Adventskalender – 8. Türchen (2011) – Von Worten, Austausch und Verbundenheit

Ich muss es hinter mich bringen.  Seit ich dich gelesen habe wurmt es mich und ich werde auch mit der Zeit nicht ruhiger wenn ich über diese Aussage schaue.  Aufgewühlt und rebellisch findet ihr mich hinter dem 8. Türchen.

Oh Gaby, du Hüterin meines Steins, kommst daher mit Max Frisch und seinem:

„Worte verbinden nur,

wo unsere Wellenlängen übereinstimmen“

und in mir brodelt es.  Kommunikation, ein mir schon immer wichtiges Thema und 2011 noch mal ganz besonders.

„Das stimmt doch nicht“ ruft es laut in mir, „wie kann er so was behaupten?“

Ja, ich habe Verbundenheit erfahren im Austausch mit Menschen deren Wellenlänge mit meiner übereinstimmte, aber mit Sicherheit nicht nur dort.

Ich habe im Austausch mit vielen Menschen gestanden die teilweise ganz anders „tickten“ als ich, mit anderem sozialen oder kulturellen Hintergrund, mit Kindern und alten Menschen, mit anderem Glauben oder anderer Intelligenz, anderen Interessen und anderen Prioritäten und doch konnte ich Verbundenheit mit ihnen erleben.

Ich habe Worte gewechselt mit einem Menschen dessen Wellenlänge mit meiner übereinstimmte und keine Verbungenheit erfahren.

Verbundenheit entsteht nicht durch eine gemeinsame Wellenlänge.

Radiosender und Empfänger haben die gleiche Wellenlänge, aber mit der Stimme aus dem Radio entsteht keine Verbundenheit und das liegt daran, dass es einseitig ist.  Einer redet und kann nicht hören und der andere hört und kann sich kein Gehör verschaffen.  Gleiche Wellenlänge und keine Verbundenheit weil es keinen Austausch gibt.

Ich sage:

„Worte verbinden nur, wo es Austausch gibt“,

wo auf beiden Seiten die Bereitschaft sich mit zu teilen auf die trifft zu zu hören.  Wo auf beiden Seiten die Bereitschaft ist den anderen mit seinen Worten an zu nehmen.
Wo wir dem anderen auf seiner Ebene entgegen kommen soweit wir können.

so *schmunzle, das musste raus.

Liebe Gaby, auch wenn sich beim lesen des Zitates das du mir schenktest alles sträubte, so galt es doch nur dem Zitat, oder dem „nur“ im Zitat und nicht dir der ich mich verbunden fühle.

Dir und allen die mit uns durch dieses Türchen geschaut haben wünsche ich ein Auge für die Dinge die für sie Verbundenheit entstehen lassen und die Zeit diese zu pflegen.

Bis morgen 🙂

 

14 Kommentare zu „Adventskalender – 8. Türchen (2011) – Von Worten, Austausch und Verbundenheit

  1. hm….wie deutet man jetzt Wellenlängen übereinstimmen?
    Stimmen sie bereits immer dann überein, wenn man miteinander kommunizieren kann? Und geht es überhaupt nur um Worte? Man kann auch óhne kommunizieren. Z.B. durch ein Lächeln und vielleicht nur einen Moment. Und schon tut sich die nächste Frage auf: was ist mit verbinden gemeint? eben nur ein Moment oder ein lange Zeit? Auf jeden Fall gibt der Spruch jede Menge Anstoß zum denken. Lächle: wie ich auch Deinem Blog entnehme

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  2. Sogar die gestrigen Worte haben uns verbunden, auch wenn du es vielleicht nicht sofort gemerkt hast. Und mir ging auch heute deshalb einiges durch den Kopf. Deshalb danke nochmal für die Chance auf Selbstreflektion. 🙂

    Und bei Radio fällt mir ein: geht bei deiner Anlage eigentlich jetzt alles? Ich weiss, völlig fehl am Platz, aber das kam mir grad spontan *grins*

    Mir fällt noch was spontan ein.
    Und zwar dieser Cartoon, von BoDoW, die ich ja so liebe:

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  3. Eine sehr überzeugende Demontage des Zitats, und auf den ersten Blick bin ich geneigt, dir zuzustimmen…., aber eben nur auf den ersten Blick.

    Zum Beispiel lese ich gern und stelle immer wieder fest, dass mich nur wenige Bücher in ihren Bann ziehen … ich mich nicht mit jedem Wort, jeder Geschichte „anfreunden“ kann oder im Dialog mit jedem Menschen verbunden fühle – im Gegenzug habe ich es erlebt, mit wildfremden Menschen kaum reden zu müssen, weil sie meine Gedanken in Worte fassten;

    Es wird kaum jemandem gelingen, sich mit mir auszutauschen, wenn mein Gefühl auf Abstand geht. Vielleicht habe ich auch dann Interesse, Verständnis oder Mitgefühl für eine Person … verbunden fühle ich mich aber erst, wenn auch mein Herz es zulässt.

    So, und jetzt muss ich auch noch zugeben, schlecht recherchiert zu haben … an anderer Stelle lautet das Zitat: „Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen.“

    *beruhigend meinen Arm um dich lege und mich ohne Worte mit dir verbunden fühle*

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    1. vor mich hingrinsen muss….und ein weiteres Mal von der Macht der Worte völlig fasziniert bin. Ein einziges zusätzliches Wort und der Sichtbereich wird, sowohl erweitert als auch verändert. Einblicke und Ausblicke tun sich auf. Das ist es, was ich an Worten so liebe…. und was mich gleichzeitig, stetig, zur Aufmerksamkeit mahnt, so genau wie möglich zu formulieren, worauf es mir ankommt.
      Ach ja….Knusperflocke fragt mich immer wieder, woher die Worte denn kommen. Wer sie sich denn ausgedacht hat. Und weshalb dieses Wort grad so heißt und nicht anders. Ich glaube sie ist dabei, ihre Macht zu verstehen…..und die Spielräume von dem auszuloten, der sie anwendet……..

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    1. …und wenn wir hier schon in vertrautem Kreise diskutieren dürfen, dann möchte ich nicht versäumen deinem, Textbeitrag hier, Angie, meine ganz besondere Symphatie zu schenken.
      Sowohl dem Zitat von Voß als auch deinen eigenen Worten dazu.
      Danke dafür.

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    1. …..wie wäre es mit: wenn sie wer ohne Grund in Frage stellt?
      Willst Du mir jetzt erzählen, dass Du nur als Verbundenheit ansiehst, was niemals je einem Zweifel unterlag? Unter Verbundenheit verstehe ich nämlich, dass sie eventuellen Zweifeln zu trotzen vermag. Das gelingt manchmal nicht ohne gegenseitige Hilfe. Verbundenheit muss wachsen. So wie Vertrauen. Muss sich bewehren. Beziehungen, die nie eine Feuerprobe bestehen mussten, sich nie bewehren mussten….halte ich für das, was sie sind: ungeprüft.

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      1. Ganz sicher im besten Sinn aber trotzdem, wenn auch knapp, am tieferen Sinn vorbei erzählt, verehrte lodernde Feuerhexe.

        Sich verbunden fühlen
        …ist durchaus eine individuelle, vor Allem aber, einseitig anzusehende Emotion.
        Miteinander verbunden sein,
        das bedarf vielleicht, sollte es denn als Statement angewandt werden, deines „Prüfsiegels.“

        Verbundenheit ist,
        …so man sie denn zu empfinden vorgibt, als unzweifelhaft gegeben anzusehen.

        Bis,
        …ja, bis sie eben in Frage gestellt wird.
        Da spielt es nicht die geringste Rolle mehr ob nun ein Grund dafür gegeben sei und wenn, ob es ein fallscher ist…

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        1. …die Augen zum Himmel verdreh: ach, Mensch Carl, ich glaube sich verbunden fühlen, ist doch wesentlich einfacher, als darüber zu diskutieren, was denn nun Verbundenheit eigentlich ist 🙂
          Und nein, das ist jetzt nicht gekniffen :-), das ist einfach nur…entfleucht…

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        2. …entfleucht, ja. Und nur zu verständlich.

          Dürfte ich so unbeteiligt lesen, würde ich mir auch ein Lächeln schenken und ein „…ach“
          Kann ich aber nicht.
          …und für mich selbst und mein Seelenheil, darf ich es auch nicht mehr.

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