5. Türchen (2010): „Aufbruch“

Mein erster Gedanke dazu ging in Richtung: Start, Weggang, Abschied.

Schmunzelnd stellte ich dann fest wie es in meinem Kopf weiter arbeitet und so wurde „Aufbruch“ erst zu einem „Lyraschen Wort“ für mich.

Aufbruch ist auch wenn irgendwo etwas ganz am Anfang seiner Entwicklung steht.

Aufbruch, auf brechen, etwas öffnen um das Innere zu erreichen, um es zu befreien.

Kein Grübeln, kein Zögern, 2010 ist ganz klar ein Jahr des Aufbruchs für mich.

Mir drängt sich das Bild einer Raupe in den Kopf.

2004 hat sie begonnen zu essen.  Aus Gründen die nicht hier her gehören, habe ich aufgehört mich um mich selber zu kümmern und angefangen alles in mich hinein zu fressen.  Ich habe geschluckt statt auf zu begehren und dies nicht nur seelisch sondern auch körperlich.  Die Raupe wuchs von Kleidergrösse 36 auf 48.

2006 hat sie sich daran gemacht einen Ankerpunkt zu suchen und sich zu verpuppen.  Ich habe mir die Blogwelt gesucht und dort Menschen gefunden mit denen ich mein Kokon spinnen konnte, denen ich zugetraut habe mich zu halten, mich aus zu halten.

Es folgten besondere Jahre für die Raupe.  Durch den Schutz ihrer Hülle steht sie im Austausch mit ihrer Umwelt, sammelt Eindrücke, verarbeitet, arbeitet an sich selber.  Es ist kein Schlucken mehr, es ist kein in sich hineinfressen mehr, es ist Austausch.  Es wird sorgsam mit mir umgegangen und so erlerne ich wieder sorgsam mit mir um zu gehen.  Das alles hat nicht nur Auswirkungen auf meine Seele, auch mein Körper verändert sich: 24 Kg Körperfett verwandeln sich in Lebensmut und Lebenswille.

2010.  Das was sich einst als Raupe verpuppt hatte ist gewachsen und spürt ganz deutlich wie es hier und da zu eng wird im Kokon.  Es bricht die Hülle auf.  Oh, nicht ganz, erst ein Guckloch, dann etwas grösser, so groß, dass die Gecko die sie geworden ist aufbrechen kann zu immer länger werdenden Ausflügen, ihre Welt zu erkunden.

2010.  Was im Schutze des Kokons lange Zeit hatte zu reifen wird Schritt für Schritt umgesetzt, innere Verkrustungen, Verhaltensmuster werden aufgebrochen.

2010. Aufbruch Stimmung. Es entstehen konkrete Pläne die auch Loslassen und Aufbruch im Sinne von Abschied bedeuten.

2010. Ein Aufbruch in eine andere Welt, die mich, ich gebe es zu, ängstigt aber auch sehr neugierig macht.

Das Türchen Aufbruch wäre aber nicht vollständig ohne eine Anspielung an „Aufbruch nach Pandora – Avatar“ und so sage ich dir liebe Lyra (die 2010 in den Westen aufbrach und ich umarmen durfte) meinen Dank für dein Wort auf na’vi: „oe irayo si ngaru“ und alle denen die der Puppe halt gegeben haben, ganz besonders dir, ein: „nga yawne lu oer ti i avaay krrä.“

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38 Kommentare zu „5. Türchen (2010): „Aufbruch“

  1. Das klingt wirklich großartig….

    Ähnliches hab ich ja auch hinter mir und hab vor ein paar Jahren einen Schlußstrich gezogen.
    Erst dann konnte ich wieder zu mir finden und mein wahres Ich kam wieder zum Vorschein….
    Es ist wie eine Befreiung, wenn man den Kokon ablegen kann…lächel

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  2. wunderschöne Worte die du wählst.

    Ich wünsche dir, dass du auch in der Realität Menschen bei dir hast, die dir helfen diesen Aufbruch in ein positives Licht zu tauchen.

    Ich werde mich dir leise anschliessen, denn ich weiß, dass ich viel viel ändern werde (muß) um zu wachsen an mir in mir für die Zwerge und für mich. Dir meine Hand reiche, schön das ich nicht allein bin damit

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    1. Lächle

      Einige hier sind Teil meiner „Realität“ wie du es nennst und im Alltag, in meinem direkten Umfeld gibt es mitlerweile auch einige Menschen denen ich mich öffnenn konnte.

      Wenn wir wachsen sind wir nie alleine 🙂

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  3. Dein Blog löst Gänsehaut aus bei mir … nein, nicht weil ich mich fürchte, sondern weil er mich berührt, fast hätte ich geschrieben, weil er mich „bewegt“, aber dann müsste ja auch ich aufbrechen.

    „Eine Frau geht ihren Weg“ … ich wünsche dir anzukommen und liebevolle Begleitung 🙂

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  4. Eines meiner Lieblingsgedichte … hab aber den Autoren vergessen.


    Ich betrete Neuland:

    Ganz sachte, vorsichtig tastend gehe ich voran, dass ich es nicht verletze. Es ist heilige Erde, gesegnetes Land. Ich habe etwas hinter mir gelassen. Die Brücke, über die ich gekommen bin, ist zusammengebrochen. Die alten Sicherheiten existieren nicht mehr. Ich betrete es noch mit einer Mischung aus Angst, tiefer Angst und freudiger Erwartung. Da gibt es Augenblicke, da spüre ich meine Nacktheit bis hin zum Schmerz. Aber doch gibt es jetzt Momente, da fühle ich Glücklichsein, wie nie zuvor, heiliges Glück. Es sind nicht die Menschen oder die Dinge, die anders sind. Es sind die Farben, die anders sind, in diesem strahlenden Licht. Worte haben ein anderes Gewicht. Die Klangfarben der Töne sind anders. Bindungen, Begrenzungen lösen sich im Innen auf. Ich bin an ein neues Ufer gesprungen. Noch habe ich keine neuen Sicherheiten bezogen. Aber ich habe da eine Liebe gefunden, die wie aus einem geöffneten Herzen, die wie die unendliche Musik, wie das hellste Licht sich mir offenbart.


    Ich glaube irgendwann müssen wir alle den Kokon verlassen und es wartet immer „Neuland“ auf uns, Unsicherheit, Angst vor dem Unbekannten, Unsicheren. Und gleichzeitig betreten wir ständig Neuland, denn ohne das Betreten von unbekanntem Land gibt es keine Entwicklung, wir stagnieren.

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    1. Habe bei Wikipedia nachgelesen und erstaunliches gefunden:

      „Der ehemalige US-Präsident George W. Bush nannte 1999 „Die kleine Raupe Nimmersatt“ als sein Lieblingsbuch. Die Lektüre habe ihn „beim Heranwachsen beeinflusst“. Die Aussage führte zu Spekulationen, da das Buch 1969 erschien, als Bush 23 Jahre alt war“

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  5. Rast am Lagerfeuer
    G.Z./ 06.12.2010

    Gefangen in der Ewigkeit
    möchte ich mich niemals finden.
    Für den Ausbruch und den Aufbruch
    werd ich also Fünkchen zünden.

    Damit es nicht verlischt,
    helft das Feuer mir dann schüren
    bis es stark und sicher brennend
    Wärme spendet, den`, die frieren.

    Jeden Tag, mit jedem Schritt,
    bringen Steine wir ins Rollen.
    Denn: „Ewig grüßt das Murmeltier“,
    ist sicher nicht, dass, was wir wollen.

    Wenn die Kälte beißt und knirscht.
    lasst uns versammeln dann am Feuer
    lasst erzählen uns und lauschen
    unsrer Leben Abenteuer.

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  6. Schade.

    Ja, alle loben Dich, ich motze. Eine(r) muß ja querschießen. Mir fehlt nämlich 2011, einer Deiner Tags ist nämlich Pläne. Und mich interessiert es genauso, wwas die Raupe 2011 machen wird. Sehr sogar.

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    1. Motzen ist erlaubt 🙂

      Sie hat vor ihr Kokon ganz zu verlassen.
      Wie das konkret ausehen wird, wird dir 2011 wenn es da ist zeigen. Ich tue mich schwer damit über ungelegte Eier zu reden, ein wenig Geduld wirst du schon mitbringen müssen. 😉

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  7. Was irgendwo hinführt, führt auch immer irgendwo weg.
    Keine neue Erkenntnis löscht alte Erkenntnisse.
    Und selbst, wenn Erlebtes nur als Fehler, als Irrtum, erkannt wurde, so bleibt es doch, als Erfahrung, denn Begleiter auf kommenden Wegen.

    Ich glaube, ich sspreche für alle hier wenn ich dich bitte,
    „reise nie weiter, als bis zum Ende des Internet!“
    😉

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