossen:

      Die Menschen hier (Belgien) fühlten sich ausschliesslich als Opfer, Galgenhumor gegen ein Verdrängtes „Eigenverschulden“ Gefühl?

      Hier wurde fast nur während der Ardennenoffensieve gebombt, eine relativ kurze Zeitspanne, Galgenhumor bei Gewöhnung an eine Situation?

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  1. Wir wiegen uns alle viel zu sehr in Sicherheit, geht mir wieder beim Lesen Deiner Zeilen durch den Kopf….niemand kann uns für diese Sicherheit garantieren. Wir tun aber immer so als gäbe es da Jemanden? welche? die das sollten und könnten?

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  2. Es kann alles so schnell anders sein, ja…

    „Wir tun aber immer so als gäbe es da Jemanden? welche? die das sollten und könnten?“

    Mich da auf andere(s) verlassen? Nein. Eher schaue ich da auf die (im Grunde kleinen und unwesentlichen) Dinge die ich selber tun kann. Fahrzeug in Ordnung halten, Gurt anlegen, „Versicherungen“ abschliessen, den Haartrockner nicht in die Wanne werfen und was mir sonst noch so beigebracht worden ist.

    Einfluss auf die grossen Dinge habe ich nicht aber vielleicht ein bischen auf das „wie“ ich von einem zum anderen, zum letzten komme.

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