Adventskalender 21. Türchen (2012) – Eine ganz neue Grundlage

Liebes Du,

vermutlich hast du hier schon das Thema „Mutter“ vermisst, vermutlich habe ich es aufgeschoben weil ich nicht so recht wusste ob die Entwicklung die sich gerade anbahnt schon Türchen reif ist.

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse im auslaufenden Jahr hat aber mit meiner Mutter zu tun.

Immer hatte ich geglaubt mein Bruder und ich seien die ungeliebten und meine beiden Schwestern die geliebten Kinder.

Das Leben schenkte mir Grund mich mal wieder näher mit meiner „kleinen“ Schwester zu befassen und dabei wurde mir bewusst, dass die Art an der jüngsten zu klammern, die Erwartungen die in sie hinein gelegt worden waren auch nicht wirklich mit liebe zu tun hatten.  Das brachte mich dazu auf die Ältere zu schauen und auch da sah ich an Stelle von Liebe, Einengung und Erwartungen.  Das Verhalten diesen beiden Kinder gegenüber hatte nur nach außen hin „positiver“ ausgesehen. 

Ist erdrückt und mit Erwartungen zugeschüttet werden erstrebenswerter als Abweisung und Schläge?  Definitiv nein.

Es war unsagbar befreiend die Schuld fürs nicht geliebt werden können nicht mehr bei mir suchen zu müssen, ich war nicht einmal mehr Auslöser für irgendwas.  Meine Mutter kann nicht lieben.  Wie blind hatte mich mein Schmerz fünf Jahrzehnte lang gemacht, so blind, dass ich nur das offensichtliche gesehen hatte, wie ein Kind nur das Vordergründige: ein Schlag ist böse, eine Umarmung ist gut.

Wie wohltuend endlich klar zu sehen, ja, auch ein „Meine Mutter kann nicht lieben“ kann eine wohltuende Erkenntnis sein.

Ich war nicht schuld und sie war auch nicht schuld.

Ich bin nicht schuld und sie ist nicht schuld, sie hat wie jede andere Mutter auch getan was sie kann. 

Das war eine ganz neue Grundlage um zu versuchen eine Beziehung zu ihr auf zu bauen.  Winzige Schritte sind gemacht.

Ich wünsche dir eine gute Nacht,

Bisou

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12 Kommentare zu „Adventskalender 21. Türchen (2012) – Eine ganz neue Grundlage

  1. Ging mir auch so mit meiner Schwester. Mittlerweile habe ich erkannt, dass ich eigentlich Glück gehabt habe. Nein, nicht in meiner Kindheit, aber jetzt. Ich konnte mich weiterentwickeln, meine Schwester ist auf der Stufe eines Teenagers stehengeblieben – mit fast 60!
    Liebe Grüsse und ein besinnliches Weihnachtsfest wünscht
    Flip-per

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    1. Der Ausgangspunkt ist nicht wirklich wichtig, wichtig ist was es uns gelingt daraus zu machen.

      Ich danke dir für deinen Besuch und deinen Kommentar und wünsche auch dir ein frohmachendes Weihnachtsfest.

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  2. Ich glaube Mütter können nur weiter geben was sie auch selbst erlebt haben…es sei denn: Sie können gewisse Kreise durchbrechen.

    Das war dann wirklich schwer(für mich) und besonders für meinen Großen. Wir haben neulich nochmal darüber gesprochen J. und ich, natürlich hat er das Dunkel (was ich ihm brachte) nicht vergessen. Aber er sagte mir auch, wieviel Licht nun da ist und wie schön er das findet. Ich hoffe ich darf ihm noch viel Locht geben.
    Ich liebe ihn- ich weiß ich kann lieben- ich liebe auch Motte- ich habe Kreise durchbrochen und ich werde immer besser darin Mutter zu sein…

    *sorry* aber dieser Blog hatmich sehr berührt:)

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    1. *Kopfkratz

      Du hast nicht vergessen, dass meine Tags mir dazu dienen Texte wieder zu finden und nicht Hinweise auf den Inhalt an sich sind?

      Liebe steht also da wenn es um Liebe geht aber auch um nicht lieben.

      Ein Stück Heilung ist es dennoch

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  3. Das Leid der mittleren Kinder ist oft spürbar, daß Erwarten an die Älteren und das Aufpassen der Jüngsten, da werden die Mittleren oft vergessen, aber die gehen besser durchs Leben selbständiger.
    Wünsche alles Gute H.I.S.

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  4. Ich freue mich für dich über deine neue Sichtweise …, aber auch für deine Mutter.

    Oft habe ich erlebt, dass Kinder (wenn sie erwachsen sind) das Verhalten oder die Erziehungsmethoden ihrer Eltern verurteilen. Aus ihrer Sicht ist dies auch verständlich, aber Mütter und Väter sind eben auch nur Menschen, gefangen in ihren Erfahrungen und Möglichkeiten, und oft unfähig, diese ihren Kindern „richtig“ zu vermitteln.

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