Ohne Hoffnung heisst auch…

Die Erkenntnis, selber keinen Einfluss auf ein Geschehen zu haben das mich betrifft, ist bedrückend und einengend.  Es lässt mich hilflos und abhängig fühlen, beides Gefühle mit denen ich sehr schlecht umgehen kann.
 
Die Zuwendung die ich von ihm erhalte ist völlig unabhängig von dem was ich tue oder unterlasse, somit bin ich in meinem Bedürfnis nach Nähe abhängig von seinem können oder wollen.
 
Zeitgleich ist diese Erkenntnis aber auch befreiend und entlastend.  Wo ich bisher glaubte ihm nicht gut genug zu sein, nach Fehlern in meinem Handeln suchte, ständig unter dem selbst erzeugten Druck stand noch besser zu sein, darf ich jetzt aufhören mich selber schlecht zu sehen.
 
Wenn ich die Hoffnung aufgebe, das es anders sein könnte wird es sich mit der Zeit vermutlich auch für ihn als befreiend und entlastend heraus stellen. 
 
Werbeanzeigen

38 Kommentare zu „Ohne Hoffnung heisst auch…

  1. Jetzt,
    genau in diesem Moment,
    könnte ich einen Roman zu deinem Blog schreiben.

    Wie sich doch Momente gleichen,
    wie sich doch Gespräche ähneln
    und
    wie sich doch dazu Gedanken vervielfältigen !!!

    Es tut gut Freunde zu haben !!!

    Befreiung hat etwas ganz BESONDERES und auch wenn du es nicht selbst bist in diesem Moment, so hat *ER die Zeit dazu……….

    gewähre sie IHM !!!

    Liken

    1. Ja, befreiung fühlt sich immer gut an wenn sie „ihren Platz“ gefunden hat. Nur ist der Weg dahin manchmal sehr schwierig.

      Die Zeit wird mir zeigen wie es sich in Zukunft anfühlen wird, wünschte mir dann so befreit zu klingen wie du gerade hier 🙂

      Liken

  2. Die Vision einer Form von Nähe, die man nie gekannt hat und die sich ganz real plötzlich „anzubieten“ scheint, macht hungrig nach mehr.

    Du bist nicht nur „in deinem Bedürfnis nach Nähe abhängig von seinem können oder wollen“. Mit der Zeit reift auch deine Fähigkeit, Distanz zu ertragen. Daraus entstehen neue und besondere Momente.

    Es gab eine Zeit in der ich meine Vision von Nähe beinahe durch mein Bedürfnis nach „mehr“ zerstört hätte … heute fühlt es sich einfach nur gut an, dass mich damals jemand vor mir selbst beschützt hat.

    Liken

    1. Damit wir nicht an einander vorbei reden: es ist nichts das sich „plötzlich anzubieten scheint“, es geht um ein Erleben, dass seit mehr als zwei Jahren immer wiederkehrt.

      Ja, es macht hungrig nach mehr, aber auch das wir einander hier nicht missverstehen, bei diesem „mehr“ das ich „Zuwendung“ genannt habe geht es um ganz schlichte Dinge wie eine sms die vielleicht fragt wie es mir geht, eine mail die einen schönen tag wünscht oder ähnliches.

      Wie auch immer es dir gelungen ist deinen Weg zu finden, wie auch immer er ausgesehen hat, es ist dir gelungen und du hast dir so deine Vision von Nähe erhalten. Das freut mich für dich.

      Wenn dein gut fühlen über „Distanz ertragen“ führt unterscheidet das uns. Distanz ertragen brauche ich nicht zu lernen, das habe ich sehr lange getan und es ist genau dieses „ertragen“ dem ich gerade versuche ein Ende zu setzen.

      Auch kommt für mich nicht in Frage meine Bedürfnisse weitere 30 Monate zurück zu schrauben, ich bin fest entschlossen mich in Zukunft wieder selber wichtig zu nehmen.

      Es geht mir nicht um eine Vision, mir geht es um mein Leben.

      Danke dir für den riesen Anschubser zum Formulieren.

      Liken

      1. Nein bisou, wir haben nicht aneinander vorbeigeredet … in deinem Blog habe ich mich selbst wiedergefunden und meine Gefühle deshalb aus der „Verbannung“ gerufen … es war meine „Vision“, die entstand, als sich plötzlich jemand besser in mich einfühlen konnte als ich selbst … ich begann zu träumen und sehnte mich nach „mehr“, kämpfte aber gleichzeitig mit einem Tabu, dass ich nicht ignorieren konnte….

        mir selbst treu zu bleiben war wichtig für mich … alles andere wäre „Abenteuer Leben“ und eine flüchtige Erfahrung gewesen … die ich gerne gemacht hätte, aber heute auch als erlebte Vision betrachten kann.

        Liken

        1. Habe das „man“ im ersten und das „du“ im zweiten Absatz anders gelesen.

          Danke fürs Gefühle aus der „Verbannung“ rufen und mit mir teilen, danke mir auf diesem Weg ein stück weiter geholfen zu haben.

          Liken

  3. „Die Erkenntnis, selber keinen Einfluss auf ein Geschehen zu haben das mich betrifft, ist bedrückend und einengend.“
    Versuche in dieser Erkenntnis bis ans Ende zu gehen und dann durch sie hindurch. Dann wirst Du erkennen, dass Du weder hilflos noch abhängig bist. Dann wirst Du auch Deinen Platz wieder einnehmen , und ihn, an seinem, lassen können.

    Liken

    1. „zeitgleich ist diese Erkenntniss aber auch befreiend und entlastend“ ist der weiter gedachte Gedanke… und mit freien Schultern richtet sich der Kopf auf und schon sind die Augen höher und somit der Blickwinkel ein anderer.

      Ich kann nichts tun damit du anders handelst aber ich kann etwas tun, damit es mir nicht mehr so wichtig ist wie du handelst.

      Liken

    1. Beim nicht ändern würde es mich weiter leise, Stückchen für Stückchen kaputt machen

      Davor muss ich mich schützen, also etwas ändern.

      Tue ich nichts, gehe ich daran kaputt, verliere mich und ihn.

      Was auch immer ich tue wird mich „retten“…

      Liken

  4. „Die Zuwendung die ich von ihm erhalte ist völlig unabhängig von dem was ich tue oder unterlasse, somit bin ich in meinem Bedürfnis nach Nähe abhängig von seinem können oder wollen.“

    Gesetzt den Fall, es ist alles so wie Du schreibst (seine Seite kenne ich ja nicht und auch die Zusammenhänge kapiere ich noch nicht so richtig, aber das erklärst du mir sicherlich irgendwann ;)) also, gesetzt den Fall, es ist alles so, dann ist es doch eigentlich das, was wir immer wollen: Zuwendung einfachso… ohne dass wir was tun müssen. Einfach sein! Oder?

    Und dann dürfen wir unsere eigene Latte ganz abhängen…

    Kann aber auch sein, dass ich alles mißverstehe.
    Keine Ahnung ;D

    Liken

    1. Natürlich erlebe ich es so wie ich es hier schreibe. Ich habe hier nie über ihn, seine Bedürfnisse, seine Möglichkeiten oder sonstwas geschrieben, seine Seite war hier nirgends Thema. Hier geht und ging es ja auch nirgends darum ihn zu be- oder verurteilen, es ging um das was ICH erlebe.

      Und ja, es ist genau das was („wir immer wollen“ – ob es allen so geht weiss ich nicht sicher aber ich vermute es stark)ich immer will: Zuwendung einfach so… ohne dass ich was dazu tun muss. Einfach sein dürfen…

      Du hast es sehr gut verstanden… und ich habe keine Ahnung was auf „die eigene Latte ganz abhängen“ bedeutet

      Liken

      1. In dem Moment, wo wir sein dürfen und geliebt werden für das was wir sind, lernen wir auch unsere Latte, die ja meist weit oben hängt, abzuhängen. Sprich: wir lieben uns auch selbst für das, was wir sind und nicht für das was tun.

        Ich bin jedenfalls gerade auf genau diesem Weg.
        Und da ich es ja kenne, meine eigene Latte hochzuhängen, passiert es oft noch aus Gewohnheit, aber mir fällt es meist auf, weil ich einige wertschätzende Menschen habe, die mich dann dezent drauf hinweisen. 😉

        Stück für Stück… immer weiter. 😉

        Liken

  5. In diesem Buch über den Teddy, welches ich ja in meinem Blog vorgestellt hatte, steht es so: “ Die Hoffnung stirb zum Schluss, doch wenn sie stirbt, weil man Gewissheit hat, ist es als ob ein Teil von dir selbst stirbt!“

    Ich denke, so ist es!

    Liken

        1. In vorliegendem Fall fehlten mir ja genau die Erfahrung von Respekt und Wertschätzung… dann muss ich meine Toleranz zum Ausgleich wohl sehr gross schreiben damit sie den Wind von der Flamme abhalten kann…
          Was auch immer der Wetterfrosch sagt, hier scheinen Windstille Zeiten angesagt und das ist gut 🙂

          Liken

      1. Hoffnung birgt immer Erwartung und Unsicherheit,ob sie erfüllt wird. Was für mich bedeutet, wenn ich eine Hoffnung „begrabe“, bau ich wieder ganz allein auf mich, – und bin nicht mehr darauf angewiesenen, dass irgendwer, und wer auch immer, meine Erwartung erfüllt. Ich stoße eine Sicherheit von mir, die mir nicht gegeben wurde/wird.
        Es ist wunderschön, sich gehalten zu fühlen. Doch einem Irrlich folge ich nicht. (G.Z./ 05.11.2010)

        Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s