18. Türchen (2010) – „Vertrauensbruch“


Du hattest deine Worte nicht schön gefunden und wolltest sie mir erst gar nicht da lassen.  Umso grösser war meine Freude darüber, dass du sie mir dann doch noch für meinen Adventskalender anvertrauen konntest.

Ja Milacku, es ist gut so, vermutlich hätte ich sonst nicht den Mut gehabt auf eine Wunde zu schauen.  Tue ich das aber nicht kann sie sich infizieren und noch mehr Schaden anrichten.

In der Hoffnung das gelebte durch das Schreiben endgültig auf zu arbeiten habe ich mir Vertrauensbruch ausgesucht.

Mit ein Grund fürs Bloggen war zu erfahren wie „klein“ eine Gecko sich zeigen darf ehe sie deshalb abgelehnt wird.  Wie wenig Maske darf sie tragen und doch noch angenommen werden.

Mit jedem von euch den ich persönlich kennen lernte wich der Schutz der Anonymität, wuchs aber auch der Mut mich Menschen in meinem direkten Umfeld an zu vertrauen.

Ich bin nicht so naiv, nicht zu wissen welche Waffe ich den Menschen damit gegen mich in die Hand gegeben habe.  Aber ich war so naiv zu denken, dass keiner derer denen ich mein Vertrauen schenkte, sie gegen mich und mein Umfeld benutzen würde.

Der Schmerz über den Vertrauensbruch war groß.  Der Schmerz darüber, dass dann mit anvertrautem, Menschen die ich liebe, verletzt wurden, grösser.

Nein, das hier wird kein Blog über Schmerz und Enttäuschung.

Wie eine Hand sich zurückzieht wenn sie dem Feuer zu nah kommt, so war auch mein erster Gedanke: zurück ziehen, zu machen, nicht mehr vertrauen.

Gegen diesen Impuls habe ich angekämpft.

Mein Weg geht nicht nach hinten, mich in mein Schneckenhaus vergraben ist nicht das was ich will und nicht mehr das was mir gut tut. 

Jahrelang hatte ich geglaubt ich habe genug Menschenkenntnis um mein Vertrauen sicher Investieren zu können und ich bin eines besseren belehrt worden.  Ich habe aber auch gelernt, dass ich nicht mehr den ganzen Korb wegwerfe nur weil ein fauler Apfel darin ist.

Ich möchte weiterhin vertrauen, ich möchte weiterhin den Mut zum Risiko „Vertrauen“ haben.  Meine mir lieben kann ich nicht vor Angriffen schützen, da kann ich nur darauf hoffen, dass ihr Vertrauen in mich ausreichend ist Schaden zu verhindern.

Mit jedem Türchen das ich hier öffne lege ich ein Stück von mir in eure Hände.  Es kann mir wieder passieren, dass es zerdrückt wird oder jemand damit beworfen wird aber ich weigere mich, mich von diesem Wissen einsperren, einschränken zu lassen.

Ich will an das Gute glauben.
Ich will vertrauen.

Advertisements

24 Kommentare zu „18. Türchen (2010) – „Vertrauensbruch“

  1. … vor einigen Jahren und noch ganz unerfahren in 360° lernte ich eine bisou kennen, die sich mit vollem Einsatz in ihren Blogs und Kommentaren gegen eine Person wandte, die das Vertrauen einer Freundin missbraucht hatte …

    das Risiko, selbst Opfer eines Vertrauensbruchs zu werden, ist gewaltig und wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es bei diesem Türchen darum, dass durch einen Vertrauensbruch dir gegenüber andere (Unbeteiligte?) in Mitleidenschaft gezogen wurden.

    *mit dir hoffe und glaube, dass ihr Vertrauen in dich nicht zerstört wird!

    Gefällt mir

    1. Lächle, ja, wenn es darum geht andere zu beschützen, damals waren 5 Leute meiner Freundesliste betroffen, da kann ich mit wehenden Fahnen in den Krieg ziehen.

      Auch wenn kein Vertrauen in mich „zerstört“ worden ist, alles hinterlässt immer Spuren, auch wenn wir es nicht wollen, es uns nicht einmal bewusst ist.

      Gefällt mir

  2. Du tust gut daran, dich nicht zurückzuziehen, nur weil jemand dein Vertrauen mißbraucht hat.

    Es gibt so viele Menschen, denen du weiterhin vertrauen darfst und die dein Vertrauen zu schätzen wissen.

    Enttäuschungen gehören nun mal zum Leben, man darf sich nicht entmutigen lassen!

    Gefällt mir

  3. Was für ein Wort „Vertrauensbruch“……

    da könnte ich ganz tief graben und hätte viel zu schreiben zu diesem Thema, aber es waren auch Zeiten, wo Jeder Jeden bespritzelt hat in einem Diktaturstaat……
    abhaken unter Erfahrungen, die die Welt nicht braucht !!!

    Aber was viel wichtiger ist und du hier so wunderbar geschrieben hast:
    „Ich will an das Gute glauben.
    Ich will vertrauen.“

    Ich auch, trotz Rückschlägen !!!

    Ich investiere gerne und zu 90% kommt Wärme dabei zurück….
    was für ein GUTES GEFÜHL !!!

    Einen schönen 4.Advent wünscht dir das süße U.

    Gefällt mir

  4. Ist es nicht ein Spiegel?

    Vertraust Du Dir selbst, dann kannst Du dir auch dahingehend vertrauen, dass es gut ist, was du tust… dass Du dich den Menschen öffnest, die es auch gut mir meinen. So war es bei mir jedenfalls nach meiner Erfahrung mit C. die für mich ein Lehrmeister war, wenn auch ein verletzender…

    Dann geht mit Selbstvertrauen wohl auch Achtsamkeit einher. Wenn wir achtsam mit uns sind und uns selbst vertrauen… ich bin fest davon überzeugt, dass wir dann auch an das Gute glauben dürfen und vertrauen können.

    Von daher: weiter so! 🙂

    Gefällt mir

  5. Aus dem, was ich zu diesem Thema erfahren habe, habe ich folgendes gelernt: wenn mir jemand sympathisch ist, beobachte ich inzwischen vor Allem, wie er sich zu anderen Menschen verhält, – wie er über andere spricht, was er von diesen preis gibt. Das sagt mir viel mehr, wie vertrauenswürdig, ehrlich und loyal er ist, als mir sein Verhalten, zu mir, je sagen könnte. Ich schließe damit auch die Gefahr der eigenen Selbstüberschätzung aus: dass ich (für diesen Menschen) soetwas Besonderes bin, dass mein Vertrauen nicht gebrochen werden würde, wenn dieser Mensch es sonst ständig bricht.
    Außerdem vertraue ich nur in Ausnahmesituationen blind und unterscheide zwischen Grundvertrauen und einem sich ständig bestätigenden Vertrauen. Ich gehe davon aus, dass grundsätzlich jeder Mensch, überfordert sein kann mit einer Situation, und auch, überfordert sein kann, mit sich selbst. Ich weiß, dass ich mir vertrauen kann, – würde aber auch mir nicht blind trauen. Mich kenne ich schließlich am Besten. Für meine Begriffe wäre es also ganz schön seltsam, wenn ich jemand anderem mehr vertrauen würde als mir.

    Gefällt mir

    1. Auf franz. gibt es ein Sprichwort das sagt: „wer dir schlecht von einem anderen erzählt, erzählt auch anderen schlechtes von dir“

      Es gab keine Anzeichen.

      Es war eine sehr rafiniert aufgebaute Intrige, habe nicht geahnt dass ich diesem Menschen Anlass zu so etwas war, habe nicht erkannt wo ich benutzt wurde.

      Aber ein Warnzeichen hatte es gegeben, bei der aller ersten Umarmung, damals habe ich nicht auf meinen Bauch gehört, jetzt habe ich dafür gezahlt.

      Ja, es gibt „Gründe“ für das verhalten der anderen Seite, irgendeine Not lebt wohl jeder der so etwas tut. Verständniss kann ich aber keines empfinden.

      Gefällt mir

  6. „Vertrauensbruch“, da müsste ich in der Kindheit anfangen aber – wie schon gesagt – unnötig darüber nachzudenken bzw. das wieder aufzurollen. HIER (Spray, LoveLycos, Yahoo) bin ich seit dem Jahr 2000 und ich bin von Anfang an sehr vorsichtig gewesen mit Freundschaften. Ich hab gesehen was rundum geschieht und hielt Distanz. Zum einen mit dem was ich erzähle über mich – HIER lesen ja Tausende mit, ohne dass ich ihr Gesicht sehe – und auch mit Vertrauen. Auch real lasse ich Menschen erstmal auf mich wirken und halte mich zurück, ich bin nicht sehr gesprächig was mich betrifft. Ich käme auch nie auf die Idee irgendwen Fremden zu drücken oder zu umarmen. Daher konnte ich zu vielen deiner blogs keinen Kommentar schreiben. Dies alles ist nicht meine Art. Ich bin gefühlmässig und auch im denken sehr realistisch und auch distanziert, keine Träumerin. Und … ich hab so wahnsinnig viel gesehen HIER, daß ich das Wort „Vertrauen“ gar nicht benutzen möchte in diesem Zusammenhang. Ausserdem … ich höre mir nie eine Sache nur von einer Seite an, jeder hat ja nur seine Sicht der Dinge.

    Im Grund hat das „hexenfire“ schon gut ausgedrückt.

    Gefällt mir

    1. Das HIER schreibst du immer wieder gross.
      Hier habe ich die Informationen preisgegeben die benutzt worden sind mich zu hintergehen.
      Der Mensch dahinter ist aber nicht irgendein anonymer Blog nutzer sondern ein Mensch aus dem realen Leben.

      Mag sein dass ein „ich will an des gute glauben und ich will vertrauen“ mich zur Träumerin machen. Es ist die Antwort auf die Frage „wie will ich leben?“ und meinen Teil Realismus sehe ich darin dass ich um die Risiken die ich dafür bereit bin ein zu gehen weiss.

      Gefällt mir

  7. Das mit der Geschichte damals hab ich nicht mitbekommen, da gab es ja ständigen Zoff an allen Ecken immer und immer wieder. DAS hab ich aber in allen Com. erlebt in denen ich war. Irgendwie lassen Sie da alle die Sau raus unter den Phantasienamen und machen systematisch Freundschaften kaputt. Mein Satz oben (ich höre mir nie eine Sache nur usw …) bezog sich damit nicht auf dieses Thema sondern auf das was ich insgesamt erlebt habe.

    Gefällt mir

  8. Ja, wenn sie sich infiziert, richtet sie noch mehr Schaden an!

    Im Moment bin ich für Amputation, zumindest verhalte ich mich so.
    Hinter jedem Wort, vermute ich einen Angriff, Verrat und Hinterfotzigkeit.

    Vielleicht finde ich noch ein Mittel, meinen Glauben oder was auch immer, um diese Wunde heilen zu lassen.

    Ich hätte dir gerne etwas anderes dazu geschrieben!
    Vielleicht komm ich irgendwann mal an diese Stelle zurück und tue es dann.

    ILD!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s