Experiment gelungen, Beziehung war schon Tod

Ich war gestern bei meinen Eltern. Diesmal mit dem Vorsatz mich (nach vielen Jahren) auf ein Gespräch mit meiner Mutter ein zu lassen. Ich wollte wissen ob die Arbeit der letzten Monate, ob ich meine Erkenntnisse verinnerlicht habe. Ich wollte sehen ob mein Wissen über ihre Krankheit mir ermöglicht ohne Verletzung durch eine Unterhaltung mit ihr zu kommen.

Rückblickend erlebe ich mich wie ein Forscher der eine Laborratte im Labyrinth beobachtet. Jede Bemerkung, jede Spitze, jedes Ignorieren, jedes Provozieren, ich konnte alles einordnen.

Wo ich lange Jahre Anklage, Schuldzuweisung, Verachtung, Ignoranz, Verletzung erfahren hatte, wo ich mich als „nicht richtig“ erlebt hatte, konnte ich gestern auf sie und ihre Krankheit schauen.

Ich habe auch mich selber beobachtet, ich war konzentriert aber nicht angespannt. Ich war ruhig, freundlich und höflich.

Ich versuchte Papa mit ein zu beziehen, die beiden ersten Male hat sie dann versucht mich zu verletzen, als sie merkte, dass es mich nicht abhält, hat sie beim dritten Mal Papa angegriffen. Da trifft sie mich noch aber ich konnte ihr da als Erwachsene gegenübertreten.

Es war ein Experiment, nicht der Wille mich ihr zu nähern und ich habe kein schlechtes Gewissen deswegen.

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15 Kommentare zu „Experiment gelungen, Beziehung war schon Tod

  1. Du bist mutig, das finde ich wirklich wunderbar.
    Du kannst es, weil du schon gewachsen bist und du wirst weiter wachsen, weil du das Wagnis eingegangen bist und gesehen hast, wie stark du schon geworden bist.

    Schlechtes Gewissen musst du in keiner Weise haben – du warst ruhig, freundlich und höflich – und jeder ist für sich selbst verantwortlich. Das betrifft genau genommen auch die Angriffe auf deinen Papa. Er muss wissen ob und wie er damit leben kann. Vielleicht hat er seinen Weg für sich auch schon gefunden.

    Alles Liebe!

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    1. „jeder ist für sich selbst verantwortlich. Das betrifft genau genommen auch die Angriffe auf deinen Papa. Er muss wissen ob und wie er damit leben kann. Vielleicht hat er seinen Weg für sich auch schon gefunden.“

      Ja, jeder ist für sich selbst verantwortlich und er hatte sich schon lange damit arangiert wie sie mit ihm umgeht. Nicht desto trotz tut es mir weh wenn sie sich lauthals über ihn lustig macht weil er seine Worte nicht findet oder falsche benutzt. Ich habe da nicht Papa verteidigt (wie früher so oft) sondern ihr erklärt was der Schlaganfall im Hirn verursacht hat. (als wisse sie es nicht)

      Auch wenn er es nicht mehr anders kennt, mir tut es weh.
      Was tut mir da eigentlich weh? = Hausaufgabe!
      Danke

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  2. Es ist immer ein Wagnis, das auszuprobieren, was man an Einsicht gewonnen hat…..dazu gehört auch die eigene Vorstellung von sich selbst und von dem, was man bewältigen kann.
    Doch ohne dieses Wagnis einzugehen, kann man es auch nicht heraus finden. Mit dem Vertrauen in uns selbst, ist es nicht so viel anders, wie mit dem Vertrauen in einen anderen Menschen. Wir müssen heraus finden, wie tragfähig es ist.
    (G.Z./ 21.05.2013)

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    1. Ja, das wollte ich heraus finden. Wenn ich im schwierigsten Fall bestehe, machen mir die anderen keine Angst mehr.

      Mir und meinen Einsichten vertrauen, Selbstvertrauen, vermutlich einer der kürzesten Wege zur Selbstliebe.

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    1. Ich bin dir nicht „weit voraus“, ich gehe nur andere Wege.

      Um Frieden mit deiner Mutter zu schliessen brauchst du deine Mutter nicht, den Friedensvertrag schliesst du in dir, mit dir selber.

      Ich brauchte das Experiment weil ich an anderen Stellen mit dem Krankheitsbild konfrontiert bin.

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  3. Schlechtes Gewissen? Warum solltest Du das haben?

    Aus Besuchen bei meinem Vater kann ich mir in ungefähr vorstellen, wie Du Dich fühlst.
    Meistens gelingt mir dieses Beobachten. Dem anderen zuzugestehen, dass er nicht anders kann erleichtert es, Worte nicht so an sich herankommen zu lassen.
    Dennoch, es ist ein merkwürdiges Gefühl. Sich selbst neben dem Gegenüber im Fokus der Handlung zu haben.

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    1. „Schlechtes Gewissen? Warum solltest Du das haben?“
      Danke für die Frage, lächle, weil ich da noch mit ihren Vorgaben gedacht habe. Jetzt darf ich sie ablegen und mir selber sagen was ich in der Beziehung für gut und richtig halte.

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          1. … tja … so sind richtige kerle … wir kennen nur STANDGAS oder KALLGAS … :yes:

            aber für so ein neckisches rollenspiel … mach ich dir den grünschnabel gern …

            und dann … verfalle ich dir ja eh …

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