Was hat Janus mit meinem Bauch zu tun?

„Janus hat zwei Gesichter, eines vorne, eines hinten, das eine ist dem anderen zu schnell, das hinten muss das vorne noch einholen damit sie wieder eins sind.“

Als ich das schrieb war mir nicht bewusst wie sehr es mich selber betrifft.

„Wenn der Bauch dem Kopf hinterher hinkt, dann ist neues Wissen noch nicht verinnerlicht.“

Schrieb ich gestern.

Janus bin ich gerade selber.

Kann ich etwas tun damit der Bauch den Kopf so schnell wie möglich einholt oder muss ich da lediglich Geduld aufbringen?

11 Kommentare zu „Was hat Janus mit meinem Bauch zu tun?

    1. Ja. Mehr als „was“.

      Es gab Erkenntnisse die einiges ins rollen gebracht haben, je mehr da rollt, je mehr Gewicht, je schneller rollt es.

      Manchmal ist es als überrolle es mich, meist stehe ich auf der wachsenden, rollenden Kugel und balanciere drauf herum.

      Wie lang ist der Abhang noch, wie steil, und wenn unten angekommen, geht es dann dem Tal nach oder auf der anderen seite wieder hoch um wieder runter zu rollen… viele Fragen – die ich aber sofort wieder vergesse.
      Heute, hier und jetzt, das ist wichtig und wenn diese dinge „heute“ geworden sind haben sie ihren Platz.

      Nichts, dass sich einen Weg durch den Nebel bahnen müsste, kein Grund zu rütteln – dich umärmel

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  1. Janus mit seinen zwei Gesichtern verkörpert die Bipolarität, das „entweder oder“. Kopf und Bauch hingegen können im „sowohl als auch“ mit einander auskommen und sich, mit Übung und Geduld (!) einander gut ergänzen.

    Es bestimmt der Bauch, unsere Seele. Sie liefert die Impulse unseres tun und unterlassens, des sich-anfühlens, Emotio halt. Der Kopf hat Ordnungsfunktion, sortieren, ordnen, logische Verknüpfungen schaffen zwischen harten Fakten. Er darf die Seele beraten und manchmal auch trösten, Chef sein darf Ratio nicht.

    In Zeiten großer Veränderungen können wir uns die Wechselwirkung der beiden scheinbar so verschiedenen Teile zu Nutze machen. Es klingt profan, aber Schauspiel kann der Beginn echter Veränderung sein. Zu tun, als ob etwas für uns gut und richtig wäre, so ist es am Beginn, auch, wenn sich zuerst alles in uns sträubt. Dabei muss immmer ein Finger am Puls der Zeit liegen, um nachzuspüren, ob der Weg stimmt, dauerhaft. Irgendwann ergeben sich neue Erfahrungen, zunächst vereinzelt, mit der Zeit immer öfter. Sie ersetzten mitunter unsere alten Überzeugungen, Stück für Stück, langsam, aber stetig.

    Bis wir irgendwann unser „Schauspiel“ verinnerlicht haben, die Maske ein Teil unserer Persönlichkeit geworden ist, Schein und Sein keinen Widerspruch mehr bilden. Es mag Autosuggestion genannt werden, aber es hilft, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

    Lieben Gruß, Reiner

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    1. Habe ich dich mit der Maske richtig verstanden wenn ich jetzt D Carnegie mit diesen Worten zitiere:
      „Wir können unsere Gefühle nicht einfach durch einen spontanen Entschluss ändern, wir können aber unser Handeln ändern.
      Und damit ändert sich automatisch das Gefühl.
      Deshalb ist der ideale und bewusste Weg zur Heiterkeit – wenn sie ihn verloren haben – gelassen dazusitzen und zu handeln und zu sprechen, als seien Sie schon heiter.“

      Ich lebe mein Wissen, es ist also nur noch eine Frage der Geduld bis meine Ohren immer mit dem neuen Wissen hôren, bis mein Mund immer mit dem neuen Wissen spricht, meine Augen damit sehen. Je aufmerksamer ich mir gegenüber bin, je schneller werde ich mich dabei erwischen wenn ich ins alte Muster falle, bis ich es nicht mehr tue, bis das neue ganz „meins“ ist… und bis dahin so tun als sei es schon so.

      Wenn ich konsequent so tue als sei es schon so, dann muss ich auch meinem Bauchgefühl vertrauen – sowas wie Vertrauensvorschuss?

      Jedem Fremden gewähre ich sowas wie einen Vertrauensvorschuss, dann sollte es mir doch auch mit meinem vertrauten Bauchgefühl möglich sein.

      Ich lächle gerade, danke fürs Fädchen hinhalten damit ich weiter knüpfen konnte.

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      1. Trau`dir selbst ruhig, deine Intuition ist vorhanden, auch, wenn sie dich mitunter getäuscht hat. Sie ist der wahre Chef und mit ein wenig Aufmerksamkeit wird sie immer verlässlicher 😉

        Für mich war es vor langer Zeit sehr hilfreich, Menschen glauben zu können, es sei schlicht möglich, sein Leben zu ändern. Sie wirkten überzeugend und authentisch, so glaubte ich ihnen, weil mir selbst nichts besseres einfiel. So, wie es war, wollte ich es nicht mehr, ich wollte leben. Nie habe ich diesen Vertrauensvorschuss bereut.

        Gruß Reiner

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        1. In meinem Leben sind die Karten völlig neu gemischt worden.

          Ein halbes Jahrhundert lang habe ich meinen Einsatz bezahlt und dann die Hand weggeworfen.
          Jetzt sitze ich am Tisch und halte vier Asse in der Hand, mein Bauch spielt verrückt, es gilt sich an die neue Situation an zu passen.

          Und ja, du hast recht, den Pot hohle ich nach Hause 🙂

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  2. Wenn da „zwei“ sind die sich unterschiedlich schnell bewegen, du dir aber wünschst, sie mögen doch ein Tempo gehen, dann solltest du vielleicht eines bitten, etwas langsamer zu machen und auf das andere zu warten.
    Wenn aber dein Kopf vor deinem Bauch wegzulaufen versucht, dann hilft vielleicht, aus dem IT-Bereich, eine alte AdminRegel:

    „Never touch a running System!“

    Vielleicht hilfts ja.

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    1. Lächle, nein, mein Kopf läuft nicht vor meinem Bauch davon.

      Der Kopf ist bei neuen Erkenntnissen einfach nur schneller, das ist eigentlich immer so nur hier ist es für mich sehr auffällig geworden weil es so vieles in sehr kurzer Zeit war/ist. … und nicht aufhört weil eine Erkenntnis alstes Wissen wie Dominosteine umwerfen kann und durch neues ersetzen kann.

      Meinem treuen Weggefährten „Bauch“ mitlerweile mit Vertrauensvorschuss begegnen kann 🙂

      „Never touch a running System!“ ist ein „Männerding“ – nichts für mich.

      Danke für deine liebgemeinten Empfehlungen

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