Amnesie – Weg zum Erinnern

War gestern Abend kurz nach Neun ins Bett und bin, kaum das ich da lag, eingeschlafen.  Bis sechs in der Früh viele Stunden tiefen, festen, erholsamen Schlafes.  Ganz ungewöhnlich für mich, aber der Nacht war auch ein ungewöhnlich wohltuender Tag voran gegangen.

 

Sechs war definitiv zu früh zum aufstehen, so bin ich liegen geblieben und erstaunlicher Weise auch wieder eingeschlafen…

 

Es folgte unruhiger Schlaf mit vielen erschreckenden Traumbildern. 

Es tut sich was in meinem Leben und ich hatte wohl endlich noch mal genügend Schlaf um gelebtes im Traum verarbeiten zu können. 

 

In einer dieser Traumsequenzen ging es um Amnesie.  Ich hatte große Angst, wehrte mich vehement gegen Dinge und Menschen von denen ich wusste dass sie mir vertraut sein müssten, mir aber völlig fremd waren. 

Irgendwann haben mich die eigenen Schreie geweckt.

 

Vergessen zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Vergessen „müssen“, vergessen haben, vergessen wollen. 

Vergessen hatte für die kleine Bisou irgendwann mit Sicherheit seinen Sinn – als Schutzfunktion, als Überlebensstrategie.

 

Vergessen, Verdrängen ist ihr so sehr zu Eigen geworden, dass sie es ihr ganzes Leben lang durchgezogen hat und es nie hinterfragt hat. 

 

Nach dem Traum habe ich hinterfragt und bin zu dem Schluss gekommen dass es jetzt an der Zeit ist zu erinnern. 

 

Ich bin 47 und endlich auf dem Weg zu der Frau die ich hätte werden können.  Ich muss, nein, ich will mich von den Schutzfunktionen der Kleinen lösen.  Ich weiß nicht ob ich überhaupt noch Schutz brauche, wenn ja, dann werde ich in Zukunft selber entscheiden wie er aussehen sollte.

 

14 Kommentare zu „Amnesie – Weg zum Erinnern

  1. Ich mache es immer noch: Täglich stehe ich vor dem Foto der Kleinen und erzähle ihr (quasi als Morgenritual) was aus ihr geworden ist. Und immer noch nehme ich den Rahmen oft in die Hand und verspreche ihr, sie zu beschützen, für sie da zu sein, auf sie zu achten. Die kleinen brauchen Schutz… die einen mehr, die anderen vllt. weniger… meine auch besonders… also für mich völlig normal… die Frage ist halt: sind die großen da oder haben sie keinen Bock auf die Verantwortung und lassen die kleinen alleine?

    Liken

    1. PS: Das einzige, was sich verändert hat, ist das Foto selbst. Früher war es die aus dem Kindergarten mit Tränen in den Augen. Heute ist es die aus dem Kindergarten, die frech lacht 🙂

      Liken

  2. Ich sehe grad eine starke Frau vor mir,
    die mir diesen Monat begegnet ist
    und ich denke über das Geschriebene hier nach…..

    nach einem guten Tag, kenne ich den tiefen erholsamen Schlaf auch und Träume sind für mich stets etwas Unverarbeitetes, das mich im Schlaf wohl nicht loslässt.

    „ICH WILL….“ klingt auf alle Fälle sehr gut !!!

    Liken

  3. Die Kleine wird sich freuen, daß die Große jetzt den Schutz übernimmt. Sie muß nicht mehr alles allein bewältigen.
    Kümmer dich gut um die Kleine, sorge für sie, behüte sie, gewinn ihr Vertrauen, dann hast du eine gute Ratgeberin in dir 🙂

    Ich WILL!!! Das gefällt mir 🙂

    Liken

  4. Ich habs nicht so mit dem Traumdeuten…
    Wenn man zu lange im Bett liegt, träumt man in den Stunden, die gegen Morgen eher ein Hinauszögern des Aufstehens sind, nur dummes Zeug.
    Seit ich älter bin und mein Leben in gleichmäßigen Bahnen verläuft, erlebe ich auch keine Albträume mehr. Früher bin ich auch oft schreiend aufgewacht oder von meinem eigenen Stöhnen wach geworden, das passiert heute nicht mehr.
    Allerdings schlafe ich auch selten länger als 6 oder 7 Stunden.

    Und was dich anbelangt, so habe ich das Gefühl, dass du inzwischen eine selbstsichere kleine Frau geworden bist!
    Lass dich fest umarmen!

    Liken

  5. Ich wünsche dir weiter Kraft!

    Amnesie wünschte ich mir auch manchmal, doch in der Traumwelt tuen sich mir oft unerklärliche, immer wiederkehrende Ereignisse gegenüber, die ich schon viele Jahre träume, kein Ende sehe und es doch eigentlich banale Themen sind…

    Liken

  6. ich kann nicht mitreden. Ich fühle in mir keinen Unterschied zwischen kleinem und großen Ich und hatte nie ein gravierendes Problem mit irgendeinem Über- Ich. Ich weiß, dass ich damit großes Glück hatte und dass das, zum größten Teil, der Verdienst meiner Eltern ist.
    Ich freue mich, dass es Dir immer besser gelingt Deine Beiden unter einen Hut zu bringen. Ich denke, dass das schwer ist, wenn die Voraussetzungen in der abhängigen Phase dafür ungünstig waren. Es ist wohl, wie ein Spiel gewinnen sollen/wollen mit schlechten Karten

    Liken

  7. gewisse ereignisse haben sich sehr tief in uns eingegraben, vergraben, wenn ich ständig daran arbeite wie ich diese „dinge“ unter verschluß halte, dann wird mir eines tages die kraft ausgehen………
    man kann sie nicht ungeschehen machen, aber man kann sie als teil eines ganzen annehmen und erkennt, dass die anderen teile überwiegen und mehr bedeutung bzw. gewicht haben……
    du schaffst es!

    Liken

Schreibe eine Antwort zu gelschter User Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s