Wut, ich spüre Wut in mir.

Wut, ich spüre Wut in mir.

Nicht ein Gedanke in meinem Kopf, nein, ein Gefühl das aus meinem Bauch heraus kommt.

Es strahlt von innen nach außen.

Meine Muskulatur ist völlig angespannt.

Ich spüre so was wie ein Gewaltpotential in mir.

Mir ist als würde ich mit physischer Gewalt reagieren wenn jetzt einer der beiden vor mir stehen würde.

Gewalt, ich spüre Gewalt in mir.

(Erfahrungen von Freitag)

Wenn ich bisher Wut oder Gewalt in mir spürte richtete sie sich meist gegen mich selber. In dem Ausmaß, mit diesem Gefühl, mit dem Wissen sie auch um zu setzen hatte ich es nie gegen andere erfahren.

Wer meinem Kind etwas antut, tut es mir an – doch dieser Gedanke traf es nicht.
Ich hatte mich nie gewehrt, hatte auf Gewalt nie mit Gewalt, auf Wut nie mit Wut geantwortet wenn es um mich ging. Hier ging es um weit wertvolleres als mich selber.

Im Gespräch sagte ich Dinge wie: „es steht dir zu…, niemandem steht zu dich…, du hast das Recht…, niemand hat das Recht dich…, du darfst…, niemand darf dir…“

Letzte Nacht ist mir wieder eingefallen, dass ich „kein böses Kind war“. Auch mir steht zu, auch ich habe das Recht, auch ich darf.

Auch ich darf wütend sein, den Wunsch nach Gewalt in mir verspüren ohne mich dafür als bösen, schlechten Menschen sehen zu müssen.

14 Kommentare zu „Wut, ich spüre Wut in mir.

    1. Vor einiger Zeit sagte jemand zu mir „du darfst sagen „ich will““ und als ich dann wenig später sagte „ich will“ bin ich dafür vom gleichen Menschen zusammengebrüllt und übelst beschimpft worden und bekam zu hören ein Mensch wie ich habe kein Recht etwas zu wollen.

      Wie ist das etwas du dürfen? Erst mal bin ich recht misstrauisch, frage mich ob es so bleiben wird. Erfahrungen machen vorsichtig. Der Unterschied zu damals: es ist keine Genehmigung die mir jemand erteilt (und somit auch zurück nehmen kann) es ist eine eigene Feststellung. Ich alleine bin jetzt dafür zuständig was draus wird.

      Wie es sich anfühlt wütend zu sein? Es ist, zu meinem Erstaunen, ein sehr physisches Gefühl. Es „bläht auf“, es „spannt an“, die Stimme ist schneller und lauter – im Prinzip: et macht „gross, hart, man nimmt mehr Platz ein“ – eigentlich sehr archaisch droh/schutz Funktionen werden aktiviert.

      Im Kopf hat es etwas sehr befreiendes.
      Könnte ich jetzt meine Wut nicht gegen die beiden richten würde ich sie gegen mich selber richten, würde bestimmt über hundert „hätte“ irgend einen Grund finden mich selber zu beschuldigen.
      Nicht selber „schuld“ zu sein lässt meinen Kopf frei, ich kann ganz anders für mein Kind da sein, klarer denken und konsequenter handeln.

      Noch habe ich die Wut und das damit einher gehende Gewaltdenken im Griff. Wenn es so weiter geht wie es sich abzeichnet weiss ich nicht wie es wird. Mein Bedürfniss selber ein zu schreiten wird mit jedem Tag grösser und damit auch meine „Gewaltbereitschaft“. Noch sehe ich es als eine Art Ventil und vertraue auf meinen Verstand.

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