Einen Fuß vor den anderen

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Es fühlt sich an als habe ich meinen Rhythmus gefunden, einen Fuß vor den anderen, das geht mittlerweile wie von selber. Ich habe Zeit meine Weggefährten in Augenschein zu nehmen.

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Die Frau dort, die mit dem weißen Haar, ich glaube sie ist etwas sonderlich. Von Beginn an ist sie mir aufgefallen. Ich beobachte sie schon eine ganze weile. Sie trägt eine kleine Holzkiste, sieht aus wie ein kleines Häuschen und immer wieder klopft sie an die Tür und es geschieht nichts.

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„Frau, was tust du da?“ habe ich sie gefragt.

„In dem Häuschen wohnt eine kleine“ sagte sie und lächelte viel wissend „wenn es ihr nicht gut geht verkriecht sie sich und schließt alle Türen und Fensterläden“

„Ich habe dir jetzt lange zugesehen, du klopfst und klopfst immer wieder und die Tür bleibt geschlossen. Schau, dein Finger ist schon ganz wund und du klopfst weiter, das macht doch keinen Sinn“

Sie zieht die Brauen hoch und schaut mich mit weit geöffneten, verwunderten Augen an. „Natürlich öffnet sie nicht! Ich klopfe doch nicht weil ich es jetzt brauche sie zu sehen, ich klopfe damit sie da drinnen im Dunkeln weiß dass sie nicht alleine ist, damit sie weiß dass ich jederzeit da bin wenn sie mich braucht oder reden möchte“

Und wieder ertönte das „klopf, klopf“

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2 Kommentare zu „Einen Fuß vor den anderen

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