Adventskalender 2011 – 4. Türchen – Von toten Gewässer und neuen Wegen

« Quand la rivière est rouge, emprunte le petit chemin boueux! »

Seit du mir diese Chinesische Weisheit in die Kommentarleiste geschrieben hast wartest du, lieber Gammler, gespannt darauf ob ich mich wohl an diesen Satz traue für meinen Adventskalender.  Du genießt es immer wieder mich heraus zu fordern und das ist eine der Seiten an dir die ich so mag.  Also lade ich dich und euch andere Leser hier ein mit mir durch das 4. Türchen zu treten.

„Wenn der Fluss rotes Wasser führt, benutze den kleinen, schlammigen Weg!“

heißt sein Zitat auf Deutsch.

Vermutlich ist es nicht wirklich wichtig ob wir im Leben mit dem Strom oder gegen den Strom schwimmen, ob unser Lebensboot ruhige Fahrwasser oder stürmische See durchschifft, wichtig in diesen Redewendungen ist eines aber immer, das Wasser steht für Leben.  Hier führt der Fluss rotes, blutiges, also totes Wasser und dann ist es an der Zeit einen anderen Weg zu nehmen.

Ich brauchte lange um zu erkennen, um wahr haben zu können, dass auch mein Lebensschiffchen in totes Fahrwasser geraten war.  Erst als auch ich innerlich begann zu faulen, erst als in mir Freude und Lebenslust verkümmerten, habe ich mich auf die Suche nach alternativen Lebenswegen gemacht.

Dieses Jahr war es dann soweit, ich habe den Fluss und somit das sichere Boot verlassen, für einen kleinen, schlammigen, Weg den ich am Ufer gesichtet hatte.

Der Schritt ist mir sehr schwer gefallen, mit einem Mal veränderten sich meine ganzen Lebensumstände, die Grundlagen.  Ankerpunkte, die mir so vertrauten Planken, der immer aufrecht stehende Mast verschwanden.  Gewohnheiten, Gewissheiten, Rituale, Sicherheiten musste ich zurück lassen und ging an Land.

Ich musste lernen Schuhe zu tragen, musste mir neue Orientierungspunkte suchen, habe schwer an meinem Bündel geschleppt aber bei der ersten Rast schon wusste ich richtig gehandelt zu haben.  Wenn ich mich heute hinsetze kann ich es fühlen, das große Krabbeln unter mir, das Leben.

Mit jedem Schritt wird der kleine Pfad breiter und hier und da weicht der Schlamm einem Rosenbusch.

Ich wünsche dir hinter diesem Türchen die Zeit mit Dankbarkeit auf dein lebenspendendes Umfeld zu schauen.

Bis morgen 🙂

18 Kommentare zu „Adventskalender 2011 – 4. Türchen – Von toten Gewässer und neuen Wegen

  1. Ich glaube, so geht es im Leben öfters….wir müßen das Vertraute verlassen…loslassen!…damit es weiter geht. So bei ist es bei mir zur Zeit…Leider hat sich das nicht entwickelt sondern wurde mir um die Ohren „gehauen“.

    Ich bin überrascht worden, aber ich habe mich zu meiner eigenen Überraschung, nicht verkrochen, sondern hab nach neuen lebendigen Fahrwassern gesucht.*drück mir die Daumen, bitte!*

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    1. Du wirst dich nie wieder verkriechen, tut es nicht gut das zu wissen?
      „hab nach neuen lebendigen Fahrwassern gesucht“ – hörst du die Kraft die da aus dir spricht?

      Ich drücke dir gerne die Daumen, wissend dass du alles hast neue Wege für dich zu erschliessen.

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  2. dir mal eine staude bananen hinstelle ……für dich das innere der banane zum glücklich machen ,für die rosenbüsche die schale ,bester rosendünger von welt …… kein platz mehr für schlamm !!!!

    PFLOPPS ganz innig

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  3. ich finde es mutig das kleine schlammige weglein zu erkunden. und wenn der fluss nur noch rotes wasser bringt, gibt es zum überleben und schlussendlich leben wollen, wohl doch keinen anderen ausweg!
    ich wünsche dir von herzen eine aufregende erkundung und dann aber dennoch einen mast, was auch immer dir mast bieten kann auf deinem weg, der dir halt gibt, falls du es brauchst.

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    1. Auf der einen Seite ist die Versuchung gross einen Mast zu suchen, auf der anderen sträubt sich etwas in mir dagegen.

      Lieber wäre ich mir selber eigener Mast als mich wieder in Abhängigkeit zu begeben.

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      1. weisst du ich dachte erstmal an einen neutralen mast. eine quelle wo du dich wohlfühlst, sei es ein grosser baum, oder ein flüsschen, etc.

        ich kann gut verstehen, dass du momentan keine lust auf abhängigkeit hast! denke dies wäre auch nicht gut – du musst das schlammige flüsschen sicher erst alleine erkunden 😉

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  4. Spontan fällt mir dazu ein Kinderlied ein … vielleicht an dieser Stelle nicht ganz passend, aber wieso eigentlich nicht?

    „Pitsch, pitsch, patsch,
    barfuß durch den Matsch.
    Der Matsch quatscht durch die Zehen,
    das stört uns nicht beim Gehen.
    Pitsch, pitsch, patsch,
    barfuß durch den Matsch.“

    Du schreibst, „Ich musste lernen Schuhe zu tragen, …..“ und ich dachte immer, dass eine Gecko das gar nicht nötig hat … mit den Füßchen fest auf dem Boden steht – oder an der Decke klebt – und auch auf glitschigem Untergrund Halt findet….

    *deinen Stein für die nächste Rast auf den schlammigen Weg lege*

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  5. Um nicht missverstanden zu werden: …ich stelle hier in deinem Blog, bisou, nicht in Frage was du für dich an Erkenntnissen gewonnen und umgesetzt hast. Ich melde mich hier zu Wort, weil mir beim Lesen zwei Dinge aufielen.
    Zum einen, (und das mag jetzt bitte nicht als böswillige Unterstellung verstanden werden) drängt sich mir der Gedanke auf, dass Gammler Markus einen gänzlich anderen Sinneshintergrund hatte, als er diese Weisheit rezitierte?

    Die Möglichkeit einer speziellen MarkusMetaphorik ist da wohl nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen!?
    Ich weiß, …ein Schelm, der arges dabei denkt…“ *schmunzel*

    Aber selbst wenn nicht, wenn ich dahingehend also irre, so habe ich doch, zum anderen dann, die Frage in mir, WARUM ist/wurde der Fluß ein toter? Warum dieser Negativgedanke dahinter?
    So er denn Wasser, also Leben, in sich führt, wieso kann dann das nun ROTE Wasser nicht als besonders lebenserfüllte Lebensader angesehen werden? Die Färbung nur als Zeitfenster in dem sich „Besonderes“ ereignen, bzw. finden lassen kann. Am Ufer. Im Schlamm…?
    Weil Schlamm vordergründig Ablehnung erzeugt? Darin sammelt sich letztlich doch was gefunden und gewonnen werden kann.
    Und wenn der Umstand, dass es als wegweisend angesehend wird, im Falle rotwerdenden Wassers, den kleinen schlammigen Weg zu suchen…
    …warum sollte dann nicht genau das der entscheidende Hinweis darauf sein, dass gerade jetzt der rote Fluss durch seine Färbung den Weg zum eigentlichem Ziel weist?
    Und das nicht, weil er abstirbt, nicht weil er verebbt oder zu kippen droht, sondern weil er seine Zeit brauchte, den Schlamm überhaupt erst zu bilden. Zeit brauchte, ihn abzusetzen. Seinen Grund sozusagen nach oben zu bringen damit du ihn erkennen und in ihm lesen kannst.
    Dieser Fluss muss nicht tot, dieses Wasser nicht als abgestorben angesehen werden nur weil es eine Färbung aufzeigt. Er hat dich zu deinem vorläufigen Ziel geführt. Er fließt weiter, ganz sicher.

    …was ist eigentlich aus deinem Boot geworden?

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    1. Wer Markus kennt weiss, dass er die ursprüngliche Bedeutung der Redewendung meinte und wer mich und meinen Kalender kennt weiss, dass ich eure Worte nehme und sie so lange betrachte bis ich einen Bezug zu mir und meinem Jahr herstellen kann.

      Warum der Fluss hier ein toter? Weil er in meinem Leben abgestorben ist.

      Warum Negativgedanke? Kein Negativgedanke, nur Fakt.

      „wieso kann dann das nun ROTE Wasser nicht als besonders lebenserfüllte Lebensader angesehen werden?“
      Weil dem nicht so war.

      „Die Färbung nur als Zeitfenster in dem sich „Besonderes“ ereignen, bzw. finden lassen kann. Am Ufer. Im Schlamm…?“
      Jedes Ende birgt einen Neubeginn, da sagte ich nichts anderes.

      „Weil Schlamm vordergründig Ablehnung erzeugt?“
      Hier stand der Schlamm für „schwierig begehbar“ aber auch als nahrhafter Boden, siehe Rosenbüsche denen er Platz macht, die auf ihm wachsen

      „…warum sollte dann nicht genau das der entscheidende Hinweis darauf sein, dass gerade jetzt der rote Fluss durch seine Färbung den Weg zum eigentlichem Ziel weist?“
      Willkommen unter den Anhänger des „alles macht Sinn“ *lachen muss

      „Und das nicht, weil er abstirbt, nicht weil er verebbt oder zu kippen droht, sondern weil er seine Zeit brauchte, den Schlamm überhaupt erst zu bilden. Zeit brauchte, ihn abzusetzen. Seinen Grund sozusagen nach oben zu bringen damit du ihn erkennen und in ihm lesen kannst.“
      Es geht hier um „meinen“ Fluss und der war Tod.
      Und ja, alles was wir heute leben basiert auf das was wir in der Vergangenheit lebten.

      „Dieser Fluss muss nicht tot, dieses Wasser nicht als abgestorben angesehen werden nur weil es eine Färbung aufzeigt. Er hat dich zu deinem vorläufigen Ziel geführt. Er fließt weiter, ganz sicher.“

      Mir erschliesst sich nicht weshalb du etwas das du nie gesehen hast partout anders sehen möchtest als ich. Erlaube mir bitte mein Fahrwasser mit meinen eigenen Augen zu sehen, es genau so zu sehen wie es gewesen ist.

      „…was ist eigentlich aus deinem Boot geworden?“
      Keine ahnung.

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