Adventskalender 2011 – 20. Türchen – Von Erwartungen und Wünschen

„Unsere Erwartungen entsprechen dem, was uns im bisherigen Leben geschah,- was uns beGEGnet ist. Das bestimmt(e) unser Denken, Handeln und Fühlen. Mit diesem Wissen können wir vielleicht begreifen, mit wieviel Aufmerksamkeit, Nachsicht und auch Vorsicht, wir Erwartungen an andere haben sollten…“


(G.Z. / 17.11.2011)

 

Das Thema Erwartungen ist in den letzten Wochen intensiv von Gudrun – der ich die Aussage hier oben verdanke- und ihren Lesern betrachtet worden.  Nicht selten habe ich dem mit Befremden zugesehen.

 

Hinter dem 20. Türchen schaue ich dann nochmals wie ich mit diesem Thema umgehe.

 

– Ich erwarte von meinem Gegenüber mit Respekt und Achtung behandelt zu werden

 

– Ich erwarte von meinem Gegenüber Höflichkeit

 

– Ich erwarte von meinem Gegenüber zu seinem Wort zu stehen.

 

– Ich erwarte von meinem Gegenüber Vereinbarungen ein zu halten.

 

Diese Dinge erwarte ich nicht nur von jedem, ich gebe sie auch.

 

Und damit ist, glaube ich alles abgedeckt was ich an Erwartungen anderen gegenüber habe.

 

Erwartung ist das was ich annehme was ein anderer tun wird oder sollte.

 

Ich denke „Erwarten“ ist so ein Wort wie „Hoffen“ oder „Träumen“ – ich bin ein viel zu zielorientierter Mensch für diese Dinge.  Genau wie ich nicht träumen kann, erwarte ich, bis auf die hier oben genannten, mir selbstverständlich erscheinenden Dinge, nichts von anderen.

Wünsche ich mir etwas, möchte ich etwas, dann sage ich das.  Ich glaube nicht, dass wer es auch sei, in meinen Kopf hinein sehen kann, denke also nicht, dass bestimmte Dinge geschehen sollten wenn ich sie nur in meinem Kopf trage.

 

Beispiel: „Erwarte“ ich, dass Federchen den Trockner laufen lässt, dann bitte ich sie das zu tun. 

Wenn ich meine Wünsche nicht formuliere, wird sie es tun oder auch nicht, dann erfahre ich ob sie selber daran denken wird, ob sie Eigeninitiative übernimmt und dann tut sie es oder tut es auch nicht.  Ich darf mich dann freuen oder wundern je nachdem wie sie gehandelt hat, aber nicht über sie ärgern oder enttäuscht sein.

 

Genau so wenig wie ich denke jemand könne meine Gedanken lesen oder meine Gefühle kennen wenn ich sie nicht ausspreche, genau so wenig kann ich in mein Gegenüber hinein schauen.  Wer sich etwas von mir wünscht, der tut gut daran es Kund zu tun.

 

Wie oft habe ich Sätze gehört die wie folgt begonnen haben: „Wenn er mich liebt dann muss er doch… „ – Nein, er muss gar nichts, es ist seine Art zu Lieben.  „Wenn er mich liebt so wie ich ihn liebe, dann wird er jetzt… „ – So könnte man denken, aber dazu müsste der andere ja das gleiche unter lieben verstehen, die gleichen Erfahrungen gemacht haben… aber wir sind alle einmalig und genau so ist unser Fühlen und Handeln einmalig, also auch da sind Erwartungen fehl am Platze.

 

Aber auch meine Art damit um zu gehen ist keine Garantie dafür, dass die Dinge so geschehen wie ich es mir wünsche.  Federchen kann z.B. meinen Wunsch vergessen.

 

Obwohl ich vorsichtig mit meinen Wünschen umgehe, sie also nur dort formuliere wo sie die größten Chancen auf Verwirklichung haben, gehen sie nicht immer in Erfüllung.

 

Unsere Chance auf Wunscherfüllung berechnen wir nach Erfahrungswehrten.  Sagt z.B. jemand immer wieder er wolle uns Gutes tun oder, dass er uns liebe, gehen wir davon aus von diesem Menschen, wenn es uns nicht gut geht und wir ihn bitten uns in seine Arme zu nehmen, dass er es tut – weil wir das als normales Verhaltensmuster kennen gelernt haben.  Und doch kann es passieren, dass wir leer ausgehen.  Ein verhaltensgestörter Mensch wird kein gewohntes Verhalten an den Tag legen können und dort werden unsere Erwartungen enttäuscht… so lange bis wir bereit sind den Kranken als solchen zu erkennen und ihn mit seiner Krankheit an zu nehmen.

 

… und was hat das mit meinem 2011 zu tun?

 

Zwei Erkenntnisse:

 

– ich als zielorientierter Mensch formuliere meine Erwartungen und spreche sie als Wünsche aus

 

– wenn ich Krankheit erkenne darf ich diese nicht wieder ignorieren.

 

Ich wünsche dir, lieber Leser die Zeit auf deinen Umgang mit Erwartungen schauen zu können.

 

Bis morgen 🙂

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15 Kommentare zu „Adventskalender 2011 – 20. Türchen – Von Erwartungen und Wünschen

  1. hinter jeder bewältigten Herausforderung wartet die nächste….ich überlege, ob man von einem nahen Menschen erwarten kann, dass er sich nicht unglücklich macht….seufz….das ist wahrscheinlich eine ganz blöde Erwartung und völlig unangemessen. Sie sagte letzt zu mir: „Kannst du dich nicht einfach mit mir freuen.“ und: nein, ich konnte nicht. Dazu war mir viel zu übel vor Sorge.
    Ich habe schon viel gelernt über Erwartungen….aber längst noch nicht alles……

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  2. Ein guter Blog zu einem sich hier oft wiederholenden Thema.
    Und ich bleibe dabei, dass ich mich lieber überraschen lasse, als zu erwarten … gefällt mir die „Überraschung“ nicht, hätte auch wünschen keinen Zweck gehabt 😉

    Enttäuschung vermeiden klappt auch, wenn ich erst ABwarte, ob mein Gegenüber zu einem mir vertrauten Verhalten bereit oder fähig ist, bevor ich ERwarte, dass er/sie für mich selbstverständlich erscheinende Reaktionen zeigt.

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    1. „gefällt mir die „Überraschung“ nicht, hätte auch wünschen keinen Zweck gehabt“

      Ich erkenne den Zusammenhang nicht…
      Wer ohne Hilfe das falsche tut würde vielleicht sehr gerne und gut das rechte tun wenn er wüsste was es ist… oder nicht? Oder habe ich dich falsch verstanden?

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      1. 😉 auf jeden Fall „nicht ganz richtig“

        Meine Aussage bezog sich auf mir noch nicht „vertraute“ Personen und es ging darum, ob ich etwas von anderen erwarte oder ob ich abwarte, welches Verhalten sie mir gegenüber zeigen. Bevor ich mir von einem Menschen etwas wünsche, hoffe ich lieber darauf, dass etwas geschieht, was mir gefällt. Das wiederum muss nicht das von mir Gedachte sein, sondern kann mich auf einer ganz anderen Ebene „begeistern“.

        Bei „meinen Menschen“ fällt mir wünschen viel leichter, allerdings habe ich auch dort nicht den Anspruch, dass sie meine Erwartungen/Wünsche/Hoffnungen erfüllen.

        Schöner ist es immer, von anderen eben „überrascht“ zu werden.

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        1. Jetzt kann ich dir folgen… einem „Fremder“ fehlt jegliches helfende Wissen, da zeigt sich dann wohl eher der Charakter oder einfach nur ob die Chemie passt. Kennen lernen.

          Da halte ich es mit folgender alten Weissheit: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“

          Klar ist es schön wenn man das Gefühl hat da kann jemand Gedanken lesen aber… wer kann das schon…

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