12. Türchen: "Kälte"

 

Das Knacken in den Heizungsrohren, es ist auch heute da.  Es ist kalt.  So kalt, dass Omas warme Schlüpfer aus feinster Schurwolle verschenken (verzeih, den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, lächle).

Hinter dem Türchen geht es natürlich nicht um irgendwelche klimatischen Bedingungen, wenn hier auf das Wort Kälte geschaut wird, dann geht es um Gefühle.

Ich hatte am Vormittag schon mal begonnen hier zu schreiben und hatte nicht die leiseste Ahnung was Kälte und ich in 2010 mit einander zu tun hatten.  Nicht einen Blog habe ich mit „Kälte“ getagt. 

Nicht dass mir nie innerlich kalt gewesen wäre, das habe ich erlebt, aber es ist mir niemand mit Kälte begegnet.

„Es ist mir niemand mit Kälte begegnet“… was für eine Aussage, warum war mir dann kalt?  Belüge ich mich gerade selber?

„Ja und nein“ oder einfach nur „nein“?

Ich habe mich vergessen und ignoriert gefühlt, verstoßen und nutzlos, missachtet und verhöhnt, ungeliebt und weggeworfen, viele Zeiten in denen es mich innerlich fröstelte, in denen mir auch körperlich dann nicht warm wurde.  Da halfen dann weder Jacken, Decken noch aufgedrehte Heizungen.

Schaue ich aber auf diese Zeiten, erkenne ich in keinem der Menschen die damit zu tun hatten etwas dass ich „Kälte“ nennen würde.  Ich sehe Mutlosigkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Trauer, Verwirrung, Selbstzweifel, Angst… so viel Gefühl, das ist alles andere als Kälte.

Es war mir schon immer wichtig zu wissen, dass nicht andere für meine Gefühle verantwortlich sind.  Das hilft mir dann auch zu erkennen, dass das was ich als Kälte erfahren habe vom jeweils anderen nicht als Kälte ausgesendet wurde, sondern es nur mein eigenes, punktuelles Empfinden in der jeweiligen Situation gewesen ist.  

Es ist jetzt kurz vor Mitternacht und ich stelle dankbar fest, dass mir gerade ganz warm ist.  Danke Keke.

 

27 Kommentare zu „12. Türchen: "Kälte"

  1. ich habe Deinen Blog gelesen und bin erst mal wieder gegangen, abwarten, was er mit mir macht……und dann habe ich irgendwie über heizen nachgedacht…..und ich meine jetzt nicht Zentralheizung aufdrehen, sondern: ein Feuer entfachen und unterhalten, so dass es Wärme spendet (und nicht Gicht und Rheuma verursacht….vor mich hin grinse…)
    …und wenn uns kalt ist, hat irgendwer nicht richtig heheizt. Die Fragen sind: wer und warum? und ob wir tatenlos vorm kalten Ofen hocken wollen……

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    1. ähem** hüstel** sag mal, du
      *fg**
      …kann es sein, dass man bereits im finstersten Mittelalter den einen oder anderen Gerichtsinnenhof, oder auch öffentlichen Marktplatz, mit dir geheizt hat?

      Du schaust so tief in andere Seelen wie kaum eine andere Hexe, die es überlebt hat…
      Sapperlot und Hundedung!
      ;))

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      1. ja, sag ich mal…ich schau nicht tief in anderer Seelen….ich schau in meine eigene…da „sehe“ ich alle anderen.
        …………..ich hab`s überlebt, weil immer die erfroren sind, die mich zu verbrennen versucht haben……oder ich habs geschafft, sie zu erwärmen….. 🙂

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    2. „…und wenn uns kalt ist, hat irgendwer nicht richtig heheizt. Die Fragen sind: wer und warum? und ob wir tatenlos vorm kalten Ofen hocken wollen……“

      Ich kann in solchen Fällen immer nur auf mich selber schauen, weil ich selber der einzige Faktor bin den ich ändern kann.
      Wenn es trotz gutem, trockenem Holz nicht warm werden will, macht es keinen Sinn vor dem Ofen zu hocken, dann wird es Zeit den Ofen oder den Raum zu wechseln.

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  2. Ja,
    …mit Wärme leben ist nicht immer nur da möglich, wo man sich ins Warme setzt.
    Oft muss man die Wärme selbst erzeugen, sie mitbringen,
    …um sie dann da, wo man sie teilt, auch selbst erst spürt.

    Wir sollten mal wieder schwimmen gehen. Ich bin sicher, wir brauchten auch bei Frau Späth heute noch keinen Eispickel.

    *warmhalten*

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  3. Doch…..

    ich habe Menschen kennen gelernt, die Kälte ausstrahlen
    und bin ihnen trotzdem mit Wärme begegnet.

    Bei einigen hat es geholfen, aber einige konnte auch ich nicht erwärmen !!!

    „Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind.“

    Albert Schweitzer

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  4. *mal wieder vor deinem Blog sitze und mich gar nicht mehr wundere, warum mir warm ums Herz ist 😉

    … doch ich scheitere, wenn ich nun versuche, das was mir im vergangenen Jahr von einem mehr als vertrauten Menschen als Kälte entgegen schlug, nur als eigenes Empfinden zu verstehen.

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    1. Stelle dich mal auf deine Zehenspitzen…
      Kannst du jetzt hinter die Kälte schauen? Sie ist doch oft nur eine Maske für verletztheit, traurigkeit, unbeholfenheit, oder anderes…

      *dir eine Trittleiter rüber schiebe

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      1. Guter Versuch 😉 …, aber von oben herab zu schauen, ist mir in dieser „Beziehung“ immer schwer gefallen, im Gegenteil habe ich gerne und viel zu lange zu ihm aufgeschaut. Mit der Zeit begegneten wir uns dann „auf Augenhöhe“. Damit wurde ich für ihn zum Feind und die Eiszeit begann.

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  5. ein paar Tage war ich nicht online und jetzt habe ich Lese-Nachholbedarf, werde mich nach und nach durchlesen, aber Deine Themen sind nichts für mal eben zwischendurch. Es wird also ein paar Tage brauchen.

    Dir mal noch ein kleines Feuerchen anzünde, das dich auch von außen wärmt, und Handschuhe und Decke dazulege. bei den Kältegraden im Moment kann Wärme von außen auch nicht schaden 😉

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